Fdl entscheidet nicht über Reihenfolge der Züge (Aktueller Betrieb)

rheinbahn95, Düsseldorf, Mittwoch, 05.07.2023, 23:26 (vor 1075 Tagen) @ Proeter

Kann denn der Disponent nicht auch überlastet sein? Ich meine, außerplanmäßige Überholungsentscheidungen kommen ja nicht so oft vor; daher nehme ich an, dass ein einziger Disponent für unzählige potentielle Abwägungsentscheidungen zuständig ist. Wenn dann mehrere davon in kurzer zeitlicher Abfolge zu treffen sind, dann wird vielleicht einfach mal unpräzise oder auf Vorrat entschieden? Wann z.B. erfolgt die Entscheidung, ob in Leverkusen Mitte überholt wird? Der Gleiswechsel für den RE wird jedenfalls meistens erst ca. 1 Minute vor Einfahrt in die Auskunftssysteme eingespielt.

Außerplanmäßige Überholungen finden am laufenden Bande statt, aber das ist ja genau das, wofür die Zugdisponenten da sind. Klar kann denen auch mal einer durchgehen oder aktiv eine Fehlentscheidung getroffen werden, aber die Mitarbeiter sind nicht immer überlastet, wobei natürlich bei angespannten Betriebslagen das deutlich mehr eine Rolle spielt und dann eventuell auch mal eine Überholung nicht durchgeführt wird, weil gerade eine andere Strecke im Fokus ist. Das größte Problem dürfte sein, dass die Zuständigkeitsbereiche zu groß sind.

Das Thema mit den Gleiswechseln würde ich eher auf Eingabe nicht möglich oder Fahrdienstleiter hat ihn schlichtweg nicht eingeben schieben, dann kommt er erst mit Einfahrt des Zuges. Die Entscheidung der Überholung fällt aber meist schon deutlich früher.

Das hatte ich auch schon einmal wohlwollend vermutet, aber was soll das zwischen Volksgarten und Hbf Gl. 14 sein? Du kennst ja die Örtlichkeiten. Die beschriebene Beziehung ist ja ziemlich isoliert, weil rechts davon die FV in Gegenrichtung verkehrt und links davon die S8/28, auf deren zeitgleiche Einfahrt mit S6/S1 der Gleisplan gezielt ausgelegt wurde.
In welcher Situation würde das Gleis 14 als Durchrutschweg gebraucht, so dass die S1/S6 vom Volksgarten nicht abfahren darf?

Aus meiner Erfahrung hängt das öfter mit der S11 zusammen, die ja dann von Gleis 13 auf die S-Bahn-Gleise der S1 und S6 wechselt. Durch Verspätungen passiert das doch relativ häufig. Bis die S11 dann weg ist, alle Weichen umgelaufen sind, etc. dauert es dann häufiger mal. Das Thema D-Weg war mehr auf die Berliner die in 19 und 20 enden bezogen.

Gibt es das wirklich nicht, dass ein Fdl einfach gerade keine Zeit hat, die Einfahrt zu erlauben, auch wenn alle betrieblichen Voraussetzungen erfüllt sind?

Das wird auch vorkommen, ganz klar. Ich würde aber mal vermuten, dass ein Stellwerk wie Düsseldorf mit Kennziffern arbeitet und da im Regelbetrieb wenig von Hand gezogen wird.


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