nicht unbedingt (Fahrkarten und Angebote)

musicus, Donnerstag, 11.08.2016, 07:38 (vor 3527 Tagen) @ Aphex Twin
bearbeitet von musicus, Donnerstag, 11.08.2016, 07:42

Und was ist daran falsch?

Zunächst nur wenig. Aber es sei gesagt, dass bereits jetzt Stoßzeitenpendler einen erheblichen Beitrag leisten. Daneben sehe ich im mobility pricing mit weiter erhöhten Stoßzeitenpreisen eben nur sehr begrenztes Steuerungspotential, da eine gewisse Anzahl von Personen - wie bereits dargestellt - ohnehin fahren *muss*. Weiterhin und etwas OT bzw. on topic: Die Schweiz ist in der Sache nur bedingt mit Deutschland vergleichbar, zumindest sehe ich keine Möglichkeit zur 1:1-Übertragbarkeit von Verhältnissen und Voraussetzungen. Und eigentlich bestand mein Einwurf erstmal nur aus dem Hinweis, dass eine BC100 (oder GA oder sonstwie) mobility pricing konterkariert.

Es sind schließlich die Leute die zu Stoßzeiten fahren, die den Kapazitätsbedarf verursachen.

Es sind schließlich die Leute, die nicht zu den Stoßzeiten fahren, die dann von bereits bestehenden und großteils finanzierten Kapazitäten profitieren.

Wieso sollen nicht die mehr zahlen, die die Kosten verursachen?

Wieso sollen nicht die mehr zahlen, die durch hohe zeitliche Flexibilität bereits jetzt privilegiert sind und dieselbe Qualität von Mobilitätsleistung mit Subventionierungsquoten von bis zu 90% genießen? Abgesehen davon, ließe sich diese Perspektive deinerseits auch so lesen, dass sich jeder Zug selbst tragen sollte: Dann wäre der gestopfte Pendlerexpress am Freitag für 39€ zu haben und die angenehme Entspannungsreise im zu 30% ausgelasteten Spät-ICE am Mittwochabend fast unerschwinglich.
Eine flächendeckende und zeitlich vielseitige Mobilitätsversorgung mit Stoßzeitenbedarfen auf Pendlerstrecken zu begründen und über deren Nutzer bevorzugt finanzieren zu lassen, ist eben genau der Ansatz, den ich nicht teile. Mag sein, dass Preiserhöhungen unumgänglich sind weil gewisse Kalkulationen nicht tragen - diese aber einseitig auf jene Gruppen abzuwälzen, die sich am wenigsten wehren können ist ein eher fauler Trick, der zum unterstellten "sozialen Ausgleichszweck" der Verkehrsunternehmen eher das Gegenteil bildet. Dennoch ist mir bewusst, dass sich hier auch Leute tummeln, die das durchaus gutheißen.

Und bitte komm mir nicht mit dem ´kleinen Leuteˋ Argument.

Mir ist nicht ganz klar, was du mir damit unterstellen willst.

Die Bahn ist nicht dazu da für sozialen Ausgleich zu sorgen

Pendler sind auch nicht dafür da, 14,25€-Ramsch querzusubventionieren. Abgesehen davon, ruht dieser Satz von dir ebenfalls auf einer haltlosen Unterstellung.

und wenn man sie dafür nutzen wollte wäre es effizienter den BahnCardpreis nach Einkommen zu staffeln als auf Verkehrssteuerung zu verzichten

BC25/50 fallen für Vielfahrer/Pendler preislich ja gar nicht ins Gewicht. Und sobald es eine zusätzliche BC100 für Geringverdiener im Portfolio gäbe, finge wohl jeder an, sich arm zu rechnen, das ergäbe womöglich genau das Gegenteil dessen, was mobility pricing bezwecken will.


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