[6MGA] Teil 05: Brünigbahn und VAE [m26B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 29.02.2020, 15:47 (vor 2211 Tagen)

Den MOB-Teil der "Goldenpass" genannten Strecke war ich ja bereits in Teil 1 gefahren, nun folgt derjenige der Zentralbahn. Mit dem IR15 geht es dafür nach Bern und und von da (wie ich inzwischen wusste) in dieselbe Richtung weiter mit dem IC61 nach Interlaken. Dort setze ich mich zwar nach links für Bilder des Thunersees, aber leider ist dieser komplett im Nebel versunken.

Zusammen mit mir sind gefühlt tausende Chinesen im Zug, die in Interlaken aber erwartungsgemäß in die Berner Oberlandbahn wechseln, wohingegen der Luzern-Interlaken-Express relativ leer bleibt. Dieser besteht normalerweise aus einem siebenteiligen Triebzug "Adler" von Stadler, der technisch gesehen aus zwei dreiteiligen Einheiten und einem Restaurantwagen in der Mitte besteht. In meinem Zug ist eine der Einheiten durch einen dreiteiligen "Fink" ersetzt, was aber außer der nun fehlenden Begehbarkeit des gesamten Zuges so gut wie nichts ändert. Bis Meiringen geht es entlang des Brienzersees, über dem sich zwar der Nebel langsam verzieht, aber trotzdem keine guten Fotos möglich sind. Neben mir sitzt im Zug eine Gruppe Studenten, die gerade Semesterferien haben und in Meiringen irgendwo hin wandern wollen. Auch nicht schlecht.

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1 In Meiringen steht auch noch eine ordentliche Lok-Wagen-Garnitur, die wohl nur noch als Ersatz verwendet wird.

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2 Dann wird die Fahrtrichtung gewechselt und man fährt wieder ein kleines Stück in Richtung des Brienzersees, auf dem der Nebel nun ganz weg ist. Kurz nach der Abzweigung von der Strecke aus Interlaken beginnt der Zahnradabschnitt rauf zum Brünigpass, von dem man an sich einen guten Blick zurück ins Tal hat, aber die Bäume machen es unmöglich, das anständig zu fotografieren.

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3 Auf der anderen Seite des Passes geht es nicht am Stück runter, sondern in insgesamt drei Stufen, die jeweils wieder Zahnradabschnitte darstellen. Vom zweiten aus erscheint der Lungerersee.

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4 Am Ufer liegt die Stadt Lungern, die eine zur Ortsgröße etwas überproportionale Kirche besitzt.

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5 In der letzten Stufe geht es runter zum Sarnersee, der sich auch unter Wolken versteckt. Reinhard Mey kommt einem in den Sinn.

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6 Auf Höhe der Wolken.

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7 Am wolkenfreien Ende des Sees liegt der Hauptort von Obwalden, Sarnen. Eine Reklame wirbt für 123 Jahre Schifffahrt auf dem See.

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8 Blick zurück auf die Wolken. Wegen der massiven Spiegelung kommt die Stimmung leider nicht so gut rüber.

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9 Noch so eine riesige Kirche? Könnte man denken, aber hier handelt es sich um das Alte Gymnasium.

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10 Weiter geht es nach Alpnach, von dessen Stadtteil Alpnachstad eine Zahradbahn auf den hier zu sehenden Pilatus führt.

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11 Auf der anderen Seite des Bergs führt eine Seilbahn nach Kriens bei Luzern und überfährt hier gerade eine kleine Kapelle.

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12 In Luzern hält die zb ganz im Osten, mein nächster Zug, der Voralpenexpress, ganz im Westen. Gleis 1 (ohne Bahnsteig) und 2 liegen dabei etwas weiter weg vom Querbahnsteig.

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13 Der andere als IR geführte Zug der zb fährt von hier nach Engelberg noch mit Lok und Wagen.

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14 Als Steuerwagen kommen aber auch Adler/Fink/Spatz-ähnliche Wagen zum Einsatz.

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15 Wieder einer dieser ambivalenten Momente. Der VAE kommt in den Bahnhof mit einem eigentlich erst in 3 Monaten im Planeinsatz befindlichen "Traverso" (ein Flirt von Stadler). Schön, diesen neuen Zug schonmal fahren zu können, aber die alten Garnituren wären mir eigentlich lieber gewesen.
Technisch gesehen ist eine VAE-Einheit auch nicht ein Flirt, sondern besteht aus zwei Vierteilern, die nur in der Mitte keinen Führerstand haben.

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16 Schick ist er ja, und da neu auch noch sehr sauber.

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17 Die Aufschrift verrät bereits die zwei weiteren zukünftigen Einsatzgebiete am Gotthard und von Chur nach Bern. (Letzteres könnte durchaus interessant werden, die heutigen Züge sowohl im RE Chur-Zürich als auch im IR17 Zürich-Bern bieten da deutlich mehr Kapazität, und ich habe beide immer voll erlebt. Jedenfalls habe ich es munkeln gehört, dass zur Rush Hour wohl doch die SBB mit ihren bis dahin modernisierten IR-Dosto fahren wird)

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18 Von innen unterscheidet ihn fast nichts von einem gewöhnlichen Flirt, den ich ja vor allem wegen seiner Sitzanordnung nicht so sehr mag.
Da diese in vielen Stadlerzügen anzutreffen ist, nenne ich es auch gerne die "Stadler-Krankheit": Rund um die Einstige sind ein paar Niederflur-Vierer, die so tief liegen, dass der Ausblick nicht optimal ist. Über den Drehgestellen sind dann Hochflurbereiche, und zwar in der Regel mit einer 2xVierer-Gruppe pro Wagen. Möchte man nun in Fahrtrichtung auf einer bestimmten Seite sitzen, und dabei natürlich nicht direkt auf den Faltenbalg schauen, der einem die Sicht komplett wegnimmt, schränkt das die Sitzplatzwahl doch sehr stark ein (nämlich auf einen pro Wagen). Oft sind die gewünschten Plätze dann schon besetzt, und zusätzlich sind in einem der Wagen die Hochflurvierer fast immer 1. Klasse. Selbst wenn man einen dieser Hochflurplätze ergattern kann, ist der Blick durch alle Fenster außer dem am eigenen Vierer im Gegensatz zu anderen Zügen durch unzählige Einbauten eingeschränkt, zum Beispiel relativ tief hängende Gepäckablagen oder diese Rahmen um die Türen.
Genug gejammert, weiter im Text.

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19 Optisch finde ich die Sitze auch sehr ansprechend, aber zumindest in der 2. Klasse sind sie nicht viel bequemer als in allen anderen Flirts.

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20 Die Strecke verläuft zunächst über Küssnacht nach Arth-Goldau wieder mit Blick auf den Pilatus.

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21 Danach zweigt der VAE von der Gotthardbahn ab und fährt steil nach oben Richtung Biberbrugg. Früher musste hier angeschoben werden - an neuen Zügen ist also nicht alles schlecht ;)

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22 Dann geht es ebenso steil runter zum Zürichsee. In Schindellegi wird die Sihl überquert.

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23 Kurz darauf kommt der Zürichsee ins Bild.

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24 An dessen schmalster Stelle wird dieser ebenfalls passiert, neben einer Fußgängerbrücke, die einen kleinen Umweg nimmt.

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25 Zugbegegnung mit einer alten VAE-Garnitur in Rapperswil.

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26 In St. Gallen angekommen, fährt der VAE nach minimaler Wendezeit wieder zurück.

Das wars fototechnisch von diesem Tag. Ich fahre noch weiter mit dem RE von Thurbo (Abkürzung für Thurgau + Bodensee) über Romanshorn nach Konstanz. Und das ist mal ein richtiger Ranzzug! Thurbo fährt mit seiner "Einheitsflotte" jede Menge GTW durch die Gegend, die eine viel zu enge 2+3-Bestuhlung haben (sind wir denn in China, oder was?), und zumindest dieser hat bestimmt seit Jahren ungeputzte und zerkratzte Scheiben. Schade, dann halt keine Bodenseebilder. Im Vergleich zu den innerschweizerischen Seen ist der sowieso eher langweilig mit seiner flachen Umgebung.
In Konstanz werden natürlich einige günstige Einkäufe erledigt, dann geht es mit dem IR75 Richtung Zürich. Von dort möchte ich wie üblich mit dem IC5 nach Lausanne, denn die Strecke am Bieler- und Neuenburgersee (der Name klingt auf Deutsch echt seltsam, aber so heißt er nunmal) ist halt viel schöner als die des IC1. In Zürich HB beträgt die Umsteigezeit aber nur 5min, die Mindestumstiegszeit laut SBB sind dort jedoch 7min. Und da der IC5 eine halbe Ewigkeit im HB steht, ist der Umstieg am Flughafen ebenfalls unmöglich. Aber den IC1 bekommt man dort - im HB hat man dann auf den IC5 zwar nur noch 3min, aber die klappen locker, da bahnsteiggleich.

So läuft zumindest noch etwas zu meiner Zufriedenheit an diesem sonst eher mäßigen Tag. Im Nachhinein hätte ich das überwiegend schöne Wetter doch lieber für eine andere Tour genutzt, aber lässt sich ja nicht mehr ändern. Nächste Folge wird das mit Abstand wieder rausgeholt, versprochen!


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