[6MGA] Teil 05: Brünigbahn und VAE [m26B] (Reiseberichte)
Hoi,
Zuerst noch die Antworten aus dem letzten Teil::
Und auch die werden dann auf ORION umgestellt? Ist ja schade. Und was passiert dann mit der Après-Ski-Bar?
Wie ich irgendwo anders im Beitrag schrieb, revidiert die MGB neun HGe 4/4" für den langfristigen Einsatz im GEx, Güterverkehr und den Regios am Oberalp. Das heisst, die Regios Andermatt-Disentis werden nicht auf Triebzüge umgestellt.
Die Après-Ski-Bar ist ein anderweitiges Projekt, dass man als Idee hatte, weil man diese beiden Wagen nicht mehr im GEx oder im normalen Regionalverkehr gebraucht hat. Da hat man dann legal einen Graffiti-Künstler engagiert, der sich dort verewigen durfte. Solange die Wagen eingesetzt werden können, wird man die auch einsetzen. Und danach kommt es darauf an, ob man irgendwo wieder gebrauchte Wagen aus dem GEx bekommen könnte.
Danke für die Links! Dass die Kometen da runter dürfen, wusste ich auch noch nicht. Ich vermute mal, das wurde verwendet, als noch ein Zug in Richtung Brig durchgebunden wurde?
Bis zur Sperre Zugersee Ost war es ein stündliches Angebot Göschenen-Visp mit Anschluss an ein stündliches Angebot Visp-Zermatt, das wiederum durch ein stündliches Angebot Fiesch-Zermatt ziwschen Fiesch und Zermatt zum Halbstundentakt verdichtet wurde. Die Komet kamen und kommen aber in erster Linie nach Zermatt zum Einsatz.
Von den vierteiligen Komet dürfen übrigens nur die aus der letzten Serie nach Göschenen fahren. Die zuerst abgelieferten Vierteiler sind für vier Wagen etwas zu schwach ausgelegt von der thermischen Belastung. Daran merkt man, dass die Schöllenenbahn von Anfang an nie als Haupteinsatzgebiet der Komet festgelegt war. Von den dreiteiligen Komet dürfen alle bis Göschenen fahren.
Die 1. Klasse mag gemütlicher sein, die 2. ist es nicht. Die SOB hat ähnliche Flirt (erkennbar am neuen Füherhaus) auch für die S-Bahnen nach Einsiedeln etc. besorgt, und die haben die exakt gleichen Sitze. Und das gastronomische Angebot im neuen VAE erinnerte mich an die deutschen IC2, aber gut, besser als nichts.
Vorweg zum gastronomischen Angebot: Der VAE ist bestellter Regionalverkehr. Da sollte man schon froh sein, konnte die SOB die bestellenden Kantone davon überzeugen, den Zug mit FV-Charakter zu führen, statt als Teil des jeweiligen kantonalen S-Bahn-Netzes. Wobei da der Kanton St. Gallen noch am ehesten dahinter ist, da Rapperswil die drittgrösste Stadt im Kanton St. Gallen ist und die Bahn durch den Ricken in den Kantonshauptort gegenüber der Strasse einfach konkurrenzlos im Vorteil ist.
Auf den kommenden IR-Linien der SOB im Fernverkehr gab es bisher entweder gar kein gastronomosches Angebot oder es gab die Minibar. Da ist der Automatenservice mit zwei Verpflegungszonen schon eher eine Aufwertung. Einen Speisewagen sollte man da nicht erwarten.
Zu den Sitzen wundert micht dein Verdikt schon. Die SOB hat in ihrer S-Bahn-Flirt-Flotte dieselben Sitze in der zweiten Klassen eingebaut wie die SBB-Flirt in der ersten Klasse, was schonmal ein besseres Polster und Mittelarmlehne bedeutet. Da ist also schon ein deutlicher Komfortsprung spürbar. Die silbernen Flirt 3 (gleiche Front wie die Traverso) haben in der zweiten Klasse die SOB-S-Bahn-Ausstattung.
Bei den Traverso hat die SOB dann eine nochmals aufgewertete Sitzform einbauen lassen (ausgeprägtere Kopfstützen, nochmals mehr Polsterung und bessere Ergonomie der Rückenlehne). Daher ist es schon so, dass die zweite Klasse der Traverso bequemer als die erste Klasse der SBB-S-Bahn-Flirt ist. Für die erste Klasse hat die SOB dann nochmals einen draufgesetzt, da kommt man dann schon an die erste Klasse im EW IV ran. Das Sitzmodell im Traverso ist dasselbe wie im SBB-Hochgeschwindigkeitszug Giruno, wobei der Traverso bequemer als der Giruno ist!
Die SBB haben sieben Flirt in einer FV-Variante bestellt, genannt Mouette: SBB Mouette (klick dich durch die Bilderserie)
Dort werden die Zweitklass-Sitze des Traverso ohne Aufwertung als Erstlkass-Sitze verwendet, einfach in einer 2+1-Bestuhlung. Und die zweite Klasse der Mouette wird wie die S-Bahn-Version der SBB eingerichtet. Da hat die SOB also schon ein deutlich höheres Komfortniveau.
Nachdem die Linie IR 66 nun übrigens ab Frühjahr 2021 (bis dahin EW III Pendel) von der BLS mit ihren neuen Flirt 4, RABe 528, bedient wird (übrigens gleiche Sitze wie die Traverso), wissen die SBB derzeit nicht, wie und wo sie die Mouette einsetzen sollen. Klar ist, dass die Mouette dem SBB Fernverkehr und nicht dem Regionalverkehr gehören.
Wobei auch der Interlakenexpress noch tlw. (und vermutlich nur als Ersatz) mit Fink + Restaurant + Fink gefahren wird, oder gar Fink + Restaurant + halber Adler, aber das macht ja auch bis auf die Durchgänge keinen Unterschied.
Das ist ja der Sinn dahinter. Die Adler-Hälften können jederzeit durch Fink ersetzt werden, wenn ein Unterhalt ansteht. Deswegen ist der Speisewagen auch als separater Wagen in der Mitte eingehängt und nicht fix im Triebzug verbunden. Wenn allerdings ein Speisewagen ausgereiht werden muss, dann gibts keinen Ersatz. Für vier Umläufe des Luzern-Interlaken-Express gibts genau vier Speisewagen ohne Reserve. Die wollte der Kanton nicht bezahlen.
In Meiringen steht auch noch eine ordentliche Lok-Wagen-Garnitur, die wohl nur noch als Ersatz verwendet wird.
Ja, das ist der Reservependel für den Regio Meieringen-Interlaken, weil die Spatz keine Zahnräder haben und deshalb nicht mal schnell getauscht werden können.
Es gibt aber im Sommer an manchen Tagen einen Extrazug Luzern-Interlaken-Luzern. Dieser wird mit Lok+Wagen geführt. Er fährt bei entsprechenden Gruppenanmeldungen, vorwiegend aus dem asiatischen Raum. Wenn er fährt, taucht er auch im SBB Onlinefahrplan auf und kann dann auch von normalen Reisenden mit den üblichen Billetten genutzt werden.
In Luzern hält die zb ganz im Osten, mein nächster Zug, der Voralpenexpress, ganz im Westen. Gleis 1 (ohne Bahnsteig) und 2 liegen dabei etwas weiter weg vom Querbahnsteig.
Neben dem Kopfperron hat Luzern noch eine eher geheime Unterführung auf Höhe dieser versetzten Gleise 1+2. Die ist aber auch öffentlich nutzbar
Der andere als IR geführte Zug der zb fährt von hier nach Engelberg noch mit Lok und Wagen.
Als Steuerwagen kommen aber auch Adler/Fink/Spatz-ähnliche Wagen zum Einsatz.
Das sind die Gelenksteuerwagen für den behindertengerechten Einstieg.
Wieder einer dieser ambivalenten Momente. Der VAE kommt in den Bahnhof mit einem eigentlich erst in 3 Monaten im Planeinsatz befindlichen "Traverso" (ein Flirt von Stadler). Schön, diesen neuen Zug schonmal fahren zu können, aber die alten Garnituren wären mir eigentlich lieber gewesen.
Die alten Garnituren können nun nicht mehr genutzt werden. Die Zulassung dafür ist abgelaufen. Ein paar Wagen wurden an eine Musuemsbahn in Südfrankreich verkauft und der teilweise im VAE eingesetzte Bodan-Wagen wird nun weiter als Salonwagen in Extrazügen verwendet. Die Re 456 sinnd noch käuflich erwerbbar und die Re 446 wurden an die EDG verkauft. Die NPZ-Triebwagen haben die älteren dieser Triebwagen in der SOB-Flotte im Regionalverkehr ersetzt.
Die Aufschrift verrät bereits die zwei weiteren zukünftigen Einsatzgebiete am Gotthard und von Chur nach Bern. (Letzteres könnte durchaus interessant werden, die heutigen Züge sowohl im RE Chur-Zürich als auch im IR17 Zürich-Bern bieten da deutlich mehr Kapazität, und ich habe beide immer voll erlebt. Jedenfalls habe ich es munkeln gehört, dass zur Rush Hour wohl doch die SBB mit ihren bis dahin modernisierten IR-Dosto fahren wird)
Nein, keine IR-Dosto. Da werden auf zwei HVZ-Umläufen Montag bis Freitag FV-Dosto RABe 502 verkehren, sonst wäre es ja eine Komfort-Abwertung während der HVZ, wo der FV-Dosto aber mit dem Traverso mithalten kann. Ein Umlauf wird mit einem IR200 (200m Dosto) und der andere Umlauf mit IR200+IR100 (300m Dosto) verkehren. Samstag, Sonntag und an Feiertagen wird das Angebot ausschliesslich mit SOB-Rollmaterial erbracht.
Grundsätzlich reicht ein achtteiliger Traverso aus, zwischen Zürich und Chur wird mit einem silbernen Flirt 3 zu einer 225m langen Komposition gestärkt. Wenn zur HVZ Mo-Fr zwei Umläufe mit SBB FV-Dosto erbracht werden, ergeben sich daraus auch Traverso-Doppeltraktionen mit 300m Länge während der HVZ.
Von innen unterscheidet ihn fast nichts von einem gewöhnlichen Flirt, den ich ja vor allem wegen seiner Sitzanordnung nicht so sehr mag.
Ich würde das weniger als Stadler-Krankheit bezeichnen, sondern vielmehr dem Behinderten-Gleichstellungsgesetz (BehiG) zurechnen. Das sieht ja bei anderen Herstellern recht ähnlich aus.
Im Gegensatz zur EU, wo Rollstuhllifte erlaubt sind, sind ebenerdige Einstiege in der Schweiz Pflicht. Es gibt eine Umsetzungsfrist bis Ende 2023. Diese wird zwar nicht überall eingehalten, vor allem bei Haltestellen nicht, aber deswegen sind die öV-Betriebe trotzdem angehalten, dies weiterhin so schnell als möglich überall umzusetzen.
Auf Normalspur beträgt die Normhöhe für Perrons 55 cm und bei Meterspur 35 cm (wobei da gibt es viele in sich geschlossene Systeme mit Spezialhöhen, wichtig ist einfach der ebenerdige Einstieg; die Appenzeller Bahnen haben beispielsweise 32 cm).
Neues Rollmaterial darf schon lange nicht mehr ohne solche Einstiege beschafft werden. Die nächste Stufe ist nun, dass das BAV bei der ERA auch künftige ausländische Züge zu solchen Einstiegen verpflichten wird. Das wird dann bei der ICE 4-Nachfolge noch lustig, wenn es da einen ICE mit ebenerdigem Einstieg auf 55 cm Höhe geben muss. Dann wird dort auch der ICE die so von dir bezeichnete Stadler-Krankheit aufweisen (oder es wird dann wirklich ein Doppelstock-ICE).
Danach zweigt der VAE von der Gotthardbahn ab und fährt steil nach oben Richtung Biberbrugg. Früher musste hier angeschoben werden - an neuen Zügen ist also nicht alles schlecht ;)
Es musste nur bei mehr als fünf Wagen nachgeschoben werden, weshalb früher (bis 2013) die Standard-Komposition der VAE aus Lok-Erstklasswagen-Bistrowagen-zwei Zweitklasswagen-Zweitklasssteuerwagen bestand. Auf Ende 2013 wurden die Züge dann verlängert und im Sandwich mit zwei Triebfahrzeugen geführt (NPZ und/oder Loks Re 446/Re 456), die Steuerwagen wurden damals schon abgestellt.
Ich fahre noch weiter mit dem RE von Thurbo (Abkürzung für Thurgau + Bodensee) über Romanshorn nach Konstanz. Und das ist mal ein richtiger Ranzzug! Thurbo fährt mit seiner "Einheitsflotte" jede Menge GTW durch die Gegend, die eine viel zu enge 2+3-Bestuhlung haben (sind wir denn in China, oder was?), und zumindest dieser hat bestimmt seit Jahren ungeputzte und zerkratzte Scheiben.
Ok, also das ist schon erstaunlich und tut mir Leid für dich. Ich hab Thurbo ja bei mir in St. Gallen dauernd vor der Nase und der Pflegezustannd sind im Schnitt 1a. Zerkratzte Scheiben sieht man vielleicht in drei Jahren ein Mal, wobei das dann auch fast ausschliesslich die Fahrzeuge ohne Kamera-Überwachung betrifft. Was es bei Thurbo überhaupt gar nie gibt: Versprayte Fahrzeuge. Ich habe in über 15 Jahren, seit Thurbo diese GTW einsetzt nicht ein einziges verspraytes Fahrzeug gesehen. Und ich sehe täglich einige dieser GTW.
Die enge Bestuhlung ist ein Kostenfaktor. Thurbo nimmt da selbst auch kein Blatt vor den Mund und bezeichnet sich als M-Budget-Bahn, falls dir M-Budget ein Begriff ist (-> Migros). Dafür ist Thurbo das EVU in der Schweiz, welches den Angebotskilometer mit Abstand am günstigsten an die Kantone verkauft. Das ist dann wiederum die Grundlage dafür, dass in der eher ländlichen Ostschweiz ein so dichtes Angebot gefahren werden kann; bis auf wenige Ausnahmen herrscht praktisch auf allen Linien ein täglicher Halbstundentakt von 05:00 bis 24:00 Uhr.
Ich habe letztens erst die BEST-Beschaffung erwähnt. Die SBB schreiben mehrere hundert neue einstöckige Standard-Triebzüge zur Beschaffung aus. Diese Einheitsflotte wird auch für alle SBB-Tochter-EVU verwendet. So werden Thurbo und RégionAlps zu den ersten Abnehmern der BEST gehören. Die BEST sollen mit 2+2-Bestuhlung geliefert werden, Thurbo wird ausschliesslich Dreiteiler erhalten. Mit den BEST wird Thurbo das BehiG auch bezüglich des WC erfüllen, weil da haben die GTW eine begrenzte Ausnahmegenehmigung über den 1.1.2024 hinaus.
Die BEST werden bei SBB, SBB Deutschland, Tilo, RégionAlps und Lémanis alle GTW, Domino und Flirt am Ende ihrer 25-jährigen Lebensdauer ersetzen. Es werden Drei- und Vierteiler, die wahlweise neben CH auch Ausrüstungen und Zulassungen für D, A, I und/oder F erhalten, je nach Einnsatzgebiet und Tochter-EVU. Etwa 2025 soll der erste BEST in den Fahrgasteinsatz gehen, danach soll alle zwei Wochen ein weiterer Triebzug vom Band rollen. Bei bis zu 500 möglichen Triebzügen (mindestens 300 sind definitiv) hat der Auftrag eine Laufzeit 15 bis 20 Jahren.
In Konstanz werden natürlich einige günstige Einkäufe erledigt, dann geht es mit dem IR75 Richtung Zürich.
Der IR 75 wird ab Dezember mit IR-Dosto RABe 511 geführt. Da allerdings der Umbau der IR-Dosto (alle Regio-Dosto, die nicht dem Regionalverkehr, sondern dem Fernverkehr gehören) bis 2024 dauern wird, wird es auch noch einige Zeit dauern, bis der IR 75 durchgehend mit IR-Dosto verkehren wird; ansonsten werden es Regio-Dosto.
In Zürich HB beträgt die Umsteigezeit aber nur 5min, die Mindestumstiegszeit laut SBB sind dort jedoch 7min. Und da der IC5 eine halbe Ewigkeit im HB steht, ist der Umstieg am Flughafen ebenfalls unmöglich. Aber den IC1 bekommt man dort - im HB hat man dann auf den IC5 zwar nur noch 3min, aber die klappen locker, da bahnsteiggleich.
Das wird sich ja ab Dezember ändern mit den Durchbindungen nach St. Gallen:
Ansonsten kann ich in Zürich HB auch in zwei Minuten ohne Stress umsteigen. Detaillierte Kenntnisse über den Bahnhof mit allen Unterführungen und Abgängen sind dafür aber zwingend erforderlich. Da entpuppt es sich als Vorteil, dass Zürich HB durch und durch in erster Linie auf effizientes Umsteigen ausgelegt ist.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
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