Gedanken zur Konkurrenz im Fernverkehr. (Allgemeines Forum)

agw, NRW, Mittwoch, 28.08.2019, 14:15 (vor 2419 Tagen) @ Oscar (NL)

Konkurrenz kann sein, wenn ich für meine Busreise Eindhoven-Düsseldorf die Wahl zwischen FlixBus und DB IC Bus habe. Aber auch nur dann, wenn die Fahrpläne quasi gleich sind. Wenn Flixbus um 4n:00 fährt und DB IC Bus um 4n+2:00, dann bestimmt der Zeitpunkt, mit welchem Unternehmen ich reise. Nicht mein Geldbeutel: ich werde nicht zwei Stunden warten weil ich dann preiswerter reisen kann.

Konkurrenz bei der Bahn wäre in etwa: ich stehe in Amsterdam und möchte nach München reisen. Ich habe die Wahl zwischen einen ICE International der DB, ein .europa der NTV und einem "FlixSpeed" gefahren mit CRRC-Triebwagen aus China, und alle fahren um etwa 8:00 los und fahren die gleiche Strecke.
So betrachtet ist Konkurrenz bei der Bahn also technisch nicht möglich; es können ja nicht zwei Züge am selben Zeitpunkt auf demselben Gleisabschnitt sein. Besagte drie Züge müssten etwa in Blockabstand fahren, 6-7 Stunden lang.

Nein. Völlig falsch.
Selbst bei der DB intern gibt es ja schon Konkurrenzzüge.
Die Tage wollte ich von Essen/Bochum in die Gegend von Stuttgart und wollte bis 18:00 Uhr am Endziel sein, mit einer leichten Präferenz auf ca. 16 Uhr in Stuttgart Hbf und vielleicht nicht vor 10 Uhr los.
Allein das DB-Angebot bot mir bestimmt 10 verschiedene, passende Verbindungen zu 10 unterschiedlichen Sparpreise und sicher 3-4 unterschiedlichen Flexpreisen an.
Entschieden habe ich mich für meine Wunschankunft in Stuttgart, aber einen günstigen Flexpreis (da BC50) über die Rheinschiene.

Die 10 Verbindungen waren alle von der DB, hätten aber auch von 3-4 Anbietern sein können.
Im Blockabstand fuhr da auch nur wenig.


Konkurrenz bedeutet auch, dass ein Angebot von Unternehmen A bei Unternehmen B nicht gilt. Wenn KLM auf Amsterdam-München versagt, muss ich nicht erwarten, dass Lufthansa mir einen Ersatzflug anbietet.

Auch das muss nicht so sein. Ich fahre hier ja mit verschiedenen Unternehmen im Nahverkehr die unter einander konkurrieren, aber meine Fahrkarte gilt immer.
Das könnte im FV auch so sein.

Anders als der Fernbusverkehr und der Luftverkehr (einzelne Punkt-Punkt Verbindungen) ist die Bahn ein Netzwerk mit Korrespondenzanschlüssen. Diese Qualität muss die Bahn benutzen; würde man voll auf Flix & Co setzen, dann gäbe es eine Situation wie etwa in Frankreich, wo man die Netzwirkung oft vergeblich sucht.

Im Prinzip richtig. Deswegen gehört zum Deutschlandtakt ja auch der Deutschlandtarif.


Insgesamt denke ich, dass Konkurrenz, so wie wir das bei den Airlines und Fernbussen kennen, bei der Bahn eher kontraproduktiv wirkt. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Hauptkonkurrent jedes Bahngeschäfts das Auto ist. Und der Autofahrer braucht sich ja nicht um irgendwelche Logos auf Fahrzeuge zu kümmern. Er steigt ein und fährt los.

Richtig, aber sollte trotzdem kein Hindernis für Konkurrenz sein.

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