Fehlerhafte Rechnung - wirklich? (Allgemeines Forum)

Meinrad aus Kanada, Oakville, Canada, Mittwoch, 11.12.2013, 04:53 (vor 4501 Tagen) @ Mario

Wenn die PM-Funktion bei Dir freigeschaltet waere, haette ich Dir nicht-oeffentlich geantwortet. So aber muss es halt oeffentlich sein:

Auch Du hast die Rechnung nicht durchgefuehrt:

Habe ich, nur ist deine Rechnung aus mehreren Gründen fehlerhaft:

1. Du gehst von einen falschen Stromverbrauch aus, den Deutschland pro Einwohner hat. 2012 lag der bundesweite Stromverbrauch bei ca. 600 TWh, was bei 80,5 Mio. Einwohner im Durchschnitt also ca. 7450 kWh pro Jahr. Das sind fast genau das Doppelte deiner Aussage von 3750 kWh, womit sich schon allein dadurch die Zeit um die Hälfte verkürzt.

Ich habe in keiner Weise behauptet dass der Stromverbrauch pro Kopf 3750kWh betraegt. Ich habe behauptet dass 3750kWh (die man mit den Wassermassen des Bodensees auf der Zugspitze erzeuegen koennte) den Verbrauch von 5 Monaten abdecken kann. Ich war sogar konservativ: 3750kWh sind ziemlich genau die Haelfte der 7450kWh Verbrauch pro Jahr. Das Bodenseewasser wuerde also sogar fuer 6 Monate reichen!! Du hingegen behauptest, es handle sich um 4 Tage.

2. Auf was bezieht sich dein Wirkungsgrad überhaupt? Ist es der Wirkungsgrad der Turbine? Der des Generator? Ist es der Wirkungsgrad Energie zum Hochpumpen des Wassers / Energieproduktion beim Ablassen des Wassers? Wenn ja, ist da auch der Wirkungsgrad des Motors drin, der zum Hochpumpen genutzt wird? So ist die Rechnung natürlich nicht nachvollziehbar und deshalb hier mehr oder weniger unscharf.

Der Wirkungsgrad einer Francisturbine liegt oberhalb von 93%. Ich weiss das so genau, weil ich der Ingenieur war bei der Abnahme der Turbinen des Revelstoke Dams in Kanada. Kawasaki war vertraglich verpflichtet, 92.5% zu erreichen, tatsaechlich haben sie etwas ueber 93% erreicht. Mein Kollege, der den Generator abgenommen hat, hat die vertraglichen 98% fuer die Toshiba-Generatoren bestaetigt. Der Hochspannungstransformator hat uebrigens 97% erreicht.

3. Du rechnest rein theoretisch und vernachlässigst sowohl den Wasserwiderstand als auch die hydraulischen Verluste. Damit wird deine Energieausbeute nochmal geringer.

Die hydraulischen Verluste sind bei kurzen Leitungen total vernachlaessigbar. Ich verstehe nicht, wo Du den Unterschied siehst zwischen Wasserwiderstand und hydraulischen Verlusten. Erklaere das bitte.

4. Auch hast du Übertragungsverluste vom PSW über die Hochspannungsleitungen und die Mittelspannungsleitungen bis hin zum Endverbraucher. Auch das hast du hier ganz außer Acht gelassen. Somit sind wir aus den Punkten 2, 3 und 4 schon bei einer ganzen Reihe von Realen Verlusten, die sich hier aufsummieren.

Wie hoch die Uebertragungsverluste in DE sind weiss ich nicht. Hier in Kanada (mit VIEL groesseren Distanzen (Manicouagan Power Station ist 2000km vom Verbraucher weg!) gehen wir von 90% Uebertragunseffizienz aus. Da einige der von Dir genannten Verluste auch dann auftreten, wenn der Strom nicht vom PSW kommt, kann man sie hier getrost vergessen. Wenn Du aber bereit bist, diese Verluste zu beziffern, dann koennen wir die ganze Rechnung ja noch einmal aufmachen und sehen, ob die erzeugte Strommenge tatsaechlich unter die 5 Monate Gesamtverbrauch faellt, die ich urspruenglich postuliert habe.

Berücksichtigt man also all diese Fehler bzw. Nichtberücksichtigung in deiner Rechnung, dann wird die Zeitspanne von 4-5 Tagen immer plausibler.

Garantiert nicht. Wie ich gezeigt habe, habe ich alle Verluste der Stromerzeugung im Kraftwerk bereits beruecksichtigt. Das Kraftwerk "Bodensee auf Zugspitze" kann also 5 bis 6 Monate den Gesamtverbrauch der BRD erzeugen. Die nicht beruecksichtigten Verluste der Uebertragung und Verteilung (die sowieso entstehen) bringen diesen Wert im allerschlimmsten Fall auf 4 Monate, aber nicht auf 4 Tage.


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