Mehr Geld ist nicht die Lösung - weniger Stunden auch nicht (Allgemeines Forum)

sibiminus, Mittwoch, 24.01.2024, 15:20 (vor 802 Tagen) @ gnampf

Der einzige Unterschied wäre das ggf. ein paar Mitarbeiter mal vors Arbeitsgericht ziehen müssten, bis die DB merkt das sie keine Chance hat und das einfach so anerkennt.

Das ist aber keine Erhöhung der Attraktivität von Schichtarbeit, wenn man im Zweifel erst seinen Arbeitgeber verklagen muss. Deswegen sind die Forderungen eben nicht rein monetär, auch wenn du das bestreitest. Mit der Argumentation könnte man von gesetzlichen Grenzen mal abgesehen auch sagen "arbeite 24/7, verdiene unendlich" weil Arbeits-, Ruhe- und Freizeiten rein monetäre Forderungen sind. Jede Forderung hat immer einen monetären Wert, geschenkt, aber Freizeit ist gerade für Schichtarbeitende nicht unbedingt immer mit Geld aufzuwiegen.

Und bei dem Gang könnte die GDL ihren Mitgliedern ja helfen, und schon kann man sich den Punkt bei den Verhandlungen sparen und muß ihn vor allem nicht mehr als K.O.-Kriterium vorbringen.

Ich habe keine Ahnung welche Hilfeleistung die GDL in diesem konkreten Beispiel gewährt, jedenfalls haben die - wie jede andere ernstzunehmende Gewerkschaft auch - ganz grundsätzlich nicht nur Beratung durch die Gewerkschaftssekretäre, sondern auch einen Rechtsschutz. Wie kommst du darauf, dass das nicht genutzt wird?

Das wäre dem Gericht wohl Wurscht, oder eher ein Argument gegen die DB.

Ich habe das auch bezogen auf deine Aussage dass Arbeitszeitabsenkung kaum genutzt werde weil mit Lohneinbußen verbunden. Wie du darauf kommst ist mir weiterhin unklar, aber der Punkt den ich machen wollte ist der, dass anstelle sich vor Gerichten zu streiten einfach ein attraktiverer Arbeitgeber freie Stellen hat. Die zumindest anekdotisch evidente hohe Fluktuation spricht für mich dafür. Ich weiß aber nicht, ob eine objektiv erfasste Fluktuationsquote bei der DB nun in Vergleich zu anderen EVU oder auch anderen Branchen hoch oder niedrig wäre.

Nun zieht man vors Arbeitsgericht und fechtet die Ablehnung an. Kann die GDL bei unterstützen.

Womit aufgezeigt ist, wie dringend Verbesserungen her müssen. Mit solchen Zuständen, seinen Arbeitgeber im Zweifel verklagen zu müssen, gewinnst du keinen Blumentopf. Empfindest du das als attraktiv?

Das heißt ein Lokführer mit EVG-Vertrag beschwert sich im Rahmen der GDL-Streiks, obwohl er weiß das sich durch die GDL-Streiks für ihn gar nichts ändert?

Welcher Tarifvertrag einschlägig ist, ist nicht erkennbar. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die GDL einen offenen Brief auf ihrer Seite veröffentlicht welcher ihre eigenen Abschlüsse und Tarifverträge infrage stellt.

Nun, wenn das im Rahmen der GDL-Streiks hochkommt, und das war zumindest bei dem was ich gelesen hatte, dann sollte man auch davon ausgehen das für diese TF entweder der GDL-Vertrag gilt, oder sie erwähnen das sie dafür kämpfen das er bei ihnen gilt, weil in ihren Augen dann alles viel besser und toller würde.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Schau dir die Forderungen genau an. Etwa zwanzig Slides, eine halbe Stunde. Zum TEG besteht auch eine Forderung.

Ist die 48h-Ruhe ein K.O.-Kriterium für Weselsky? Ich hab immer nur gehört es wird nicht verhandelt solange die DB nicht über 35h und Verträge für Stellwerker reden will.

Das kann dir nur Weselsky beantworten. Die 5-Schichten-Woche ist auch eine bestehende Forderung, die du vermutlich auch als rein monetär ansiehst?

Die 35h sehe ich weiter als rein monetär an, denn wie gesagt, bei der DB als Arbeitgeber sehe ich für den Arbeitnehmer sehr gute Erfolgsaussichten um sich die 35h im Zweifel einzuklagen.

Betrachte es als was du willst, die GDL hat mehrfach erklärt die Attraktivität von Schichtarbeit mit ihren Forderungen erhöhen zu wollen. Achtung hängende Schallplatte: wurde auch im verlinkten Video zur Vorstellung der Forderungen so mehrfach gesagt.

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"Diese Preise sorgen dafür, daß die Bahn an anderer Stelle immer mehr rationalisieren und einsparen wird. Nicht oben in den Höhenluftbüros, nein, unten an der Basis auf dem Bahnsteig oder im Zug. Am Fahrkartenschalter. Bei den Ansagen." ~ Alibizugpaar


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