neue Bundesländer besser versorgt als alte (Allgemeines Forum)

Henrik, Mittwoch, 03.08.2016, 18:16 (vor 3534 Tagen) @ ICETreffErfurt

Wenn man sich die Zugdichten so ansieht, dürften bezogen auf die jeweiligen Einwohnerzahlen Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen das beste Nahverkehrsangebot haben.

die Zahlen & Vergleiche sind ja bekannt, von "dürfte" muss also keine Rede sein.

hinsichtlich Fahrleistung im SPNV (Zug-km) je Einwohner, Vergleich der Bundesländer
liegen Rheinland-Pfalz & Hessen im Bundesdurchschnitt.
Brandenburg führt den Vergleich deutlich an (klar bedingt durch das umschlossene Berlin),
gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
Es sind die drei Bundesländer mit den geringsten Einwohnerdichten.

Je weiter man zum Rand kommt, egal ob Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg oder Saarland, wird das Angebot bezogen auf die jeweilige Einwohnerzahl immer dünner.

auch die These wird von den Zahlen nicht gedeckt.
Nach den vier Ländern mit den geringsten Einwohnerdichten (o.g. drei + Thüringen)
folgen die Länder Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Bayern & Sachsen - allesamt "Rand"-Länder.
..wofür auch immer das unkonkrete "Rand" gut sein sollte.

Aber gerade von Brandenburg und Sachsen nach Polen und Tschechien oder von Saarland nach Frankreich gibt es genügend Erweiterungsmöglichkeiten. Man müsste den Nahverkehr nur international ausschreiben.

international ausgeschrieben wird's ja eh - das hat damit nichts zu tun. ein internationaler Gewinner wird dann auch nicht mehr Verkehr betreiben als im Vertrag vereinbart.;)
Das muss von den Aufgabenträgern mit denen jenseits der Grenze vereinbart werden.
Hinsichtlich Polen & Tschechien sehe ich da auf absehbare Zeit bei deren unrühmlicher politischer Situation keine Perspektive.
NRW <-> NL sieht's doch gut aus.

Auf Stichstrecken in dünn besiedelten Gegenden lohnt sich ökonomisch oftmals nicht mehr als ein 2-Stunden-Takt. Wenn allerdings ein großer Ort von zwei oder mehr Seiten erschlossen werden kann und man einzelne Stichstrecken miteinander verknüpft, ist der Stundentakt schon ökonomisch möglich.

der Bedarf muss aber schon da sein..

Was die Dorfhalte angeht, nimmt MV nur das vorweg, was sich bald in allen Bundesländern mehren wird.

ganz im Gegenteil, weder das eine, noch das andere.

Die neuen Bundesländer hatten einen gewaltigen Nachholbedarf hinsichtlich Stilllegungen im Vergleich zu den alten Bundesländern - die alten haben das also schon längst hinter sich und reaktivieren ja eine Station & Linie nach der anderen, Dank der deutlich höheren finanziellen Mittel durch die Bahnreform.

siehe unten

In Thüringen sollen die nächsten Jahre auch mehrere Haltepunkt stillgelegt werden, die an Hauptstrecken liegen, beispielsweise Papiermühle zwischen Jena und Gera.

..und wieviele Einwohner hat Papiermühle noch gleich?

--


Reaktion auf Pläne der Deutschen Bahn

Mitteldeutschland gegen Wiederbelebung von Bahnstrecken

Viele Strecken über die heute Gras wächst, wollen Deutsche Bahn und der Deutsche Bahnkundenverband wiederbeleben.

Sachsen hat kein Interesse an Wiederbelebung

Seit 1994 wurden in Sachsen 61 Bahnstrecken stillgelegt. Damit führt das Bundesland die mitteldeutsche Statistik an. Für das Verkehrsministerium hat die Wiederbelegung der alten Strecken trotzdem keine Relevanz. Denn im Vergleich mit den westdeutschen Bundesländern stünde Mitteldeutschland noch ganz gut da. Im Westen wurden in den letzten Jahrzehnten noch mehr Strecken stillgelegt. Das Argument hat Gerhard Curth, Präsident des Deutschen Bahnkunden-Verbands, schon häufig gehört: "Dass die Länder dagegen sind, das wussten wir. Das hat den Hintergrund, dass die Strecken, die nicht mehr der DB gehören oder von der DB betrieben werden, auch nicht mehr vom Bund gefördert werden. Wenn dort etwas zu machen ist, sind die Länder im Boot."

39 Strecken in Thüringen stillgelegt

Die Länder könnten also finanziell mit etwas belastet werden, was sie eigentlich nicht wollen. Wie etwa mit dem Wunschprojekt des Verbands, der Max und Moritz Bahn über den Rennsteig. In Thüringen wurden seit 1994 insgesamt 39 Regionalstrecken wie diese in den Dornröschenschlaf versetzt.

Keine lohnenden Strecken in Sachsen-Anhalt

Außerdem hatte Thüringen für den Bundesverkehrswegeplan vorgesehen, die Strecke zwischen Südthüringen und dem bayerischen Coburg wiederzubeleben. Diese Pläne wurden bisher nicht berücksichtigt. Und Sachsen Anhalt? 44 Strecken wurden hier in den letzten 22 Jahren stillgelegt. Wolfgang Ball von der Nahverkehrsservicegesellschaft meint: "Wir haben hier bei uns keine Strecke, bei der wir sagen: oh hier würde es sich lohnen, sie zu reaktivieren und wieder Fahrgäste zu gewinnen. Solche Strecken existieren hier im Osten und speziell in Sachsen-Anhalt nicht."

Wer das als Bahnkunde anders sieht, der kann dem Deutschen Bahnkundenverband selbst Vorschläge unterbreiten, welche eingeschlafenen Bahnstrecken wiederbelebt werden sollten, im Zweifel dann mit Hilfe privater Investoren.

http://www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/regional/bahnstrecken-mitteldeutschland-100.html
07. April 2016


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