Kapitel 3: Auf zu neuen Ufern! Teil 2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Samstag, 02.02.2019, 14:01 (vor 670 Tagen) @ Krümelmonster

Lemberg war von allen besuchten Orten auf der Tour derjenige, der mir am besten gefallen hat! Budapest kommt nah dran. Split ist auch sehr schön, aber voller Kreuzfahrer, und Kotor ist von der Größe her überhaupt nicht vergleichbar und auch total überlaufen. Zwei volle Tage blieb ich in Lemberg.
Ich schildere meine Eindrücke mal recht lose:
Für besonders erwähnenswert halte ich die Oper, die armenische Kathedrale (so etwas sieht man so wenige km von Mitteleuropa entfernt selten) und natürlich die richtig schöne Altstadt. Südlich von dieser gibt es auch sehr schöne Parks.
Die Sehenswürdigkeiten zeige ich am besten mit Bildern:
[image]
26 Die Oper
[image]
27 Das prächtige Innere der Transfigurationskirche
[image]
[image]
[image]
28 – 30 In der exotisch anmutenden armenischen Kirche
[image]
31 Boim-Kapelle nahe der Kathedrale
[image]
32 So sieht der Rynok aus
[image]
33 Ebendort steht das Rathaus
[image]
34 Ausblick vom Rathausturm. Am Ende der Grünstreifens links steht die Oper, in der Bildmitte ist die Transfigurationskirche mit drei Kuppeln erkennbar.
[image]
35 Westseite des Rynok
[image]
36 Nordseite des Rynok. Der Turm müsste zur armenischen Kirche gehören.
[image]
37 Panorama
[image]
38 Ostseite des Rynok mit Filter ;-)
[image]
39 Ich weiß zwar nicht mehr, welche Kirche das ist, aber die sieht mir eher katholisch aus und nicht orthodox
[image]
40 St.-Georgs-Kathedrale
[image]
41 Kirche von St. Olha & Elisabeth
[image]
42 Universität
Ein Restaurant mitten in der Altstadt hatte die Karte nur auf Ukrainisch, die Bedienung war keiner anderen Sprache mächtig (Russisch hab ich nicht probiert). Dafür waren die Preise lächerlich, die Pizza Margherita kostete für 2 €, selbst die Trüffelpizza war mit 4,50 € erschwinglich. Am ersten Abend war ich in einem Restaurant, wo sowohl die Karte als auch der Kellner Englisch konnten. Allerdings war das ein georgisches Restaurant.^^ Zum Glück waren alle Gerichte mit Fotos versehen. :D Mega lecker war es auch. Ich hatte gelesen, dass es manchmal auch westliche Touristen nach Lemberg verschlagen soll, gesehen/gehört hab ich aber keine. Dabei sah ich nicht wenige Touristen, aber die sprachen alle untereinander Ukrainisch oder Russisch. Ein paar Mal wurde ich ob meiner dürftigen Sprachkenntnisse (immerhin, ganz ohne Sprachkenntnisse wäre ich völlig lost gewesen^^) gefragt, ob ich ein Pole sei.^^ Lemberg ist bis heute die einzige mir bekannte große ukrainische Stadt, wo ich auf den Straßen von den Einheimischen fast nur Ukrainisch hörte, Russisch war extrem selten, vielleicht 2 – 3 %.
Ich sah in der Ukraine etwas mehr Uniformierte als bei uns, aber nicht auffällig mehr im Vergleich zu Belgien oder Frankreich 2017. Auch sah ich immer wieder, dass Leute ihre Uniform offenkundig auch in der Freizeit tragen. Womöglich genießen sie ein höheres Ansehen, wahrscheinlich haben sie dadurch Privilegien (kostenlose ÖPNV-Nutzung o ä). Aber man würde nie vermuten, dass man in einem Land ist, wo Krieg herrscht! Auch wirkten die Menschen sehr ausgelassen.
[image]
43 Abends wird auf öffentlichen Plätzen getanzt
[image]
44 An der Oper

Das Verkehrssystem dort unterscheidet sich doch um einiges von unserem. ;-)
In der ehemaligen Sowjetunion sieht man häufig Marschrutkas. Das ist so eine Art Minibus, der in der Stadt auf eigene Rechnung meist festgelegte Routen fährt, welche außer den Einheimischen niemand kennt.^^ Eine Fahrt mit so einer Kiste kostet innerhalb Lembergs 4 UAH (13 ct). So eine Marshrutka-Fahrt muss man mal erlebt haben: Es ist glühend heiß da drin. Fahrstil schön umschrieben abenteuerlich. Ich habe mich dann auf den Boden neben der Tür gesetzt. Was ich nicht wusste: Die Tür öffnet nach innen, und zwar nicht gerade zimperlich. An der ersten Station ging sie nur halb auf und hat meinen Fuß so fest eingeklemmt, dass ich ihn selber nicht rausziehen konnte, sodass ich dann von allen Seiten auf Ukrainisch angeschnauzt wurde. An meiner Station hab ich’s nicht ganz rechtzeitig raus geschafft, der Fahrer war aber rücksichtsvoll und ist langsam angefahren, sodass ich noch rausspringen konnte. Mehr Osteuropa-Feeling geht nicht! :D
[image]
45 Alter Obus
[image]
46 Obus
[image]
47 Neuer Obus
[image]
48 Marschrutka
Eine einfache Tram-Fahrt kostete damals 3 UAH (10 ct), ein „Ticket“ fürs Gepäckstück die Hälfte davon. Tickets können nur in den Fahrzeugen bei der Fahrerin gekauft werden (die Tram-Fahrer in Lemberg sind übrigens fast alle Frauen). Schwarzfahren kostet das 15-Fache des Ticket-Preises, also stolze 1,50 €, aber 2/3 der Fahrgäste können aufgrund von Sonderregelungen eh kostenlos mitfahren.^^ Die Strecken sind teilweise in einem extrem schlechten Zustand, die Bahn schaukelt bedrohlich wie ein Schiff bei Sturm auf hoher See, und im Inneren klingt es ungefähr so, wie ich Artilleriefeuer vorstelle. Als ich am zweiten Morgen Tram fuhr, blieb die Tram auf einmal im dichtesten Berufsverkehr mitten auf einer Kreuzung stehen, alle stiegen aus. Später sah ich, dass es nach einem Unfall zu einem Mega-Tram-Stau gekommen war. Am zweiten Abend fuhr ich mit der Tram wieder zum Bhf. Ich wollte erst anderthalb Tickets kaufen (halbes fürs Gepäck), schaffte aber es nicht und hatte drei Tickets in der Hand, aber in der Ukraine kann man schon mal dekadent sein und sagen: „Was kostet die Welt?“ :D. Dann versuchte ich zu erfragen, ob die Tram zum Bhf. fährt, hoffte dass die Fahrerin einfach mit Ja oder Nein antwortet. Ich fragte dreimal und dreimal kam nur ein Schwall Ukrainisch zurück, der keines der beiden erhofften Worte beinhaltete.^^ Stattdessen sprach mich von hinten eine Frau auf Englisch an, und da sich so selten ein Ausländer in die Ukraine verirrt, interessierte sie sich gleich für meine Reise und warum ich ausgerechnet in die Ukraine wollte („I wanted adventure“ ^^). Dann sagte sie mir, dass die Tram nicht direkt zum Bhf fährt, aber in der Nähe hält, als es so weit war, sagte sie mir, wo ich aussteigen musste, und erklärte mir den restlichen Weg zum Bhf (letzteren hätte ich noch alleine hinbekommen, die Stelle zum Aussteigen nicht^^).
[image]
49 Meine Kamera hat Probleme damit, hell und dunkel in einem Bild zu kombinieren -.-
[image]
50 Tram am zentralen Platz Rynok
[image]
51 Tram mit Werbung
[image]
52 Aus dem Inneren der Tram ;-)
[image]
53 moderne Tram
[image]
54 Ganz neue Tram
[image]
55 Sieht von hinten fast aus wie ein Bus^^
[image]
56 Gleich zwei auf einmal

--
Meine Reiseberichte, die vor Mai 2020 veröffentlicht wurden, am besten in Firefox oder Edge öffnen - dort sollten keine Bilder auf der Seite liegen ;-)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum