"Kidnapping" Fahrt (Allgemeines Forum)

FrequentRailer, Montag, 10.06.2024, 19:42 (vor 2 Tagen)

Am letzten Donnerstag ereilte mich eine der merkwürdigsden und definitiv die langsamste Fahrt meines Lebens. Ab 10:30 los mit Umstieg in Ulm und München sollte es nach Lutherstadt Wittenberg gehen. Nach dem letzten Umstieg in München wähnte ich mich sicher, was soll den noch passieren, wenn man im letzten Zubringer sitzt?
Nun die Fahrt ging skuril los, weil wir die Fahrtrichtung wechseln mußten, da der Lokführer in einer Richtung keine Klimaanlage hatte. Kein großes Ding, kostet aber einige Zeit auf einem Nebengleis. Dann gab es eine eher normale Fahrt bis Leipzig. Da das der nächste Kopfbahnhof war, stand danach ein weiterer Richtungswechsel auf einem Nebengleis an, da hatten die beiden Wechsel schon eine Stunde Verspätung gekostet. Nun was solls darüber rege ich mich nicht auf, bei 6h Fahrt rechne ich schon mit 8h und habe dabei was ich da so brauchen könnte.
Nun hatten wir also hinter Leipzig in Delitzsch den Richtungswechsel erfolgreich hinbekommen und ich war fast da, von Leipzig bis Wittenberg kommt man ja kaum zum blinzeln im ICE ;-)
Nun die Überraschung, eine Ansage wir müßten in Bitterfeld halten und abwarten was die Leitstelle sagt. Da standen wir einige Zeit fuhren dann eine Umleitung (wegen Oberleitungsschaden) über Dessau nach Berlin Südkreuz, der Halt Wittenberg entfiel. Das "Lustige" jedoch war, das auch diese Umleitung über Wittenberg führen sollte. Jedoch war es den Zugbegleitern nicht möglich eine gute Lösung zu finden, kein Stop in Dessau und keiner in Wittenberg. Es sei eben nicht möglich. Da bin ich mir etwas übervorteilt vorgekommen und habe ohne Aufpreis die Fahrt nach Berlin genossen. Dort angekommen, gab es paar Minuten später einen Anschluß zurück nach Wittenberg.
Was nun folgte hat mir schier einen Nervenzusammenbruch beschert - wir waren 10 Minuten unterwegs, kam die Durchsage, wir würden nicht in Wittenberg halten. Wir sind dann wegen Verkehr im Stop an Go gaaanz langsam zurück nach Bitterfeld.
Und so kam es das ich nach über 3 Stunden nach Bitterfeld wieder genau da war. Es gab im Zug keine Hilfe und Ansage wie man nach Wittenberg kommen könnte. Am Bahnhof Bitterfeld gab es keine Bahn Mitarbeiter keine Infos und nichts zu kaufen. In Wittenberg stand dann wohl auf der Anzeigetafel es gäbe einen Bus Ersatzverkehr. Jedoch wußte gegen 21:00 niemand etwas davon.
Dann bin ich eben erstmal zu lokalen Supermarkt getingelt und wieder ein paar Vorräte zu bekommen. Kurz nach 22:00 sind dann tatsächlich S Bahnen in die Richtung gefahren. Ich habe jedoch auf meine Partnerin gewartet, die daselbe Schicksal aus Hamburg kommend ereilte. Nach 23:30 traf sie dann auch ein und wir fanden auf dem Vorplatz tatsächlich den Bus Ersatzverkehr, der auch noch ganz witzig wurde. Also war meine Abfahrt 10:30 und am Zielbahnhof war ich dann 0:30. Wenn ich die S Bahn genommen hätte wäre es auch nach 23:00 geworden.
Nun frage ich mich warum die Bahn solche Kidnapping-artige Fahrten macht. Wenn man eh über den eigentlichen Halt umeleitet, muß es doch eine Möglichkeit geben dort einen kurzen Nothalt durchzuführen. Oder eben in Dessau oder Piesteritz – ja da sind wohl die Bahnsteige zu kurz, aber es geht doch sonst auch das man die Austiege nur teilweise freigibt. Obwohl dieses Jahr eigentlich keine Fahrt pünktlich ist, nehme ich das mit Ruhe und mir ist auch klar, das die Bahn und die Menschen da oft wenig tun können. Doch dieser Fall macht mich wütend, wass für ein elendiges Versagen an diesem Tag! Danke für die Aufmerksamkeit :-)


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