Züge sollen fahren, nicht ausfallen. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 18.04.2011, 08:43 (vor 5519 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Oscar (NL), Montag, 18.04.2011, 08:43

Zitat DB Fernverkehr:

Triebzüge erlauben uns, den Antrieb im Zugverband zu verteilen und im Unterbodenbereich anzuordnen. Das hat fahrdynamische Vorteile und erlaubt die nahezu vollständige Nutzung der Grundfläche für unsere Fahrgäste. Zudem ist die moderne Instandhaltung auf die Behandlung ganzer Züge ausgelegt. Es gibt also kein Kuppeln und Rangieren von Einzelwagen, was zusätzlich wirtschaftliche Vorteile beinhaltet.

218 466-1:

Dass das im Schadensfall der ganze Zug außer Betrieb ist und dass der ICx doch verlängert/verkürzt werden kann und es also doch Kuppeln und Rangieren gibt, wird hier verschwiegen.

Henrik:

Meinst Du damit einen Klassischen Lok-Wagenzug, der wegen Lok-Schaden komplett auf der freien Strecke liegen bleibt, was dem Triebzug nicht widerfahren kann? ;))

Ich vermute, "218 466-1" möchte auf die Tatsache hinweisen, dass man mit dem guten, alten IC-Wagenzug zumindest noch die technische Möglichkeit hat, Defekte vor Ort zu reparieren:

1. Lokschaden = anhalten, defekte Lok abrangieren, neue Lok vorne, fahren. 120 km/h mit einer 143 sei immerhin besser als Zugausfall.
2. schadhafter Wagen = anhalten, Reisende des schadhaften Wagens über die anderen Wagen verteilen, Zug trennen, schadhaften Wagen rausnehmen, Zug wieder komplettieren, fahren. Dann halt mit einem Wagen weniger, sei immerhin besser als Zugausfall.

Na gut, das war damals.
Die Zeit, in der der TEE noch ein Bordmonteur hatte, der unter rollendem Rad Schäden reparierte, liegt schon einiger Zeit hinter uns.
Das obige Verfahren funktioniert bei uns selbstverständlich nicht: man hat ja meistens nur 15 Minuten Zeit, ein Defekt zu beheben; 15 Minuten später kommt ja der nächste IC. Also läßt man bei uns auch den Zug ausfallen.

Dieses alles betrifft aber nicht den Regel-Betriebsfall.
Nur darum geht es in diesem Zitat und da ist es nicht einseitig und trifft genau den Punkt.

So ist es, Ausfälle sollen ja die Ausnahme sein. Als Programmierer schreibe ich doch auch zuerst den "basic flow" und danach den "alternative flow". Nicht umsonst heißen Fehlersituationen hier "exceptions".

Zu den neuen IC-Triebwagen: man möchte in den Bahnhöfen schnell rein, schnell raus. Klar werden die Triebwagen nicht an einem Extremfall 8 IC-Wagen + Siemens Vectron Sandwich rankommen, aber das ist auch nicht nötig. Man möchte wesentlich besser beschleunigen als mit dem durchschnittlichen IC-Wagenzug, am besten zugleich mit weit weniger Energiebedarf.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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