Weil's in Stein gemeißelt ist? (Aktueller Betrieb)

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 24.11.2019, 13:54 (vor 2398 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von J-C, Sonntag, 24.11.2019, 13:56

Ich bin sicher kein Gegner der Globalisierung, aber selbige für jeden Sch*** als Begründung, um Zustände in Stein zu meißeln, zu verwenden, das ist nicht der Stil, den ich mag.

Ich sage nicht, dass man generell das Langstreckenpendeln verbieten oder sollte. Wieso fragt ihr mich überhaupt nach meinem Ermessen, was ich richtig fände? Das steht überhaupt nicht in meine Entscheidung, meine Meinung ist in der Hinsicht also überhaupt irrelevant. Relevant ist, was nachhaltig ist. Wenn die Reduktion der Langstreckenmobilität oder zumindest dessen Deckelung ein Teil einer Strategie zur Nachhaltigkeit, was uns näher an die Klimaziele brächte ist, dann sehe ich keinen Grund, das nicht anzuschauen, bloß weil aus nicht genannten Gründen angeblich die Langstreckenmobilität in diesem Ausmaße notwendig ist.

Es ist unumgänglich, dass wir hinterfragen, ob man nicht die Kurzstreckenmobilität gegenüber der der Langstrecke forcierem sollte. Letztere wird immer seine Daseinsberechtigung haben, keine Frage. Aber wir können nicht einfach ob nicht nachhaltiger Praktiken einfach uns sagen "Ist halt so, kannste nicht ändern", das unterfordert unsere Kreativität in der Lösungsfindung doch gewaltig, wie ich finde.

Übrigens, gegen Landflucht würden regionale Konzepte, die eben nicht auf's Langstreckenpendeln ausgelegt sind, doch eine Lösung sein. Als Standort wäre es ein Erfolgsfaktor, wenn wir eine flächendeckend starke Infrastruktur und Wirtschaft haben, anstelle uns auf nur wenige Hotspots zu beschränken.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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