Weil's in Stein gemeißelt ist? (Aktueller Betrieb)

Power132, Sonntag, 24.11.2019, 14:09 (vor 2397 Tagen) @ J-C

Ich bin sicher kein Gegner der Globalisierung, aber selbige für jeden Sch*** als Begründung, um Zustände in Stein zu meißeln, zu verwenden, das ist nicht der Stil, den ich mag.

Ich sage nicht, dass man generell das Langstreckenpendeln verbieten oder sollte. Wieso fragt ihr mich überhaupt nach meinem Ermessen, was ich richtig fände? Das steht überhaupt nicht in meine Entscheidung, meine Meinung ist in der Hinsicht also überhaupt irrelevant. Relevant ist, was nachhaltig ist. Wenn die Reduktion der Langstreckenmobilität oder zumindest dessen Deckelung ein Teil einer Strategie zur Nachhaltigkeit, was uns näher an die Klimaziele brächte ist, dann sehe ich keinen Grund, das nicht anzuschauen, bloß weil aus nicht genannten Gründen angeblich die Langstreckenmobilität in diesem Ausmaße notwendig ist.

Es ist unumgänglich, dass wir hinterfragen, ob man nicht die Kurzstreckenmobilität gegenüber der der Langstrecke forcierem sollte. Letztere wird immer seine Daseinsberechtigung haben, keine Frage. Aber wir können nicht einfach ob nicht nachhaltiger Praktiken einfach uns sagen "Ist halt so, kannste nicht ändern", das unterfordert unsere Kreativität in der Lösungsfindung doch gewaltig, wie ich finde.

Übrigens, gegen Landflucht würden regionale Konzepte, die eben nicht auf's Langstreckenpendeln ausgelegt sind, doch eine Lösung sein. Als Standort wäre es ein Erfolgsfaktor, wenn wir eine flächendeckend starke Infrastruktur und Wirtschaft haben, anstelle uns auf nur wenige Hotspots zu beschränken.


Du hast nicht wirklich verstanden, worum es geht oder? Es gibt Firmen, die sind disloziert aufgestellt. Die Gründe sind so simpel, dass man eigentlich von selber drauf kommt. Nähe zum Kunden. Und da kann es durchaus sein, dass Teilbereiche eben weiter weg von der Zentrale sind, und man an diese Standorte reisen muss. Das Fliegen geißelst du ja auch wie das Langstreckendfhren zu Geaschäftsterminen.

Und was sollte denn politisch forciert werden? Das Einschränken von Niederlassungsfreiheiten für Firmen? Wie sieht denn deine Kreativität da aus? Leute aus weiter entferten Standorten (die Profitabilität man dahingestellt) vor die Wahl stellen, entweder Umzug in die Nähe der Zentrale oder Kündigung, weil J-C für kurze Wege eintritt? Das möchte ich mal sehen, wie du das umgesetzt bekommst, ohne dass es dir von der Gerichtsbarkeit um die Ohren geschlagen wird.

Meine Firma hat neben Ihrer Zentrale auch Standorte in ganz Deutschland.Davon vier große Regeionalzentren. Sollen wir dann alle in die Nähe der Zentrale ziehen und unsere sozialen Umgebungen hier enfach aufgeben, nur weil du für die Nahkonzepte bist? Und wenn einer unsere Kunden ein Problem hat, fährt er dann von Kiel auch in die hessiche Zentrale statt nach Hamburg um seine Fragen beantwortet zu bekommen?
Nein deine Vorstellungen sind so nicht umsetzbar und das auch abseits der Globalisierung.


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