Mittelstreckenrakete (Reiseberichte)

плацкарт, Samstag, 27.08.2022, 10:17 (vor 1301 Tagen) @ Administrator

Ich habe das 9-€-Ticket ca. 5 mal benutzt, um damit in der angrenzenden verbundfreien Pampa sorgenfrei Zug und Bus zu fahren. Dort hat es sich aufgrund der dünnen Besiedlung, der langen Strecken und verhältnismäßig schnellen REs gelohnt.

Geplante Reisen in die Ferne mit zweistelligen Reisezeiten habe ich gecancelt, weil der Masochismus nicht stark genug war. Durch die Konzentration auf Mittelstrecken habe ich private Fernreisen in die dunkle Zukunft ohne 9€ verschoben.

Mehrere belastende Stunden in überfüllten Zügen habe ich mir eingehandelt - das war zu erwarten und wird nicht in Meckern umgesetzt. Ich habe mir mehr als sonst Gedanken über das Funktionieren von Anschlüssen gemacht.

Der einschränkende Faktor um mehr zu reisen bleibt die eigene Lebens- und Freizeit. Auch 5-€-Ryanair-Flüge und 13,45€-BC25-ICE-Reisen mit vollen Fahrgastrechten erfordern Kraft, Zeit und einen Mehrwert am Ziel oder wenigstens auf dem Weg.

Interessant finde ich die Frage nach der Sozialstruktur des Reisendenmixes. Gab es eine Verprollung, eine Verjüngung der Reisenden oder eine "Entjungferung" von 100-%-Autofahrern? Wurde die Musik lauter gespielt, mehr auf dem Klo gequalmt oder war 9€ das Hambacher Fest mit tausendfacher Teilnehmerzahl? War es ein Elitenspektakel für Bewohner bahnhofsnaher Innenstadtbezirke?

Werden die Grünen politisch profitieren oder wird es mit dem Scholz der Scholz-Ära assoziiert werden?

Psychologisch finde ich interessant: Das Schuldgefühl zur ausgiebigen Rufbusnutzung wird durchs 9€-Ticket stärker. Diesel kostet nicht wenig und der persönliche Chauffeur muss am Sonntag bezahlt werden..


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum