Reiseberichte "9-Euro-Ticket" (Reiseberichte)

Arlbergkrokodil, Freitag, 26.08.2022, 15:08 (vor 1302 Tagen) @ Administrator

Alle drei Tickets Ende Mai gekauft und jeden Monat genutzt.

Ein paar Kurzstrecken per S-Bahn hier im Hamburger Süden, Bus/Bahn im Raum Freiburg, und im Urlaub auf Usedom die Usedomer Bäderbahn für 2 kurze Fahrten genutzt.

Längere Strecken:

HH -> Lübeck -> Puttgarden und zurück. Ab 01.09. geht ja da für 7 Jahre (geplant) gar kein Zug mehr wg. Fehmarnbelt-Tunnelbau, also schnell noch mal fahren.

S-Bahn nach Stade (Fahrradmitnahme), per Fahrrad zurück an der Elbe

S-Bahn nach Stade (Fahrradmitnahme), per Fahrrad nach Wischhafen, Elbfähre nach Glücksstadt (nicht 9€), am nördlichen Elbufer zurück nach HH

HH -> Kiel -> Flensburg -> Rendsburg -> HH, jeweils 1Std Kurzbesichtigung Kiel, Flensburg, Rendsburger Hochbrücke mit Schwebefähren-Fahrt

HH -> Kiel -> Eckernförde -> Klein Waabs (Bus). Hab dort das Gelände der ehemaligen Flugabwehrraketenstellung aus meiner Wehrdienstzeit und die Umgebung, von der ich damals nichts gesehen hatte, angeguckt (Ostsee-Steilküste).

2x HH <-> Cuxhaven (Strand)

1x HH <-> Westerland/Sylt (Strand)

2x die Rückfahrt (Hinfahrt ICE/IC) von Denzlingen nach Hamburg, über Koblenz-Duisburg-Bremen. Geplant waren jeweils etwa 13h, hat natürlich aus unterscheidlichsten Gründen deutlich länger gedauert.

FAZIT:
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Thema angestrebtes Ziel:
Das 9€-Ticket wurde bei der Einführung damit beworben, dass man Leute aus dem PKW in Bahn und Bus bringt, und die hoffentlich danach auch weiterhin den ÖPNV nutzen.
Ich selbst habe keine einzige 9€-Fahrt gemacht, für die ich sonst den PKW genutzt hätte, stattdessen einige Kurzstrecken per S-Bahn statt Fahrrad zurückgelegt. Und zweimal Regionalzüge statt ICE genutzt. Und die Mehrzahl der 9€-Fahrten waren Strecken, die ich sonst wohl nicht gefahren wäre, jedenfalls nicht in diesem Sommer.
Von den Mitreisenden, mit denen ich über das 9€-Ticket in's Gespräch kam, waren viele davon sehr angetan, und haben meist ebenfalls (zusätzliche) touristische Fahrten unternommen, aber keiner sagte, dass er in Zukunft öfter den ÖPNV nutzen wollte, eher im Gegenteil (wg. der Erlebnisse in überfüllten Zügen).

Thema Mitreisende (L'enfer, c'est les autres):
Positiv: Trotz voller bis überfüllter Züge überwiegend nette Leute, hatte mehr Gespräche mit Mitreisenden als sonst, natürlich oft über das Thema 9€-Ticket.
Negativ: Eine Autodefenestration in Lahr-junger Mann tritt Scheibe ein und steigt auf diesem Wege aus. Haut dann nicht etwa ab, sondern irrt auch noch über die Gleise, so dass der Bahnhof komplett gesperrt wird; knapp 2Std. bis die (spät erschienene) Bundespolizei die Strecke wieder freigibt. Und zwei junge Männer im RE Kiel->HH, die zu zweit im Klo rauchen, Zwangsbremsung durch den Rauchdetektor.

Thema Bequemlichkeit:
Ich bin sonst mit BC25 (früher BC50) und einzeln gekauften Kurzstrecken/Tageskarten unterwegs. Das problemlose Nutzen aller ÖPNV-Verkehrsmittel mit nur einer Karte ist natürlich super.

Thema Wertschätzung:
Ich fürchte, durch den Preis von 9€ wirkt der übliche Preis für den ÖPNV (und Fernverkehr) besonders abschreckend hoch. Es ist zwar die Rede von Nahverkehr, aber eigentlich ist das 9€-Ticket eine BC100 2.Klasse, Produktklasse C (Nahverkehr ist doch eigentlich bis 50km). Und der faire Preis hierfür müsste normalerweise - rechnet man von einer BC100 2. Klasse die höhere Geschwindigkeit und den besseren Komfort raus - bei vielleicht 2000 € im Jahr liegen, nicht bei € 108, wenn man 9€/Monat zugrunde legt.


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