Das klingt jetzt für mich wie bei 'nem getroffenen Hund... (Allgemeines Forum)

ICE615, Samstag, 20.11.2010, 20:07 (vor 5635 Tagen) @ liebe70

Das Problem liegt aber auch beim Personal im Zug. Mir braucht niemand zu erzählen, dass es immer die "Schnösel" in den Führungsetagen verbocken würden und alle Zugbegleiter perfekt sind. Dir schlimmsten Böcke schießen nämlich oft einzelne Zugbegleiter.


...oder frei nach Schneewittchen: "Frau Königin, Ihr seid die Schönste im ganzen, Land aaaaber Schneewittchen..."

Übersetzt: Jaaa, es gibt schon "Schnösel" (Zitat!) in der Führungsetage, aaaaber einige Zub sind noch viiieeeellll schlimmer. Die sind noch böser als die Schnösel.

Wieso fällt es nicht mir auf, daß es die meisten Probleme im Zug bei denen gibt, die als BWL-Quereinsteiger zur DB kamen? Warum decken sich meine Erfahrungen mit den Berichten meiner Kollegen? Bei denjenigen die bei Bundes- und Reichsbahn und auch später bei der DB AG lernten und nach dem Studium wieder zurückkamen, gibt es weitaus weniger Probleme als bei den Quereinsteigern. Keinem Eisenbahner wäre es eingefallen, in einem gesperrten Zug eine BC First zu zücken, um so seine Fahrkarte zu kaufen!

Gut, dass du den Leuten auf Anhieb ansiehst, wer Quereinstieger ist und wer Eisenbahner. Ganz nebenbei lebt die Bahn von neuen Impulsen, die nur von Quereinsteigern gebracht werden können.


In der von mir erwähnten Fibel (sie heißt "unser Auftritt im Kundenkontakt") steht u.a. dieses:

"In stark besetzten Zügen stellen wir - ohne gesonderte Aufforderung durch das Zugteam - unseren Sitzplatz gern zur Verfügung."

Wer ist bisher unaufgefordert aufgestanden? Richtig! Niemand, kein Einziger! Nach Einzelaufforderung durch das Zub waren es dann schon ein paar mehr. Und wer mußte von denen noch diskutieren? Die Antwort erübrigt sich wohl... :-(

Weiter steht drin: "...indem wir besonders gute Leistungen im Service durch ein kurzes Feedback sofort würdigen." Gelobt hat mich bisher nur einer - Robert Etmans.

Das Lob ist in Deutschland halt nicht weit verbreitet, aber mal ganz ehrlich, ich würde auch niemanden loben, der mich vorher von meinem Sitzplatz verscheucht hat. Da ist die Laune im Keller.


Alle anderen machten lediglich sofort einen Aufstand, wenn sie ihre Zeitung nicht bekamen, die zwar von mir nachgeordert, aber nicht geliefert wurde. Einem Kollegen wurde die Hölle heiß gemacht, weil in einem brechendvollen ICE sein Team nur 1:1 (also nur er und ein normaler Betreuer) unterwegs war und es noch niemand geschaffte hatte, die Zeitung auszuteilen oder mal die APS-Abfrage zu machen. Die Kollegen waren nämlich noch mit der Fahrkartenkontrolle beschäftigt. Kann der DB-Bonze nicht mal selbst ersatzweise in die Bresche springen und die Zeitungen austeilen? Nein, er ist ja BWLer und sich zu fein.

Wenn mit Zeitungen und APS geworben wird will ich die auch bekommen, schließlich zahle ich auch über 60% mehr als der 2. Klasse Kunde.


Daß ein Teil der DB-Anzugträger ihren Platz verlassen und es dort aussieht als ob sonstwer gehaust hätte, das erwähnt man als Zub schon gar nicht mehr. Ist bei vielen DB-"Führungskräften" schon Standard. :-(

Schlußendlich steht in der Fibel noch, daß man als DB-Führungskraft seinen DB-Sticker öffentlich zu tragen hat. Geh mal durch die erste Klasse und zähle die Damen und Herren mit ihren Stickern! Ich komm dann hinterher und sag Dir wieviel wirklich bei der DB als Führungskraft arbeiten.

Da hätte ich auch keine Lust drauf, weil dann zig Leute ankommen und nach Anschlusszügen fragen, von denen man selbst nicht weiß, ob diese erreicht werden.


Von den "Anzugträgern" ist mir bis auf Robert Etmans nur einer in angenehmer Erinnerung geblieben: Der Leiter Strategie Transport und Logistik bei der DB ML AG, sonst niemand (die Chefs aus dem Berliner Regionalbereich mal ausgenommen).


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