Paralleluniversum im Bahntower? (Allgemeines Forum)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Donnerstag, 13.11.2008, 17:10 (vor 6336 Tagen) @ Burkhard

Hallo,

ja und nein!
Erst mal zum betrieblichen: da unterstelle ich der Bahn und den Bahnern an der Front, dass da zurzeit mehr oder weniger alles mögliche auf die Beine oder besser auf die Gleise gestellt wird. (Und da fehlt mir auch der Glaube, dass beim TGV das ganze deutlich besser ausfallen würde, bei einer vergleichbaren Situation.)

ein ganz klares JA von mir zu diesem Punkt. Die Mitarbeiter leisten wirklich viel. Sei es nun in den Zügen, in der Instandhaltung oder bei der Beratung vor der Fahrt. Verwöhnt werden sie auch nicht gerade von ihrem Arbeitgeber und die Tatsache, dass es noch so einigermaßen klappt liegt einzig und allein an den Mitarbeitern. Der Beitrag der Unternehmensführung dürfte da recht gering sein.

Zur Kommunikation: Die ist in der Tat bescheiden, keine Frage! Die Aussage der DB, dass der Winterfahrplan zuverlässig buchbar ist, halte ich aber prinzipiell für nicht falsch! Wenn man zu offensiv mit den Problemen umgeht, laufen einem die Kunden auch weg - das ist ein ganz schwieriges Thema... Man hört dann nur in der Tagesschau "weiterhin massive Probleme" und die Leute bleiben auch auf ICE1 oder ICE2 Linien weg, die gar nicht betroffen sind.
Und ganz ehrlich, wenn zurzeit alles aus dem letzten Loch pfeift, und auch in IC-Zügen zum Teil der eine oder andere Wagen fehlt, ist das für mich keine Pressemeldung wert!

Natürlich keine Pressemitteilung wegen fehlender Wagen. Mir würde es ja schon reichen, wenn man sagt, dass es Probleme gibt und deutlich macht, welche besonderen Anstrengungen man unternimmt um das hinzubekommen. Die Leute würden sagen "Hut ab, wie die Bahn das alles so hinbekommt!" Und genau das stört mich. Jeder, der per Bahn unterwegs ist sieht es und weiß es. Besonders natürlich die Pendler im Bereich Augsburg oder Dresden, wie wir hier im Forum schön dargestellt bekamen. Leider ist der Vorstand total abgetaucht. Außer einem vorbereiteten Statement, was über Bahn-TV verbreitet wurde, hört und sieht man nichts. Natürlich darf man die Situation nicht übertrieben schlimm schildern. Aber aus Sicht der Öffentlichkeit ist eine erkennbare Tendenz zur Besserung immer positiver besetzt als eine Tendenz zur Verschlechterung. Und genau letztgenanntes tritt nun ein. Leipzig - Dresden wird weiter ausgedünnt, als es jetzt der Fall ist. Im Rheintal gibt es mehr Umsteigezwänge durch den Wegfall von Verbindungen, als es jetzt der Fall ist. Aus einigen Wochen wird Weihnachten, dann wird aus zwei Monaten ein halbes Jahr. Ein Klops jagt den nächsten.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
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