Abschleppen des Tz 212 (mit Bildern) (Allgemeines Forum)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Samstag, 02.07.2011, 23:23 (vor 5392 Tagen)

"Löhne umsteigen!"

Nicht ganz der Drillbefehl, den Erich Maria Remarque in seinem Werk Im Westen nichts Neues verwendete, doch irgendwie ganz passend.

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Die Stimmung im Zug war gelassen-ruhig, als der Tz 212 bei Kilometer 88/8, wenige Kilometer vor dem Bahnhof auf einem Gleis der Güterbahn zum Halten kam. Zunächst war von einer technischen Störung die Rede, bei der der Lokführer zum Triebkopf gehen müsse. Die Klimaanlage stand dann auch still. Kurze Zeit später lief die Klimaanlage wieder an und es wurde durchgesagt, dass der Zug nicht mehr aus eigener Kraft weiterfahren könne. Etwa 15 Minuten nach dem Stillstand erloschen die FIS-Anzeigen. Klimaanlage und Beleuchtung hielten etwa eine Stunde durch. Zunächst war unsicher, ob abgeschleppt werden würde oder eine Evakuierung auf freier Strecke erfolgen solle. Als dann der 843 auf der P-Bahn langsam vorbeifuhr, war klar, dass der uns wohl nicht aufnehmen würde. Zwischendurch begann man mit dem Aufbau der Stege. Das wäre eine recht knifflige Sache geworden, da der Zug in einer Kurve mit Gleisüberhöhung stand. Irgendwann stoppte man den Aufbau der Stege und man könnte leise das Befüllen der Luftleitungen hören. Das deutete dann auf das Abschleppen hin. In flotter Fahrt fuhren wir dann nach Löhne. Dort ging es auf den Bahnsteig und dann einmal durch den Tunnel zum IC 2243 aus Bad Bentheim, der uns dann aufgenommen hat. In Hannover hätte man noch auf den 543 umsteigen können, wenn der nicht auch +130 bekommen hätte wegen der wohl durch den 541 verursachten Oberleitungsstörung. Um 12:17 Uhr statt 9:37 Uhr erreichten wir Berlin.

Die Stimmung unter den Fahrgästen blieb durchweg gelassen. Niemand meckerte, sehr merkwürdig. Das lag mit Sicherheit an der Wochenendkundschaft. Berufspendler mit drängenden Terminen wären wohl nicht so gelassen geblieben. Durchweg erfolgten vernünftige Ansagen. Natürlich bekam man als Fahrgast mit, dass das mit der Entscheidung zwischen Evakuierung und Abschleppen etwas hin und her pendelte, aber was soll´s.

Solche Aktionen finde ich sehr interessant auch mal selbst zu erleben. Vor ein paar Jahren hatte ich eine Evakuierung in Burgsinn und nun mal sowas. Sowas gehört zum normalen Bahnbetrieb nun einmal dazu. Auch bei einem Tz frisch aus dem AW Nürnberg kann sich die Schleifleiste zerlegen. Alle beteiligten haben gezeigt, was sie so drauf haben und innerhalb so kurzer Zeit (gut eine Stunde) da mit einer Hilfslok aufzukreuzen, ist schon eine gute Leistung.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
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