Bahnsteighöhen 550mm/760mm (Reiseberichte)

Alphorn (CH), Montag, 09.12.2013, 22:05 (vor 4512 Tagen) @ sb

An Aschaffenburg Hbf sieht man, dass beide Bahnsteighöhen von 550mm und 760mm über SOK in Deutschland sinnvollerweise Standard sind:

550mm über SOK sind der oberste sinnvolle Wert für einen (geräumigen) barrierefreien Einstieg in ein Dosto-Unterdeck bzw. für Mittelflur-Regionalzüge (wie VT642), 760mm über SOK sind der unterste sinnvolle Wert für einen barrierefreien Einstieg in Einstock-Fernzüge.

Warum findest Du 550 mm für barrierefreien Einstieg in Einstock-Fernzüge sinnlos? Aktuelle Fernzüge mit 760 mm gibt es in Deutschland keine, neu beschaffte können sowohl für 760 mm als auch für 550 mm gebaut werden. Der einzige barrierefrei zugängliche FV-Zug der DB wird übrigens der Dosto-IC mit 550 mm-Einstieg am Steuerwagen sein; der ICx braucht sowohl bei 550 mm als auch bei 760 mm einen Hublift.

Im Konfliktfall liegt zwischen beiden Bahnsteighöhen nur eine Stufenhöhe, welche auch mittels einer einfachen ausklappbaren Rampe rasch überwindbar ist.

Welche deutsche FV-Einstöcker sind per Rampe rollstuhltauglich?

(Anm. zu 550mm über SOK: Länder mit diesen Bahnsteighöhen werden kaum einen barrierefreien Einstieg in Einstock-Züge ohne zeitraubende technische Einstiegshilfe – bahnsteigseitig oder zugseitig – erreichen; folglich ist der Einstieg in die Schweizer Dosto-IC im Unterdeck unter Berücksichtigung des Schweizer Standards von 550mm über SOK folgerichtig.)

Der kommende einstöckige SBB-Hochgeschwindigkeitszug wird mindestens einen Einstieg auf 550 mm haben. Der DSB IC4 ebenso. Falls man einen solchen Tiefeinstieg nicht will, ist ein Hublift bei einem FV-Zug viel eher zumutbar als im NV: Personal und genügend Haltezeit sind im FV vorhanden, die Fahrzeugzahl ist viel kleiner. Zudem gibt es Konzepte mit Hublift im Innenraum: Der Rollstuhl fährt schnell in den Zug und wird u.U. erst nach der Abfahrt angehoben.

Die aktuellen Einstockzüge des FV sind zwar in der Schweiz tatsächlich nicht mit 550 mm kompatibel, aber in wenigen Jahren wird es die gesamte Nahverkehrsflotte sein. Im neuen Tiefbahnhof können daher abwechselnd S-Bahnen und FV-Doppelstöcker halten - alle barrierefrei.


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