Fluggesellschaften vs. DB (Fahrkarten und Angebote)

Fratz, Freitag, 12.08.2011, 11:53 (vor 5534 Tagen) @ Ozzwald

Nehmen wir folgende Zielgruppe


Ehepaar + 2 Kinder -> 1 Urlaubsreise im Jahr

(So nen Ehepaar wo der Mann am Flughafen in Dt bei -20°C schon ne kurze Hose an hat, und die Kinder ihren Plansche-Delfin schon aufgeblasen inna Hand haben)

Die bekommen es nicht hin, ihren Zug zum Flug zu finden*, aber kaum am Flughafen angekommen finden sie alles:

Sofort den Check-In Schalter, im Sicherheitsbereich die Frau den Duty-Free, der Mann die "Flughafenkneipe".
Und dann finden sie auch noch ihr Gate ohne Probleme.

Wie kommt das?!

Na das kann ich dir sagen! Du schaust dir bitte mal an, wie groß die Zahlen und Buchstaben der Informationasanzeigen am Flughafen sind und wie groß die Zahlen und Buchstaben in einem Zug sind. Am Flughafen erkenne ich auf 200 m Entfernung wo mein Gate ist. Außerdem ist jedes Gate JEDES MAL am gleichen Ort, egal wie oft ich von dem Flughafen starte.

Und bei der Bahn? Da muss man erst mal wissen, wo der Zug losfährt! Man steht auf dem Gleis, das zwei Stunden vorher im Internet als Abfahrgleis deklariert wird, auf dem Ausdruck, den man in der Hand hält, steht das natürlich auch. Am Bahnsteig hört man dann aber die Ansage "Achtung, ICE 0815 nach Hamburg heute nicht von Gleis 11 sondern von Gleis 23!" Also darf man rennen.

Am neuen Bahnsteig angekommen. "Achtung, ICE 0815 nach Hamburg verkehrt heute in abweichender Wagenreihung. Die Wagen der 1. Klasse finden Sie in Abschnitt A und B!" Warum können die Suppenhühner nicht sagen "Wagen 21 finden Sie im Abschnitt F und Wagen 28 in Abschnitt A"? Selbst der dümmste Depp weiß dann, dass sein Wagen 24 vermutlich etwa in der Mitte davon ist. Was interessiert denn die Mehrheit der Fahrgäste wo die 1. Klasse ist? Wer sich mit schwerem Gepäck durch 7 Wagen der 2. Klasse arbeiten muss, weil er bis zur Einfahrt des ICE nicht weiß wo wegen geänderter Wagenreihung sein Wagen ist, der interessiert sich einen feuchten Dreck dafür wo die Minderheit mit zu viel Geld sitzt!

Dann steht man also mitten in einem Wagen in einem ICE1 und weiß trotzdem nicht in welchem Wagen man ist! Man muss erst wieder ans Wagenende laufen, dort einen mikrigen Bildschirm suchen und dann wissen, dass die zwei cm große Zahl die Wagennummer ist. Selbst in neueren ICEs sind diese roten Anzeigen viel zu klein. Eine minimale Seeschwäche und das war es.

Wir arbeiten uns jetzt also langsam durch den Zug und steigen mit unseren koffern über auf dem Boden herumstehende Koffer, weil auf den Gepäckablagen alles voll ist. Und dann wird die Wagennummernanzeige auch noch ausgeblendet, weil solch überaus lebenswichtige Anzeigen wie "Informationen zu ihrem Zug finden sie in dem Faltblatt, dass hier überall unübersehbar rumfliegt." angezeigt werden müssen. Und in welchem Wagen bin ich jetzt?

Die Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber haben verstanden wie sie den Kunden den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen können. Die Bahn hat dagegen immer noch nicht gerafft, dass man Fahrgästen zum Beispiel sinnvolle Informationen gibt und eine Zugfahrt keine Verkaufsveranstaltung ist. In den Anzeigen im Zug über dem Gang wird unendlich oft widerholt, wie ach so toll und super billig eine Bahncard ist und dass man auf Fernverkehrsstrecken einen Sitzplatz reservieren soll. Ach, wirklich? Ist die Sitzplatzreservierung, mit der man schon beim Kauf des Tickets genervt wird, eine so neue Erfindung, dass man sie jedem Fahrgast tausende und abertausende Mal neu eintrichtern muss? Und dann auch noch in englisch. Welchen Nutz- oder Mehrwert hat das für die Zugreisenden?

Falls du dich also fragst, warum sich der dämlichste Proll am Flughafen aber nicht am Zug zurechtfindet, dann kennst du jetzt ein paar Beispiele.

Ich wette gleich kommt die Armee der Bahn-Jünger mit ihren rosaroten Brillen und erklärt mir, dass meine Aussagen alle falsch, haltlos und Nonsens sind.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum