Reiseberichte "9-Euro-Ticket" (Reiseberichte)

Kavenio, München, Freitag, 26.08.2022, 12:58 (vor 1305 Tagen) @ Administrator

Aus BC 100-Nutzersicht zusätzlich mit 9-Euro-Ticket möchte ich mal ein differenziertes Bild zeichnen. Natürlich ist die hohe Auslastung im NV erst einmal ein Negativpunkt, wobei ich in aller Regel aber einen Sitzplatz finden konnte. Zumindest bei angemessener Zuglänge weiß man als Routinier ja, wo i. d. R. noch freie Plätze zu finden sind. Schwerwiegender ist das Problem der Fahrradmitnahme, das habe ich mir nach den ersten Erfahrungen beim Zu- und insbesondere auch Ausstieg an überfüllten Bahnsteigen dann nicht mehr angetan - und damit fehlt mir dann schon ein bedeutender Leistungsbestandteil einer BC 100.
Positiv sind aber ohne Frage zwei Aspekte: Zum einen kann mit Einbezug des FV auch weiter entfernte interessante Ziele ansteuern und dort das 9-Euro-Ticket einsetzen. Hierzu zählen für mich etwa die Harzer, sächsischen oder Meck-Pomm-Schmalspurbahnen, aber auch einfach Ziele dort, wo man Freizeit-Buslinien einfach nutzen kann, ohne langwierig prüfen zu müssen, ob das jetzt in einem Cityticket-Gebiet oder sonst wo liegt oder ob eine rote Konzerntochter die BC100 auf einer Überlandlinie anerkennt, auf einer anderen wegen Vollmond beim Tarifantrag oder was auch immer dagegen nicht. Und was natürlich schön ist - im Gegensatz zum 'einsamen' BC 100-Vergnügen konnte ich endlich Freunden und Bekannten mal Ziele in einem größeren Bahn-Radius näherbringen, gerade dort, wo es über Ländergrenzen geht - ohne 9-Euro-Ticket ein schieres Ding der Unmöglichkeit, will man nicht die Verarmung des Bekanntenkreises verantworten und/oder die Gefangenschaft im babylonischen Tarifwirrwarr riskieren. Von daher ist bei mir in den drei Monaten ein anderes, in manchen Dingen schlechteres, in Teilen aber auch besseres Reiseverhalten aufgetreten.

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Kavenio


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