[HU] ARS Altmann in Fertöszentmiklos (m.14 B.) (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Sonntag, 17.10.2021, 16:40 (vor 355 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Sonntag, 17.10.2021, 16:42

Die Räder surren auf dem kleinen ungarischen Teil der Neusiedler Seebahn (NSB), welche Neusiedl am See mit Fertöszentmiklos verbindet. Die Strecke ist seit 2004 elektrisch befahrbar und zwar mit der in Ungarn üblichen Spannung von 25kV. Die Infrastruktur gehört der Neusiedler Seebahn GmbH, der Betrieb wurde bis 2020 von der Raaberbahn/GySEV in Österreich durchgeführt, nun sind dort die ÖBB zuständig. Diese befahren die Strecke als REX 63 Wien - Neusiedl am See - Fertöszentmiklos, wobei sie bis Neusiedl am See mit der REX 64 nach Wulkaprodersdorf über Eisenstadt zusammen geführt werden. Zum Einsatz kommen Züge der Baureihe 4124. Das ist die Mehrsystemvariante des vierteiligen ÖBB-Talent. Die meisten Züge auf der Linie enden in Pamhagen, meiner ging zufällig weiter bis ans Ende der Linie.

An der Grenze hat man sich von der Maske entledigt und atmet die klimatisierte Luft eines ÖBB Talent ungefiltert ein. Der Zug ist fast leer, ich beschloss, den letzten Teil stehend auf mich wirken zu lassen. Auf dieser Strecke sind die Schienen für ungarische Verhältnisse hervorragend. Für deutsche Verhältnisse halt Standard.

Hinter mir liegt eine Reise von fast anderthalb Stunden aus Wien, welche ich damals, es war noch in der Gültigkeitsdauer des Sommertickets, spontan unternahm. Schnell war am Reisezentrum das Anschlussticket gekauft für den kleinen Abschnitt nach Fertöszentmiklos.

Man verlässt Pamhagen, weiß nicht ganz so genau, wo die Grenze verläuft, die Gleise und Strommasten unterscheiden sich eben nicht und in der Region könnte man es auch nicht an den Häusern festmachen, ob man diesseits oder jenseits der imaginären Linie liegt, die sich Grenze nennt.

Nachdem man die Grenze überschreitet, hält man noch am letzten Zwischenhalt: Fertőszéplak-Fertőd:
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Das ist vermutlich der modernste Haltepunkt in der Region in Ungarn.

Letztlich kommt man in Fertöszentmiklos an.
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Besonders viel los ist hier nicht...
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Fertőszentmiklós ist ein ungarisches Dorf, wie es dutzende davon gibt. Die Häuser stehen hier schon etwas länger. Auffällig ist, dass man hier großzügiges Abstandsgrün verwendet, um sich von der Straße abzugrenzen.

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Es hat sogar eine Sehenswürdigkeit... die renoviert wird.

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Ich kehre zum Bahnhof zurück, kaufe mir auf der MÁV-App eine Fahrkarte für einen Regionalzug nach Sopron und warte.

Die Bahnhofsuhr stammt übrigens von der Firma Schauer, das ist eben die Firma, deren Namen man hin und wieder noch bei älteren Bahnhofsuhren in Österreich vorfindet:
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Und dann war ich von einem Detail eines rumstehenden Güterzuges geradezu entzückt:
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ARS Altmann, ein Unternehmen aus dem bayrischen Wolnzach transportiert offenbar auch in Ungarn Autos. Bzw. lässt transportieren, who knows.

diese Firma wird mir an einer noch passenderen Stelle im nächsten Reisehäppchen begegnen

Der Bahnhof hat einen Warteraum, einen Schalter der geschlossen ist... und sonst nicht wirklich was zu bieten. Da war ich froh, dass mein Zug ankam. Zu meiner Freude war es ein Flirt 3 der GySEV.

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Der Zug verfügt über WLAN, Steckdosen... und hey, das letzte Mal, dass ich in einem FLIRT 3 fuhr, war auf einer eher kurzen Fahrt in der Nordbahn von Hamburg Hbf nach Prisdorf und zurück, also vor mehr als 5 Jahren.

Der Zug ist super, die Strecke eher nicht so. Hab in Tschechien schon schlimmeres erlebt, aber es ist halt verwunderlich, dass man das kaum benutzte Teilstück aus Österreich in so einem guten Zustand hat und sich um eine Strecke, wo immerhin die ICs Budapest - Sopron verkehren, kaum kümmert.

In Sopron angekommen kommt mir wieder in Erinnerung, dass der einzige Bahnsteig mit einer Höhe von 55cm der ist, wo die Züge von und nach Österreich fahren. Alle anderen Bahnsteige sind älteren Baujahres und durchgehend nicht barrierefrei.
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Nach Wien ging es mit dem REX über Ebenfurth. Hier war es auch, wo ich das erste Mal, wo bei der Einreise das Bundesheer die 3G-Nachweise kontrollierte. Aber auch nur die.

Zurück in Wien wurde ich auch daran erinnert, dass der Tod ein Wiener ist.
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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)


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