100% sind nicht einmal in der Theorie möglich (Allgemeines Forum)

Aphex Twin, Dienstag, 13.02.2024, 19:15 (vor 942 Tagen) @ ICETreffErfurt
bearbeitet von Aphex Twin, Dienstag, 13.02.2024, 19:15

Es ist unmöglich eine Pünktlichkeit von 100% zu erreichen.

Denn jedes Bauteil eines Zuges, Stellwerkes oder an der Strecke hat eine gewisse technisch bedingte Ausfallrate. Man kann technische Defekte nie ausschließen sondern sie nur so gut es geht, und soweit es wirtschaftlich vertretbar ist, minimieren. Dazu kommen noch unvorhersehbare Störungen durch Tiere oder Personen an oder auf der Strecke, medizinische Notfälle in den Zügen, Naturkatastrophen oder einfach Verzögerungen durch Fahrgaststau beim Ein- und Ausstieg oder durch Leute die noch Türen aufhalten oder mutwillig den Bahnbetrieb stören. Außerdem hat jeder Mitarbeiter eine persönliche Restfehlerquote, die zu Störungen im Bahnbetrieb führen.

Selbst in der Schweiz ruft man keine 100% Pünktlichkeit aus, weil das Ziel einfach unrealistisch und nicht mal in der Theorie überhaupt erreichbar ist. Wenn man alle Faktoren der Wahrscheinlichkeit nach einbezieht und eine theoretische Simulation macht, kommen theoretisch berechenbare Werte von zwischen 92 und 97% an Gesamtpünktlichkeit des System heraus. Ohne externe Faktoren sind theoretisch Werte von bis zu 98% erreichbar.

Für ein so großes und komplexes Netz sollte man langfristig einen Wert von 90% für das Gesamtsystem und 95% für kleinere Teilsysteme anstreben. Das wäre realistisch und auch tatsächlich erfüllbar. Mittelfristig sollte man wenigstens wieder in die 80+%-Region kommen.

Wobei aus einer Pünktlichkeit von Zügen von 90 bis 95% (mit einem 3 Minuten-Kriterium) eine Reisenden- bzw. Umsteigepünktlichkeit in der Schweiz von 99% werden kann (bei generell eher knappen Umsteigezeiten). Hier gilt am Ende dass eben ein Paar Minuten Verspätung die meisten nicht stören wenn daraus dann keine größeren finalen Verspätungen.


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