GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 4 / 15 Fotos (Reiseberichte)

maxiboy, IBNR: 7006966, Sonntag, 22.02.2015, 22:18 (vor 4160 Tagen) @ maxiboy

Spaziert man ein wenig durch das Gebäude mit der Drehscheibe, fällt einem eine Art Sonderausstellung auf. „British Rail – A Moving Story“ befasst sich mit der Geschichte der Staatsbahn Großbritanniens, von der Integration nach dem 2. Weltkrieg bis zur Privatisierung in den 1990er-Jahren. Begleitet wird dies von Statements verschiedener Wissenschaftler, denen „Was wäre, wenn?“-Fragen gestellt wurden. Immer wieder werden auch Vergleiche mit Eisenbahnen anderer Nationen gestellt.

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Werbung im Stil der späten 1940er/1950er.

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Kuriosität: Das Originalrezept für die häufig verspotteten British Rail Sandwiches.

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Die Privatisierung wurde und wird durchaus auch kritisch betrachtet. Hier eine zeitgenössische Karikatur aus einer Zeitung.
Im Obergeschoss befindet sich die Sonderausstellung „Moveable Feast“, welche sich mit der Geschichte der Reisendenverpflegung beschäftigt.

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Unter der Vielzahl ausgestellter Verpackungen fällt die Styroporverpackung eines Burgers auf. Es handelt sich um die Verpackung aus dem Jahr 1999 für den letzten in der Mikrowelle hergestellten Burger von GNER, also der Linie, die heute noch von East Coast betrieben wird.

Auch intern wurde schon zu Staatsbahnzeiten eine Menge getan, um den fragwürdigen Ruf der Bordverpflegung zu verbessern. So wurden die Mitarbeiter angewiesen, die Schließung des Bistros anzusagen, wie sich aus diesem Poster ergibt. Denn: „A hungry, uninformed customer will not forgive us. A hungry but informed customer very probably will.“

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Darüber hinaus gibt es im Obergeschoss auch eine Bibliothek mit Büchern und DVDs aus aller Welt zum Thema Eisenbahn – genannt „Search Engine“.

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Das Museum besitzt auch einen Balkon, von dem aus freie Sicht auf den Bahnhof York besteht und einfahrende Züge fotografiert werden können. Angeschlossen daran ist eine Ausstellung zur Funktion elektronischer Stellwerke.

Zeit, das Museum zu verlassen und nachmittags sich noch ein wenig die Stadt York mit den mittelalterlichen, engen Straßenzügen anzuschauen.
Schnell ist es Abend und Zeit, den Bahnhof wieder aufzusuchen, um den gebuchten Zug zurück nach London zu erwischen. Eine Lounge existiert in York leider nicht. Aber dafür ist die Front des Bahnhofs wenigstens überdacht.

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Die „Special Notices“ sind immer am interessantesten.

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Eine Videofigur mit Selbstgesprächen als Ersatz für Bahnhofspersonal? Wer’s mag...

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Und warum man Gepäck mit Anhängern versehen soll, weiß ich auch nicht. Pflicht ist es jedenfalls meiner Erinnerung nach nicht, anders als beim französischen TGV.

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Die Rückfahrt erfolgt im elektrischen InterCity 225 mit Mark-4-Wagen, die immerhin automatische Schwenkschiebetüren besitzen. Zu essen gibt es als Hauptspeise leider nur noch Käsesandwiches, auch wenn das All-Day Menu unter anderem noch ein Lachs-Sandwich oder indische Samosas ankündigt. Aber die Sandwiches mit geräuchertem Käse und Krautsalat sind auch schmackhaft. Dazu gibt es Ingwerkuchen und Chips.

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Zu trinken gibt es um diese Zeit nicht nur Saft, Cola und Wasser. Auch Bier, Wein und sogar Spirituosen werden den 1.-Klasse-Reisenden kostenfrei angeboten.

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Das Personal ist extrem gut gelaunt, freundlich und bietet sogar von sich aus eine zweite Portion an. Da heißt es schon mal „willst du noch ein Bier zur Cola?“ oder „der Kuchen ist richtig gut, probier ihn“. Ein echter Kontrast zum 1.-Klasse-Service in DB Lounges.

Innen unterscheiden sich die Mark 4 eher geringfügig von den Mark 3, jedenfalls seit dem Redesignprogramm.

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Wir kommen mit zwei Minuten Verfrühung in King’s Cross auf Gleis 0 an.

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Was bleibt?

So viel Spaß für wenig Geld – ich werde die letzte britische Staatsbahn* vermissen! Das "Welcome to East Coast"-Programm von 2011 hat dem Serviceniveau auf jeden Fall gut getan, nach all der finanziellen Unsicherheit, die zum Kollaps von GNER und später NXEC führte. Auf dass die Nachfolger von Virgin East Coast ebenso Standards setzen können.

(* Abgesehen von Nordirland, wobei das ja Teil des Vereinigten Königreichs, aber nicht Teil der Insel Großbritannien ist.)


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