NL: Berlin-Talgos wegen Boden auf 100 km/h beschränkt? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 14.12.2021, 10:10 (vor 296 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

während es in China vor allem schneller geht, in der Schweiz vor allem öfter geht und in Deutschland möglichst beide, droht hier in NL "weder noch". Grund dafür ist die mangelnde Bodenfestigkeit. 1, 2.

2 = Premium; Netzversion von was in meiner Papierzeitung steht; 2 verwendet 1 als Quelle.

Bereits heute verkehren auf dem Abschnitt Culemborg-Geldermalsen die "IC"s mit lediglich 100 km/h. Das ist fahrplantechnisch noch verkraftbar, erhöht aber die Empfindlichkeit für Verspätungen. Weniger lustig ist aber folgendes:

1. Zwischen Den Haag und Rotterdam soll der 15-Minutentakt "Sprinter" ein 10-Minutentakt werden (Verlängerung 10-Minutentakt Rotterdam-Dordrecht). Das sei aber mit dem heutigen butterweichen Boden nicht machbar.
2. NS möchte die zugelassene vmax Amsterdam-Utrecht zu 160 km/h erhöht sehen. Dann kann der ICE International diese vmax fahren, sowie die Inlands-"IC"s [1]. Auch das sei mit der heutigen Boden nicht machbar (200 km/h kann man hier schon vergessen).
3. 2017 musste der Bau von Bahnhof Zwolle Stadshagen abgesagt werden, weil der Boden das nicht hinbekommen würde.
4. Die "IC"s Utrecht-Leiden werden zur Zeit mit Sprinter-Triebwagen gefahren, weil diese leichter sind als die vorgesehene VIRM. Gut, diese "IC"s lassen nur Vleuten und 2 Halte in Utrecht aus, wären also eher REs und in DE fahren REs ja auch mit ET425, ET429 und ET440.
5. Die nightjets dürfen auf Utrecht-Arnhem aufgrund ihrer Masse nur 100 km/h fahren. Das bedeutet, dass der nightjet eine halbe Stunde mehr benötigt als ursprünglich geplant (Oscar (NL): wieso das denn?)
6. Aufgrund einer Dachsenbürcht bei Geffen darf auf der Strecke Den Bosch-Nijmegen der "IC" teilweise auch nicht schneller als 100 km/h fahren. Die Tiere untergraben das Gleisbett, sind aber durch einer Verordnung geschützt und dürfen also nicht "verjagt" werden.
7. Auch der private Nachtzug nach Prag ist gefährdet, weil er lokbespannt ist und dadurch eine höhere Maximalachslast hat. Das durfte auch so ein Grund sein, wieso fast alles hier in NL Triebwagen ist (Oscar (NL): wohl eher weil er soviele Wagen hat; Berlin-IC ist ja auch lokbespannt aber darüber höre ich wenig).
8. Die neue Talgos werden eine höhere Achslast haben als die aktuellen ICs und dürfen dann innerhalb NL nicht schneller als 100 km/h fahren. Diese Gedanke steht selbstverständlich quer auf die Gedanke, den Berlin-IC zu beschleunigen.

[1]: Das würde bedeuten:
a. die sechs Linien werden auf IC200 umgestellt; dafür reicht die bestellte erste Triebwagenserie nicht aus.
b. die VIRM werden für ERTMS Level 2 nachgerüstet; davon ist mir nichts bekannt.
c. die ATB wird für 160 km/h Betrieb fitgemacht; das wäre EU-gesetzwidrig (zumindest das Verfahren "code 147"; weitere Verfahren sind mir nicht bekannt).

Langer Zeit dachten wir, die Gleise und Oberbau seien Limitfaktor. Aber jetzt erreichen wir den Punkt, dass der Boden Limitfaktor wird. Vor allem dort, wo Ton (EN: clay, NL: klei) oder Moor (EN: bog, NL: veen) liegt (und das ist praktisch alles im Westen und Norden sowie rundum den grossen Flüssen Maas/Waal/Rhein).

Andererseits: der Boden in der chinesischen Yangtsekiang Delta ist auch butterweich und trotzdem jagen die Fuxing dort mit Tempo 300+ über die aufgeständerten Rennbahnen. Diese (manchmal kilometerlangen) Eisenbahnviadukte müssten also genauso gefährdet sein wie die der HSL-Zuid. Dennoch höre und lese ich wenig über ins Schwimmen geratenen Kunstbauten. Wie haben die Chinesen das Problem denn gelöst? Ich glaube nicht, dass die mit der Sicherheit der Fahrgäste spielen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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