160 km/h auch ohne Neigetechnik! (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Mittwoch, 06.04.2011, 18:01 (vor 5530 Tagen) @ 218 466-1

Damals (1998?) gab es m.W. ein Problem mit den Drehgestellen o.ä., weshalb die NT abgeschaltet werden musste und die Geschwindigkeit auf 120 km/h beschränkt wurde.
Beim aktuellen Problem ist nur die NT (mal wieder) abgeschaltet (nicht bei 610) aber auf gerader Strecke dürfen alle trotzdem 160 km/h fahren. Im Moment haben 611 und 612 überhaupt keinen Vorteil gegenüber 246+Dosto die bei Metronom Hamburg-Cuxhaven (und evtl. bald DB München-Mühldorf - noch nicht endgültig bestätigt) fahren.


Weder Dostos noch Bimze können neigen. Wenn die auf solchen Strecken dennoch 160 km/h fahren können, warum hat man überhaupt in die Neigetechnik investiert?


Die Höchstgeschwindigkeit hat nichts mit der NT zu tun. Auch ICE 1,2,3, IC mit Apmz, Bpmz, Bimz... können sich nicht neigen und fahren bis zu 300 km/h.
Die NT bringt nur in den Kurven Vorteile. Da müssen die anderen Züge ggf. abbremsen. Wenn die Strecke für 160 km/h ausgebaut ist, können auf geraden Abschnitten auch alle Züge 160 Km/h fahren, sofern Tfz und Wagen dafür zugelassen sind.
Ausser 610, 611, 612 ist das mit Diesel nur mit 246 und Dosto oder Bimz und IC Wagen möglich. (Die zwölf 210 4 = getunte 218 mit 160 km/h für IC Hamburg-Berlin 1996, wurden 1999 wider zurückgebaut.)

Das ist alles richtig und schön und gut, aber löst das Problem nicht.

Auf den meisten Bestandsstrecken kann man nur mit aktiver Neigetechnik auf konkurrenzfähige Geschwindigkeiten und damit Fahrzeiten kommen, die zudem für die Anpassung an die Knoten notwendig sind, wenn man nicht künstlich noch langsamer fahren will.

Solange in Deutschland parallel dazu neue SFS gebaut werden, ist ein Ausbau der Bestandsstrecken auf 160 km/h ohne Neigetechnik wirtschaftlich unattraktiv und wird somit von der DB nicht weiter verfolgt. Bisher wurden nur solche Strecken ausgebaut, die als Verbindungsstrecken zwischen den SFS fungieren (Würzburg-Nürnberg, Ingolstadt-München, Wolfsburg-Hannover, Leipzig-Berlin, etc.) oder wo man mit konventionellen Regionalzügen möglichst günstige Knotenzeiten erreichen möchte (Lübeck-Hamburg, Rostock-Berlin, etc.)

Langfristig bleibt für die Bestandsstrecken als nur die Wahl zwischen ABS 140 oder ABS 160 und GNT-Strecke.


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