Interessanter Artikel in der Welt (Allgemeines Forum)

liebe70, Samstag, 20.11.2010, 16:50 (vor 5637 Tagen) @ Andi L.
bearbeitet von liebe70, Samstag, 20.11.2010, 16:52

Welt online

Aus dem Artikel:

...das Übel ist ein ziemlich grundsätzliches: Es hapert am Dienstleistungsgedanken, vor allem in den Zügen. „Was die Servicementalität angeht, müssen wir deutlich besser werden“, sagt Birgit Bohle.

Das liegt aber nicht am Personal, was in den Zügen arbeitet, sondern an den Gestalten, die uns Testkunden mit schwachsinnigen Vorgaben auf den Hals hetzen - und bei der Auswertung eine Null-Fehler-Toleranz fordern. Das funktioniert nämlich nicht. Wenn ein Zugbegleiter etwas länger als die 30-Minuten-Vorgabe braucht, um beim Testkunden zu sein, dann gilt dieser Zielwert als nicht erfüllt. Dabei ist es unerheblich, aus welchem Grund der Zub so spät da ankommt. Das kann es wohl nicht sein. Genauso schwachsinnig ist es, wenn ich zu meinem Chef zitiert werde, weil ich im Oktober in einem IC zwischen A und B keine Fahrkartenkontrolle gemacht habe - und dieses angeblich ein "Testkunde" feststellte. Nur war erstens der vermeintliche Testkunde ein DB-Mitarbeiter aus einer der Chefetagen, zweitens war Ferienanfang in diversen Bundesländern und der Zug brechend voll und drittens war es das erste und einzige Mal, daß ich mich mal setzen konnte.

...Film ab: Ein Dreh mit Zugbegleitern zeigt die ungeschönte Bahn-Welt, das Zugpersonal berichtet über seinen Alltag. „Bahn-Mitarbeiter setzen sich einfach und belegen Plätze, obwohl zahlende Kunden dadurch stehen müssen“, klagt eine Zugchefin in dem Streifen. „Wir haben immer wieder Probleme, mit Mitarbeitern, die selbst nach Aufforderung nicht aufstehen wollen“, ergänzt ein anderer Zugbegleiter.

Das sind vor allem die bei der DB quereingestiegenen BWL-Schnösel, die sowieso keine Ahnung von der Bahn haben. Da kommt es dann zu Situationen, wo ein Zug für freifahrtnutzende DB-Mitarbeiter gesperrt ist - und o.g. Schnösel eine BC25First zückt, um so seine Fahrkarte zu bezahlen - und auch Sitzenbleiben zu wollen. Hatte nur Pech, daß er an mich geriet.

Das fahrende Personal der Bahn fordert unisono: „Es muss etwas passieren.“ Dann ist der Film zu Ende.

Korrekt, aber wenn es nur bei der lächerlichen Maßnahme wie weiter unten erwähnt ist, dann wird das nix.

...Schweigen in der Runde nach den Szenen mit dem Zugpersonal und den Klagen über widerspenstige Kollegen. „Da ist ein Problem in den Köpfen“, sagt Personenverkehrsvorstand Homburg.

Klar, bei den Bonzen.

Ein anderer Manager in der Runde spricht von „Härtefällen“, ...

Die übliche und typische Ausrede von einem der das Problem im Kopf hat.

...es reiche doch, die Namen der schwarzen Schafe zu notieren, die ihren Platz nicht freigeben wollten.

Gibts schon. Eine Meldung via Zugbericht, die entsprechend codiert ist: "Sitzplatzfreigabe durch DB-Mitarbeiter verweigert". Nur solange das Zub nicht von seinen Vorgesetzten unterstützt wird...

Ein Dritter warnt davor, Zugbegleiter zu „Ersatzdiensten der Bundespolizei“ heranzuziehen.

Nochmal Schwachsinn. Naja, man sieht, wer hier ein Problem im Kopf hat.

„Einige im Management glauben, für sie gelte es nicht, den Platz zur Verfügung stellen zu müssen“, heißt es.

Eben.

Ein Maßnahmenpaket ist schnell geschnürt: Der Bahn-Chef wird einen Brief schreiben, in dem er alle Mitarbeiter auffordert, bei Bedarf ihren Sitzplatz zu räumen. Außerdem wird eine entsprechende Broschüre erstellt.

Lieber Herr Vorstandvorsitzender, auch wenn Du hier nicht mitliest, aber das gibts schon. Dein Vorgänger H.M. hatte sowas schon vor längerer Zeit in Auftrag gegeben. Die Broschüre wurde jedem DB-Mitarbeiter in die Hand gedrückt und war auch in der "Bahnwelt" drin. Die Broschüre gibt es auch als pdf-Datei im BKU-Netz. Wenn Du also das hier noch einmal durchziehen willst, dann schmeißt Du Geld raus.

Und Mitarbeitertickets bekommen einen mahnenden Hinweis aufgedruckt.

Das wäre in der Tat neu.

Gruß, Ralf
(der die Broschüre als Druckstück und pdf-Datei hat)

PS: Wann bekommen wir Zub endlich mal ein vernünftig funktionierendes MT, was nicht so unendlich lahmarschig bei manchen Prozessen wie der Onlineticketkontrolle ist?


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