Herzlichen Dank und Kommentar(e) (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Sonntag, 16.06.2024, 13:25 (vor 641 Tagen) @ Tobs

Zu sehr vernünftigen Preisen gibt es Pintxos mit hoffentlich frischem Fisch.

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OT: Was ist das bitte auf dem rechten Teller, was wie ein Stück Apfelkuchen aussieht?

Das ist ein Stück Tortilla, also ein Omelette mit Kartoffelstücken und ein klassisches spanisches Frühstück. In Deutschland gibt es regelmäßig recht ordentliche Tortilla, wenn spanische Woche bei Lidl ist.

Offensichtlich hält sich auch der spanische Binnenerkehr von/nach San Sebastián in Grenzen, obwohl es ja doch eine - auch für spanische Verhältnisse - größere Stadt zu sein scheint, von der mutmaßlichen Bedeutung für das (gesamte, also französisch-spanische) Baskenland ganz zu schweigen. (Auf französischer Seite, so entnehme ich es Deinem Bericht, dürfte es ähnlich aussehen.) Dennoch wundert es mich, dass vor diesem Hintergrund, da (staats-)grenzüberschreitend, keine EU-Fördergelder für ebd. Verkehre zu fließen scheinen. Ich meine mich an noch - und diese Vergangenheit ist noch relativ nahe - daran zu erinnern, dass häufig von französischer Seite bis Irún (bzw. vice versa bis Hendaye) gefahren wurde. (Die beiden Städte wirken ja fast schon so, als wären es zwei Teile einer Stadt.)

Nach Irun dürfen die TGV Duplex angeblich aus irgendwelchen technisch-rechtlichen Gründen (Lichtraumprofilüberschreitung oder so) nicht fahren. Der Fahrplan auf der RENFE-Strecke ist tatsächlich ziemlich dünn. Im Nahverkehr ist das wegen der Parallelführung zum Euskotren, der mit hoher Taktung fährt nicht besonders tragisch, für den Fernverkehr natürlich schon. Im Vergleich zum sehr überschaubaren Fahrplan ins nochmal deutlich größere Bilbao braucht überrascht das aber nicht. Die große Bahnhofshalle von Bilbao-Abando ist ziemlich ausgestorben, wie dir vielleicht auf dem Bild im ltzten Teil aufgefallen ist. AUßer den drei S-Bahnlinien fährt kaum etwas.
Wenn das baskische Y in einigen Jahren fertig ist, wird sich das Fahrplanangebot hoffentlich bessern, dann vielleicht sogar durchgehende Züge nach Frankreich.

Sehr schon übrigens auch zu sehen, dass Euskotren sich bewusst für die baskische Sprache entschieden hat, wenn ich mir auf eine (inferieure) Coexistenz mit der jeweiligen Amtssprache des Landes gewünscht hätte. Touristisch, den Bildern mit dem, trotz des Wetters überschaubaren, Andrang an den Stränden zu urteilen, ist es wohl aber auch (noch) kein Hotspot.

Ich glaube, San Sebastian ist schon ein ziemlicher Touri-Hotspot, auch innerhalb Spaniens. Mitte Oktober ist aber einfach keine Strandsaison mehr, selbst in Spanien. Im Norden an der Atlantikküste ist es da eigentlich nicht mehr so warm. Früher am Tag war auch noch mehr los.

Noch ein persönlicher Kommentar, da Du die tragische Geschichte des Baskenlandes mit Hitler (und Franco) gestreift hast: Ich kann mich noch an meinen verstorbenen Erdkundelehrer erinnern, der vor ebd. Hintergrund erzählte, dass wenn man als Deutsche*r, so man nach den Weg fragte, per Handzeichen mit den Worten Francia! eine Antwort bekam. Umso schöner heute zu erfahren, dass man inzwischen (der Geschichte ungeachtet) willkommen geheißen wird, denn das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit (und sollte auch nie in Vergessenheit geraten, auch wenn die Erinnerung schmerzlich ist).

Spannende Anekdote von deinem Lehrer. Die Verbrechen, die die Luftwaffe dort angerichtet hat, dürfen nie vergessen werden, aber für meine Generation ist das doch schon ziemlich weit weg. Ich bin aber auch nicht direkt damit hausieren gegangen, dass ich aus Deutschland bin. Keine Ahnung, ob und wie stark man das an meinem Akzent raushört. Dort wo man den (Studenten-)Ausweis vorzeigen muss (Museumskasse und Hostelrezeption) werden die Mitarbeiter vermutlich nicht ausfällig.


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