EVU für die Information zu ihren Zügen verantwortlich? (Allgemeines Forum)

Alexander, Dienstag, 30.06.2020, 08:50 (vor 13 Tagen) @ michael_seelze

Kleine Anmerkung, eigentlich waren die EVU immer schon für die Information zu ihren Zügen verantwortlich. Leider ist es nicht so einfach im gesamten Datenwust und der Übergabe der UIC-Schnittstelle. Bei ungenauer Datenpflege durch das EVU wird zukünftig der Zug im schlimmsten Fall am Zugzielanzeiger verschwinden und kommt nie wieder. Bei Großstörungen könnte das durchaus interessant sein. Einzelne Bahnhofsmanagements hatten dann einfach die Anzeiger ausgeschaltet.


Wie soll das denn ganz praktisch funktionieren? Das EIU dürfte doch die Daten am besten kennen. Oder muss (dann) das EVU-Personal - wohlmöglich noch aus dem fahrenden Zug heraus - sich einwählen und das Reisendeninformationssystem von Station und Service am jeweils nächsten Verkehrshalt mit Daten bspw. zur Verpätung versorgen? Eigentlich sollte die Reisendeninformation doch bereits mit dem Stationspreis bezahlt sein. Wird es künftig noch die Möglichkeit geben, "Ansager" von Station und Service auf fehlende oder unkorrekte Angaben auf den Zugzielanzeigern hinzuweisen oder muss das EVU-Personal die entsprechenden Anzeigen selbst auslösen?

Mit dem Stationspreis ist zukünftig (nur) die Bereitstellung der technischen Anlagen für die Fahrgastinformation abgegolten.
Dies ist die einzige Präsentation die ich auf die schnelle im Internet gefunden habe: Präsentation zur Reisendeninformation (Slideshare.net).
Auf Seite 8 ist der Weg der Daten sehr gut erkennbar.

Das EVU ist verantwortlich, alle Daten rund um den Zug (Laufweg, Fahrzeiten, Hinweise, Wagenreihung etc.) zu liefern. "Normale Verspätungen" werden weiterhin automatisch von DB Netz an die RI-Plattform geliefert und entsprechend angezeigt. Dies aber nur wenn der Zug auch fährt. Manuelle Verspätungsprognose muss, wie bereits heute, das EVU entsprechend im System mit verarbeiten.

Zukünftig sind manuelle "Manipulationen" der Daten der EVU durch Mitarbeiter von S&S nicht mehr vorgesehen (und die Mitarbeiter größtenteils auch gar nicht mehr vorhanden...). Der Hauptgrund dahinter ist, dass die manuelle Pflege der Daten immer lokal für den einen Bahnhof erfolgten. Wenn das EVU die Daten im Anschluss nicht genauso angepasst hat, hatte der Reisende unterschiedliche Datenstände (z. B. Bahnsteig und DB Navigator). Zukünftig gibt es nur noch den einen Datenstand, und der ist der den das EVU liefert (zusätzlich zu automatisierten Meldungen von DB Netz wie Verspätungen und/oder Gleiswechsel).

Das Personal auf dem Zug wird keine Möglichkeit haben die Anzeigen entsprechend anzupassen. Zumeist sind die Leitstellen/Transportleitungen/Verkehrsleitungen bei den EVU für die Fahrgastinformation verantwortlich. Diese müssen dann entsprechend die internen Systeme pflegen, damit alle Daten richtig zur RI-Plattform überspielt werden.
Genau dort sehe ich die größte Schwachstelle. Wenn die EVU hier nicht deutlich mehr Personal aufbauen wird es regelmäßig, gerade in Großstörungen zu falschen und/oder fehlenden Reisendeninformationen kommen. Der Mitarbeiter dort hat halt die Wahl, kümmere ich mich jetzt erstmal darum wie ich das Personal und die Züge entsprechend disponiere oder um die Reisendeninformation. Beide gleichzeitig geht nur mit mehreren Mitarbeitern...

Viele Grüße

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Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)


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