Das Problem ist bei der PBC100 definitiv der Preis (Fahrkarten und Angebote)

ALR997, Dienstag, 27.06.2017, 22:18 (vor 3234 Tagen) @ musicus

Mit 1.200 bzw. 2.200 Euro ist die Probe Bahncard 100 zwar nicht sonderlich teurer pro Monat als die reguläre Bahncard 100

416,33€ vs. 349,92€ - kein sonderlicher Unterschied also? Knapp 20% Differenz kann man ja mal vernachlässigen...

Naja, unter uns: hätten wir der Bahn nicht auch alle eine größere Differenz zugetraut?
Klar ist der Unterschied nicht ohne, aber zunächst mal zahlt man halt dafür mit, dass man sich praktisch weniger Monate an die BC bindet, als regulär. Das dürfte bei 25er und 50er genau so sein.

welche auch, ehrlicherweise (nachdem ich mittlerweile doch häufiger die Preise von vergleichbaren Angeboten erfahren durfte) noch verhältnismäßig fair ist

Da würde mich mal interessieren, was deine Vergleichsbasis ist und was genau du unter "fair" verstehst.

Naja das niederländische Pendant (allerdings mit OV) kostet etwa so viel wie die BC100, das nordrhein-westfälische Jahresticket 2.800/4.400 (ist also etwas günstiger), die Österreichcard kostet 1.700/2.600 (dann allerdings nur Bahn) und das GA 3.800/6.300 (CHF). Die letzten beiden gibt es immerhin auch differenziert, mitunter für Familien, Jugendliche und Senioren. Allgemein ist der Preis aber in allen Fällen zumindest ein ziemlicher Batzen, selbst wenn man sagt, dass man in NL und CH für höhere Qualität, Quantität des Angebotes und generell mehr beinhaltete Verkehrsmittel mitbezahlt ist man ungefähr auf dem Niveau der BC100. In NRW bezahlt man immerhin mehr als die Hälfte des Preises für eine BC100, obwohl man nur auf vielleicht einem Zehntel der Fläche unterwegs sein darf und in Österreich darfst du dir für jeden städtischen ÖV und sicher auf ein paar Privatbahnen immer noch extra Tickets kaufen.

Wie ich häufiger mal angemerkt habe, finde ich die Preise im ÖV generell relativ hoch, aber im direkten Vergleich mit gewissen anderen Angeboten (auch die "Jahreskarten" im französischen HGV sind ja extrem teuer) muss man feststellen, dass man immerhin bei der DB nicht völlig abgehoben ist.

das Problem ist, dass man mit diesem Preis dennoch nicht unbedingt die Klientel von DP erreichen kann.

Ich sehe das "Problem" nicht. Es sei denn, 24€/Fahrt sind schon wieder mal zu viel verlangt.

Sind sie, wenn du, wie ich beispielsweise etwa an 20 Tagen mit dem DP gefahren bist und damit dann auch schonmal (H+R) mit dem Sommerticket auf gute 960 Euro kommst.
Und selbst damit käme man nicht aus, denn mit dem DP habe ich nicht immer Strecken genutzt, die als Hin- und Rückfahrt definiert werden konnten.

Probeweise versucht man mal, im (der Bahn grundsätzlich aufgeschlossenen) Umfeld dezente Werbung zu machen

...und stellt fest, dass man überwiegend Familien und/oder PKW-Besitzer um sich hat. Da hat man mit DB-Angeboten meist keine Trümpfe in der Hand.

Sowohl als auch. Aber die meisten haben auch schon erstaulich unter Beweis gestellt, wie bahnaffin sie sind.
Dann gibt es noch so Leute wie meine Eltern die mittlerweile (ehrlicherweise verständlich, andererseits nicht ohne etwaige Kritik meinerseits) nunmehr überall mit dem Auto hin fahren, weil die Erfahrungen mit Bahnreisen über die letzten 8 Jahre immer wieder negativ waren.

24 Euro pro Fahrt sind in Ordnung, aber welchen potentiellen Vielfahrer man damit herauslocken möchte, das verstehe weder ich, noch viele andere.

Ich hätte 4 oder 5 Viererblocks à 96€ geordert, wenn's keine Altersbeschränkung gäbe.

Von der wusste ich wiederum gar nicht. Das macht es natürlich nochmal unattraktiver. Selbst wenn man sagt, für Erwachsene macht man die Fahrten halt etwas teurer, hätte man sich da sicher keinen Zacken aus der Krone gebrochen...

Und da die DB weder saisonal noch permanent Tages- und Monatskarten anbietet

Wozu? Wäre ohnehin zu teuer. Eine Beispielrechung findet sich etwa hier (rabattiert wohlgemerkt) - und wenn man die Kurzzeit-BC100-Idee konsequent weiterdenkt, landet man wohl um und bei mindestens 529€ (2. Klasse)

Das kommt auch daher, dass die Normalpreise bei der DB eben ziemlich hoch sind. Zumal rabattierte Tageskarten wie in NL oder CH ja bekanntermaßen auch extrem gut angenommen werden, trotz etwaiger zeitlicher Beschränkungen.

geschweige denn derartige Angebote für eine jüngere Zielgruppe zuschneidet - nein nichteinmal eine ermäßigte Jahreskarte wird geboten

MyBahnCard gäbe es... Jugend- und/oder familienfreundliche Jahreskarten sind eben nicht vorgesehen. Mich stört es ebenfalls, dass der Fokus ganz offensichtlich auf geschäftlich Einzelreisende gerichtet zu sein scheint.

MBC gibts aber auch nicht als 100er, sondern nur 25 und 50 - und nur 2. Klasse, in der 1. bezahlst du den ermäßigten Preis (mit dem man auch gut leben kann). Und ja für Familien ist das Angebot natürlich auch eher spack. Aber wie du schon sagst hier sieht man gut wo die Prioritäten liegen.

(Im Übrigen ist das ja im Nahverkehr genau anders. Dort verschleudert man Tagestickets ab 23 Euro, unbegrenzt. Während man im FV gerne die Pendler lockt und die Freizeitreisenden als Übel in Kauf nimmt, ist man sich im NV bewusst, dass die Pendler so oder so fahren. Auch die Züge fahren so oder so und sind entsprechend bezahlt durch den AT. Die Freizeitreisenden kommen dann praktisch noch on-top und da sie ja auch mit ihren erheblich ermäßigten Tickets kaum Rechte haben, wenn der Zug mal voll ist und jemand am Bahnsteig stehen bleibt, kann der Bahn - bzw. natürlich auch anderen EVUs im SPNV der Rest eigentlich herzlich egal sein. Image zählt im Nahverkehr nunmal nichts.)


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