Problem mit Digitalisierung? (Aktueller Betrieb)

s103, Sonntag, 08.12.2019, 23:06 (vor 2522 Tagen) @ Proeter

Weil Station und Service dafür zuständig ist, aber seit Bestehen dieser Organisationsform hier keine Mitarbeiter dafür vorgesehen sind, so dass die mangelhaften Resultate der automatisierten Informationen durchschlagen.

Dafür sollte es auch keinen Mitarbeiter brauchen. Um "automatisierte Informationen durchzuschlagen" sollte man Technik einsetzen, keinen Menschen, den es ohnehin nicht gibt.

Der Punkt, den ich meinte, war, dass, wo kein Mensch das Geschehen mitverfolgt, es keine Überprüfung der Ergebnisse oder ggf. Korrekturen gibt - bei S&S, denen ich die Perspektive eines einzelnen Bahnhofs mit der Qualitätssicherung zu verkehrlichen Information sowie Anschlüssen zu richtigen Zeiten und Orten (= Bahnsteigen) zurechne.

Wobei ich zugebe, keine Hinweise auf die Zugehörigkeit der wenigen Ansager zu haben, die es in den allergrößten Bahnhöfen doch gibt.

Weil die Daten rein bei DB Netz anfallen und menschliche Ansagen höchstens von dort kommen, deren Mitarbeiter das aber nur machen können, wenn Zeit übrig ist.

Warum menschliche Ansagen? Diese angefallenen Informationen kann man doch gleich als elektronische Information an den Fahrgast bringen.

Unter der Voraussetzung, dass die Datenerfassung korrekt ist. Hierzu bedarf es neben der reinen Informationseingabe auch eine Bewertung der Aktualität und dispositiven Plausibiltät. Ohne vollständigem Betriebsmodell wird die Qualität spürbar hinter Live-Infos von Menschen liegen.

Offenkundig ist, dass die für Kunden sichtbaren RIS-Daten keinen Bezug zu Gleisanlagen haben. So überholen sich in Verspätungsprognosen munter Züge, die es in der Praxis selten tun (wie es sich im weiteren Fahrtverlauf auch herausstellt). Auch sich aus zwei Richtungen für Weiterfahrt auf demselben Gleis annähernde Züge werden mit rein "zug-subjektiven" Zeitprognosen angezeigt, ohne Einfluss der folgenden Vorrangentscheidung, die erst Min. nach Weiterfahrt des ersten Zugs ins RIS tröpfelt, wo der Kunde sich schon mit großer Empathie für den diensthabenden Fahrdienstleiter für einen der Züge entscheiden musste.

Weil die Lösung allein darin gesehen wird, RIS so zu gestalten, dass Informationen alle aus einer Quelle kommen, und für diesen Prozess öffentlich kein Projektplan bekannt ist -> Ende unbestimmt.


Dies dürfte wohl den Nagel auf den Kopf treffen. Prinzipiell ist ja absolut in Ordnung und sogar zielführend, alle Informationen in einem System zu bündeln, wo sich jeder nach eigenem Bedarf informieren kann. Das Problem besteht aber nicht nur darin, dass es Probleme mit dem Projektplan. Schon seit über zehn Jahren werden vorhandene Informationen gegenüber dem Fahrgast bewusst zurückgehalten. Man erinnere z.B. sich an die bis ca. 2011 (?) auf 5 Minuten gerundeten Verspätungsangaben - ohne jeden Sinn. Leider hat es Jahre gedauert, bis man eingesehen hat, dass eine Rundung völliger Schwachsinn ist und ausschließlich Schaden anrichtet.
Auch heute werden die vorhandenen Informationen an vielen Stellen gekappt. Würde man nur das durchreichen, was ohnehin vorhanden ist, wäre man schon erheblich weiter. Dies hätte vmtl. auch dem TO gehofen.

Den Weg soll man weitergehen, klar, bis dahin, dass das Einlaufen einer Fahrtstraße und Einfahrt in Blöcke RIS-Daten (auch für Kunden sichtbar) aktualisiert.

Was Absicht ist und was nicht wäre natürlich interessant. Bezüglich Minutenangaben ging es womöglich darum, dass Kunden erst einmal verstehen mussten, dass man bei "in 3 Min." nicht noch einen Kaffee holen geht, weil es Toleranzen auch nach unten gibt. Haben wir gaube ich verstanden.

Bei Verspätungsgründen ist wahrscheinlich die PR-Abteilung einbezogen ;-)

die negativen Auswirkungen fehlender oder nicht rechtzeitig eintreffender Informationsbits sind hier unverhältnismäßig groß. Außerdem wird die Chance verspielt, durch Transparenz Verständnis für die Betriebsabläufe zu erzielen und die vielen Bemühungen zum Managen des Chaos - danke für das Engagement hier - auf der Habenseite zu vermitteln.


Auch richtig. Dies antwortet auch teilweise auf das Ursprungsproblem des TO. Während z.B. Verspätungen systematisch erfasst und auch statistisch ausgewertet werden, ist dies bei Fehlinformationen nicht der Fall. Dies fällt ggf. den Entscheidungsträgern nicht einmal auf.

Und das auch bezogen auf Reiseketten. Über die Fahrkartenverkäufe dürften genügend statistische Daten vorliegen um bewerten zu können, welche Informationen wann und wo benötigt werden. Die Hinweise im Zug finde ich immer super, wenn Anschlüsse knapp sind. Leider ist es für Zugbegleiter auch immer schwerer abzuschätzen, ob Anschlüsse realistisch sind (sofern nicht bei Verspätung offiziell gewährt).

DB Netz möchte ja aus Entscheidung und Vermittlung von Anschlüssen aussteigen. Ich kann nachvollziehen, dass es bei der steigenden Zahl von Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträgern mit Gefahr von Pönalen (in die voraussichtlich zunehmend auch erreichte oder begrenzt sogar gewährte Anschlüsse eingehen) eine sehr komplexe Aufgabe geworden ist. Da der Betreiber des Anschlusszugs (mit-)entscheiden soll, werden die Gesamtabläufe bei Einzelfallentscheidungen kaum schnell genug sein, um nicht von der Realität wieder überholt zu werden. Da müsste der Disponent des Zielzugs schon vollständigen Einblick in die Betriebslage des fraglichen Knotens haben, was er vermutlich nicht haben wird.


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