Wieder eine Slowakei-Tour, Teil 3 (Reiseberichte)

Krümelmonster @, München, Donnerstag, 07. November 2019, 20:14 (vor 6 Tagen) @ Krümelmonster

Als ich morgens kurz vor sieben an der slowakisch-tschechischen Grenze erwachte, waren wir pünktlich, der 50-minütige Kurswagenübergang hatte funktioniert. Der Schlafwagen fährt von Prešov bis Bratislava und wird dort an den ersten Tagzug nach Prag gepappt. Seit diesem Jahr findet der Übergang bereits in Nové Zámky statt. Jetzt muss ich auch mal etwas Positives über die ŽSSK sagen: Alle sieben Fahrten erreichten ihren Ziel- (bzw. Grenz-)Bahnhof pünktlich. Gegenüber 2015 scheint sich die Situation deutlich gebessert zu haben. ;-)
Wieder fuhren wir durch Břeclav, doch diesmal quasi quer zu meiner Reiserichtung zwei Tage zuvor. Eine halbe Stunde später wurde Brünn mit + 4 erreicht. Um mein Gepäck abzugeben, tauschte ich meine Münzen diesmal gleich am ČD-Schalter, erfahrungsgemäß klappt das nirgendwo anders.
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61 Angekommen in Brünn
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62 Brno hlavní nádraží ist nicht schön…
Den Tag über besichtigte ich Brünn und war überaus angetan von den zweitgrößten Stadt Tschechiens. Anders als in Prag sind hier kaum Touristen unterwegs.
Erst zeige ich ein paar Sehenswürdigkeiten:
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63 – 64 Freiheitsplatz
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65 Mahen-Theater
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66 Schickes Gebäude
Und nun die Verkehrsmittel:
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67 – 68 Freiheitsplatz mit Tatra
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69 Alte Tram
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70 Mittelalte Tram vor einem ebensolchen Haus
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71 Neue Tram
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72 Neue Tram mit Werbung
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73 – 74 Ui, Obus!
Nachmittags stieg ich pünktlich zum gerade einsetzenden Regen wieder in den Zug und fuhr über die mir unbekannte langsamere der beiden Hauptstrecken Richtung Prag. In meiner Wegevorschrift steht etwas Anderes als im Reiseplan, nämlich dass ich über die schnellere Strecke hätte fahren sollen. Km-mäßig dürfte diese sogar länger sein, also fuhr ich noch nicht mal einen Umweg.^^ Die Zubine hat mir dafür etwas Unverständliches entgegen gebrüllt, auf jeden Fall klang es nicht nett. Hat mich aber nicht aus der Bahn geworfen... Lt. Wegevorschrift müsste ich Kolín - Litoměřice sogar über Praha hl. n. fahren, das wäre definitiv ein Umweg.^^ Später, nachdem dem Personalwechsel, erklärte mir bei der erneuten Kontrolle ein Zub höflich, dass ich im falschen Zug sitze. Ich erklärte genauso höflich, dass ich in dem Zug sitze, der in der Reiseverbindung angegeben ist. Daraufhin tippte er ewig an seinem Gerät herum, irgendwann gab er mir die Fahrkarte zurück und sagte bloß: „Ďekují“. :D Bald nach Abfahrt ging es eingleisig mit 50 km/h direkt neben den Baumeistern durch eine Baustelle. Interessant, dass die Tschechen so etwas bei laufendem Betrieb machen, bei uns wäre wahrscheinlich min. 6 Monate Totalsperrung... (Fairerweise dazu gesagt: auf Mannheim - Stuttgart oder z. B. Hannover - Göttingen mit Tempo 50 durch die Baustelle zuckeln würde wahrscheinlich länger dauern als über die Altstrecke umleiten^^). Während die erste, geschätzt min. 7 km lange Baustelle noch mittels 8 min früherer Abfahrt in Brünn in den Fahrplan eingearbeitet war, war die zweite Baustelle das nicht mehr, so erhielt der Zug + 7. Infos zu den Bauarbeiten gibt es auf der Webseite, in der App und natürlich mittels Durchsagen an den Bahnhöfen, aber überall nur in der Weltsprache Tschechisch.^^ Nur im Bahnhof des stark von Touristen frequentierten Kutná Hora gab es automatische Ansagen in schlechtem Englisch.^^
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75 Weiter geht’s!
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76 – 78 Zu sehen ist nicht weniger als das zweite Streckengleis
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79 Das geht sogar im Tunnel
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80 Zugkreuzung in Havlíčkův Brod
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81 Nur ein einzelner Baumann
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82 Da endet das Gleis^^
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83 Bahnhof Čáslav
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84 Angekommen in Kolín
Am durchaus schönen Stadtplatz ging ich essen. Dann begab ich mich zu einer kleinen, guten Pension im Westteil der Stadt und fiel tot ins Bett.^^
Tschechisch ist übrigens eine tolle Sprache. ;-)
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85 Der Stadtplatz von Kolín am Abend


Und aus Gründen der Zeichbeschränkung teile ich diesmal nicht nach Tagen.
Trotz fest stehenden Bettes kam ich wahrscheinlich auch diese Nacht nicht auf 8 h schlaf, denn am nächsten Morgen ging es ziemlich früh los.^^
Die Vorleistung meines Zuges kam wohl wegen eines Brandes (Genaueres habe ich nicht verstanden) ca. 35 min zu spät in Kolín an, deshalb war meine planm. Abfahrt 7:14 Uhr um 8 min verspätet. Gleich am Anfang überquerte der Zug die Elbe. Auf dieser Strecke sollte eigentlich auch eine Baustelle sein (in den Baustelleninfos steht dann der schöne Satz „Die Verspätung kann sich um bis zu 10 min erhöhen“^^), der Tf ist aber mit Vollgas durchgeheizt und hat die + 8 auf + 2 reduziert (wohlbemerkt ohne Baustellenfahrplan!).^^ Die Fahrt war landschaftlich wenig interessant und mit mit 120 km/h fürs Flachland auch nicht allzu schnell. Ab Mělník verlief die Strecke zeitweise östlich entlang der Elbe, die wichtigere Strecke ist auf der Westseite. In Litoměřice hatte ich mein Ticket gesplittet, bis hierhin hatte ich noch das Ticket vom Vortag aus Brünn, weiter ging es mit einem Bayern-Böhmen-Ticket, das sich somit als Km-Preis-Wunder erwies. ;-) Nachdem wir anfangs die Verspätung aufgeholt hatten, waren entlang der Elbe wieder Bauarbeiten und eingleisiger Betrieb, sodass wir länger auf einen Güterzug warten mussten. So waren es an der Endstation Ústí nad Labem západ (Westbhf.) wieder + 7. Kurz vor Ende der Fahrt überquerte der Zug nochmal die Elbe mit schöner Sicht auf Ústí. Hier hatte ich wieder 1:15 h Aufenthalt. Ich nutzte sie, um die Keksabteilung des Supermarktes leer zu räumen.^^ Trotz meines peinlichen Einkaufs wurde ich auf Tschechisch nach einer Kundenkarte gefragt, und um nicht als Ausländer aufzufallen, wusste ich (auf Slowakisch) zu antworten, dass ich keine habe. :D
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86 Gleicher Platz wie Bild 85, aber gegenüberliegende Ecke und Tageszeit ;-)
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87 Einkaufszentrum in Kolín beim Bahnhof. Man beachte die WCs neben dem Eingang^^
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88 Weiter geht’s!
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89 Letzter Blick auf Kolín
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90 Herrlich!
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91 – 92 Die friedliche Elbe
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93 Hügellandschaft
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94 Mal wieder Bauarbeiten, wir haben auf einen Güterzug gewartet
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95 – 96 Im Elbtal
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97 Gleich überquert der Steuerwagen die Elbe
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98 – 100 Von der Elbbrücke besteht keine direkte Gleisverbindung zum Hbf.
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101 Der Zug macht erstmal Pause

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!


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