Danke :-) (Allgemeines Forum)

lululu, Dienstag, 13.01.2015, 13:39 (vor 4100 Tagen) @ Colaholiker

Gern geschehen :)
Es hat schon einen Grund, dass ich einen Langstock benutze. Wenn es auch ohne gehen würde, hätte man den nicht erfunden, aber diese Logik ist für manche Leute irgendwie zu hoch.


Für mich als Sehenden ist das verdammt schwer vorzustellen, daß das richtige Training und ein Langstock es wirklich so eine selbständige Mobilität ermöglicht.

Du bist nicht der einzige, für den das schwer vorstellbar ist :).
Für mich ist es das Normalste der Welt. Ich bin es nicht anders gewöhnt, sodass ich mir da eigentlich nie Gedanken drüber mache.

Ich weiß man kann es nicht unbedingt vergleichen, aber ich erinnere mich da immer an die Übungen aus meiner Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr, wenn es drum ging, wie suche ich in verqualmten Räumen ohne Sichtnach Vermißten Personen. Wir hatten dazu präparierte Atemschutzmasken, deren Scheibe durch Milchglas ersetzt war. Gesehen hat man damit nichts mehr, nur noch eine mehr oder weniger helle Fläche vor den Augen. Da haben wir uns nur kriechend fortbewegt, und trotzdem war das verdammt schwierig, selbst wenn es bekannte Räume waren.

Wenn du von Anfang an nichts oder nur wenig siehst, ist das immer was ganz anders. Jemand der über Jahre oder Jahrzehnte normal gesehen hat und auf einmal nichts mehr sieht, hat damit viel größere Probleme als jemand, der seit er Denken kann es nicht anders kennt als nichts oder nur wenig zu sehen.

Ich würde jetzt niemals auf die Idee kommen, die Ansage so zu interpretieren, dass sich links und rechts nicht auf die Fahrtrichtung beziehen. Ich kenne ehrlichgesagt auch keinen Blinden/Sehbehinderten, der auf die Idee käme die Ausstiegsseite nicht mit der Fahrtrichtung in Verbindung zu bringen.


Und hier nochmal herzlichen Dank für die Bestätigung.

Während der Fahrt ist es zwar manchmal nicht ganz so leicht die Fahrtrichtung auszumachen, wenn man beim losfahren nicht drauf geachtet hat. Allerdings spätestens beim Bremsen kriegt man die ohne Probleme raus :).


Das kann sogar ich nachvollziehen, wenn ich übermüdet im Zug sitze und eindöse, kommt es schon mal vor, daß ich hochschrecke, weil mein Gleichgewichtssinn der Meinung ist, wir fahren plötzlich in die andere Richtung, und ich habe meinen Ausstieg verschlafen. Erst wenn ich die Augen öffne und nach draußen sehe, synchronisiert sich das wieder. Oder eben beim Bremsen, weil vorne ist da, wo man beim Bremsen hin fällt. ;-)

Ich könnte mir allerhöchstens vorstellen, dass dieses "in Fahrtrichtung ..." für geistig beeinträchtigte Menschen hinzugefügt wird.


Aber die sehen ja dann den Bahnsteig. Und an den meisten Stationen ist recht eindeutig zu erkennen, auf welcher Seite ist ein Bahnsteig und auf welcher Seite nicht, sofern man sehen kann. Natürlich könnte jetzt im Individualfall noch zur geistigen Beeinträchtigung eine Sehbehinderung kommen, aber ich denke, irgendwo kommt der Punkt, wo es mit der selbständigen Mobilität auch schwierig wird.

Hast du auch wieder recht. Der Sinn dieses Einschubes wird dann wohl für immer ein Rätsel bleiben :).

Wo wir gerade beim Thema sind - mir ist da etwas aufgefallen, was Du mir vielleicht beantworten kannst. In Hildesheim ist in der Nähe des Bahnhofs ein Fußweg neu gebaut worden. Dabei kamen auch Platten mit grobem Rillenmuster zum Einsatz, die sich sicher mit dem Langstock gut ertasten lassen. Jetzt führt der Weg auf einen Straßenübergang zu - dort ist, bevor es auf die Straße geht, quer zum Weg ein Streifen mit diesen Platten gelegt. Was mich aber irritiert ist, daß die Platten im Bereich des abgesenkten Bordsteins mit den Rillen quer zum Weg liegen und in dem Bereich, wo der Bordstein nicht abgesenkt ist, längs. Normal achte ich auf solche Details weniger, mir fiel es nur auf, weil ich mit meinem Koffer immer die Wahl habe, die Längsrillen zu durchfahren und dann über die Stufe zu rumpeln, oder ich rumpele mit dem Koffer über die Querrillen und habe dafür keine Stufe. Intuitiv hätte ich es eher andersherum gemacht - Längsrille da, wo keine Stufe folgt und Querrille dort, wo es eine Stufe, also ein Hindernis gibt. Okay, das hat jetzt mit Bahnverkehr nur noch insofern zu tun, daß es eben in der Nähe des Bahnhofs ist, aber das Thema Barrierefreiheit interessiert mich eben.

Also diese "Konstruktion" ist mir jetzt ein Rätsel.
Für Kreuzungen oder Straßenübergänge gibt es mittlerweile eigentlich zwei verschiedene Varianten.
- Man legt Platten mit Rillen in Richtung Übergang. Dann gibt's ein Aufmerksamkeitsfeld (Viereck mit Noppen) und anschließend wieder über die gesamte Breite des Übergangs Platten mit Rille, wobei die Rillen in exakt die Richtung zeigen, in die die Straße überquert werden muss. Bei dieser Variante habe ich auch schon mal erlebt, dass die Platte mit Rillen direkt an der Straße durch welche mit Noppen "ersetzt" wurden. Ist ziemlich blöd, aber gibt's auch.
- Man legt Platten mit Rillen Richtung Übergang. Dort legt man dann auf der gesamten Breite des Übergangs zuerst eine Reihe Platten mit Noppen (quasi als Aufmerksamkeitsfeld) und davor dann eine Reihe Platten mit Rille in der Richtung in die die Straße zu überqueren ist.

Den Sinn hinter der von dir beschriebenen Variante, verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Es hieße ja quasi, dass man die Straße nicht am abgesenkten Bordstein überqueren soll. Gibt's den da im weiteren Verlauf noch ein Hindernis, wo man gegenlaufen könnte?
Nächste Möglichkeit: Das beauftragte Bauunternehmen hat sich beim Verlegen vertan und die Platten waren schon feste einbetoniert als man das Problem bemerkte, sodass der Fehler nicht mehr behoben werden konnte.

Wie gesagt, diese "Konstruktion" kommt mir irgendwie ein wenig abenteuerlich vor.

--
Grüße

lululu


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