Beliebtheit Karlsruhe - Straßburg (Fahrkarten und Angebote)

Ludo, Niedersachsen, Freitag, 31.05.2024, 17:22 (vor 51 Tagen) @ Mike65

Das Nadelöhr scheint dabei immer der Abschnitt Strassburg-Karlsruhe zu sein. Warum ist gerade der so hoch ausgelastet bzw. wer bucht hier Tickets Wochen im Voraus? Interessanterweise geht es inzwischen wieder, allerdings auch nur Flexpreis. Daher habe ich zu meinem Flugticket bei Air France für einen geringen Aufpreis eine Verlängerung bis Strassburg gebucht.

Als jemand, der des öfteren nach Straßburg reist, kann ich dir das tatsächlich beantworten:
Wenn man beispielsweise aus Norddeutschland nach Straßburg reisen möchte, wäre es im Normalfall gut machbar, die reservierungspflichtigen TGVs / ICEs zu umgehen und somit Kapazitäten für Reisende nach Paris / Marseille freizuhalten. Leider sind die Alternativen - gelinde gesagt - suboptimal:

Nimmt man die ICEs der Linie Hamburg - Schweiz, muss man in Baden-Baden und Appenweier umsteigen, da diese ICE-Linie nicht in Offenburg hält. In Baden-Baden hat man 5 Minuten Umstiegszeit mit Bahnsteigwechsel, das ist zum Scheitern verurteilt. In Appenweier hat man darüber hinaus einen langen Fußweg vom eigentlich Bahnhof zum Haltepunkt, von dem aus die Züge nach Straßburg verkehren. Der Zug ist ab Offenburg oft bereits so voll, dass man in Appenweier nur noch Stehplätze zu bekommen sind (wenn überhaupt).

Nimmt man die ICE-Linie Berlin - Schweiz, kann man zumindest schon mal in Offenburg umsteigen. Leider wartet der SWE-Zug überhaupt nie auf den ICE, wenn dieser verspätet ist. Wie oft habe ich das erlebt: Zwischen Frankfurt und Offenburg wurde fleißig Verspätung aufgebaut, prognostizierte Ankunftszeit dann letzten Endes XX:34. Man sieht den SWE noch am Bahnsteig stehen, hechtet in die Unterführung, dort hört man dann das Motorengeräusch des abfahrenden SWE, wie er exakt um XX:35 den Bahnhof verlässt. Nächster Zug: in einer Stunde, und dieser war dann noch voller. Ich hatte den Zug extra beim Zugpersonal vormelden lassen, der Anschluss wurde jedoch - wie eigentlich immer - abgelehnt.

Das eingesetzte Wagenmaterial ist darüber hinaus eine Katastrophe und vollkommen unterdimensioniert (2x Walfisch oder 2x Regioshuttle), es gibt keine 1. Klasse und in den Regioshuttles nicht mal Toiletten.

Ein weiteres Manko ist die fehlende "Durchbuchbarkeit" bei Nutzung des Regionalverkehrs. Bei einer Fahrt FV - Offenburg - NV - Straßburg - FV sind (um den besten Preis zu erzielen) drei (!) separate Fahrscheine erforderlich. Für viele nicht wirklich praktikabel. Von fehlenden Fahrgastrechten möchte ich gar nicht anfangen.

Und so nehmen dann letzten Endes doch viele die komfortablere Variante mit dem reservierungspflichtigen Fernverkehr, auch wenn dies i.d.R. teurer ist.

Neben der Stadt an sich ist Straßburg ein beliebter Umsteigebahnhof für Reisen von Deutschland nach Südfrankreich oder Spanien.

Zusammengefasst: Der Reisendenstrom in den TGVs zwischen Karlsruhe und Straßburg ließe sich im Normalfall einfach auf andere Züge verteilen, wenn die Alternativen attraktiver und zuverlässiger wären.

Wenn es in Zukunft ebenso nervig mit dem Ticketkauf bleibt, werde ich notgedrungen zwischen F und D wieder auf das Flugzeug wechseln.

Das ist schade, aber ich kann deine Gründe voll verstehen.

Gruß, Ludo


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