Alles ohne Fahrgastrechte - daher gezielte Falschinformation (Allgemeines Forum)

bahn.patient, Dienstag, 02.10.2018, 15:43 (vor 2730 Tagen) @ JanZ

Mit Verlaub, aber die PM ist absichtliche, gezielte Fehlinformation. Leider durften wir in der jüngeren Vergangenheit leider häufiger beobachten, dass viele Medien solchen von der DB verbreiteten Blödsinn nicht hinterfragen und ungeprüft übernehmen.

Fakt ist: Die DB macht überhaupt nichts "einfacher" und bietet keinen Mehrwert, den es anderswo nicht schon längst gibt. Stattdessen tritt sie lediglich in den Wettbewerb mit Loco2, Trainline, B-Europe (SNCB) u.a. um Verkaufsprovisionen für Fremdtickets ein, die schon seit geraumer Zeit gestückelte Tickets verkaufen.

Für den Fahrgast verändert sich also überhaut nichts. Das Reisen mit gestückelten Tickets bleibt ein Vabanquespiel, dank fehlender Fahrgastrechte, willkürlicher Konditionen bei HOTNAT (das laut @DB_Bahn auch nur für durchgehende Fahrkarten gilt) und völliger Intransparenz beim Agreement on Journey Continuation.

Im Gegensatz zu den privaten Wettbewerbern wäre die DB ja sogar in der Lage, Durchgangsfahrkarten anzubieten - daran besteht aber schlicht kein Interesse, weil es wirtschaftlich sinnvoller ist, das Risiko des Anschlussverlusts auf den Beförderungsfall zu übertragen. Die EU-Kommission hat das längst durchschaut:

Wenn Eisenbahnunternehmen lediglich Fahrkarten für einzelne Fahrtabschnitte anbieten, können sie Verpflichtungen in Bezug auf Entschädigungen, anderweitige Beförderung und Hilfeleistungen umgehen.

Quelle: EU-Kommission, September 2017, siehe auch meinen Beitrag aus dem März

Hoffen wir auf die Reform der Fahrgastrechte-Richtlinie (bei der uns leider in anderen Fragen auch viel Quatsch ins Haus steht) oder darauf, dass jemand die völlig willkürliche Aufteilung in separate Beförderungsverträge mal bis zum Europäischen Gerichtshof durchprozessiert.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum