Anrecht auf Sitzplatz im Familienbereich (ÖBB/DB)? (Allgemeines Forum)

Ludo, Niedersachsen, Samstag, 09.03.2024, 20:29 (vor 917 Tagen) @ Holger2

Hallo,

kann ich nicht nachvollziehen. Der Familienbereich ist als solcher klar gekennzeichnet. Ich meine, ich setze mich auch morgens dorthin, wenn keine Familien unterwegs sind, weil dieser Bereich einfach auch angenehm gestaltet ist, und nahe beim Ausgang. Klar ist aber, dass man dann im Zweifel eben aufstehen muss.
Reservierungen sind im Familienbereich ohnehin nur mit Kindern möglich.
Ich finde Bernardo hat es auf den Punkt gebracht. Es geht eben nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme. Und ein Alleinreisender kann im Zweifel auch leichter stehen oder im Eingang sitzen, als eine Familie mit Kindern.

Absolut!
Gegenseitige Rücksichtnahme ist das entscheidende Stichwort. Die entsprechenden Bereiche sind für die jeweilige Personengruppe vorgesehen und sollten entsprechend freigegeben werden. Wenn aber augenscheinlich keine Nachfrage erkennbar ist, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, sich dort hinzusetzen. Eben immer mit der Bereitschaft, im Bedarfsfall aufzustehen. Im IC 2 habe ich auch gelegentlich gerne einen Rollstuhl-Begleitplatz im Unterdeck des Wagen 1 genutzt: Viel Ruhe und viel Beinfreiheit.

Die Buchung des Kleinkindabteils finde ich übrigens jetzt besser gelöst als vorher. Beispiel: Man möchte eine Verbindung mit drei verschiedenen ICE-Zügen nutzen. Nur bei einem der drei Züge ist das Kleinkindabteil verfügbar. Beim alten Buchungssystem konnte man, wenn man das Kleinkindabteil haben wollte, keine anderen Wünsche angeben. D.h. die Sitzplätze in den anderen zwei ICE-Zügen wurden komplett willkürlich zugewiesen (teilweise auch im Ruhebereich :-/), ohne dass man Einfluss darauf hatte. Oder man hätte das Kleinkindabteil in Zug 1 nicht nutzen können.

So wie es jetzt gelöst ist finde ich es besser. Eine große Gefahr durch Missbrauch durch andere Reisende sehe ich nicht, ehrlich gesagt. Zum einen erscheint der entsprechende Hinweis bei der Sitzplatzauswahl. Zum anderen hätte auch vorher jemand einfach ein Kind 0-5 Jahre hinzufügen können, kostenmäßig wären hier ja keine Nachteile entstanden.

Probleme hatte ich bei Reisen mit meiner Kleinen bisher nie. Beispiel: Ich hatte das Kleinkindabteil in einem ICE auf der Linie 26 gebucht. Statt des ICE-T kam dann jedoch ein Ersatz-IC. Also in Wagen 10 (Bvmsz) eingestiegen. Kleinkindabteil besetzt (mit kleinem Kind, also alles gut), nächstes Familienabteil auch mit einer Familie. Im nächsten Familienabteil saß eine einzelne Person. Ich schilderte kurz und freundlich, dass ich das Kleinkindabteil im ICE reserviert hatte und nun nicht wüsste wohin mit der Kleinen (sie war damals 1 Jahr alt). Daraufhin hat die Person uns ohne jegliche Diskussion das Abteil überlassen.

Was viele sich heute nicht mehr vorstellen können: Menschen können miteinander kommunizieren, ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern. Im Gegenzug können Menschen auch aufeinander Rücksicht nehmen. Wenn ich alleine reise und eine Stunde vorher auf der Strecke ein ICE komplett ausgefallen ist, lasse ich das 85-jährige Ehepaar selbstverständlich auch nicht im Gang stehen und beharre auf meinem reservierten Sitzplatz. Umgekehrt würde ich bei einer Reise mit kleinem Kind und verpasstem Anschluss auch erwarten, dass man mir einen einzelnen Sitzplatz anbietet. Mit gegenseitiger Rücksicht lassen sich so viele Dinge so einfach lösen.

Gruß, Ludo


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