Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 6/7 m 54 B (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 02.08.2016, 18:21 (vor 3524 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum vorletzten Teil unserer kleinen Deutschland-Rundreise. Im letzten Teil waren wir mit Dampfzug, Schiff und UBB von Binz auf Rügen nach Heringsdorf auf Usedom gereist.

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Eigentlich beginnt jetzt die Heimreise, wobei wir nicht den schnellsten bzw. „verkehrsüblichen“ Weg wählen, sondern zunächst mit dem UrlaubsExpress nach Köln fahren und dann über die Eifelstrecke weiter in den Süden reisen.


Tag 5: Heringsdorf - Köln

Zu den Exoten im Fernverkehrsangebot der Deutschen Bahn gehören die Kurswagen von und nach Heringsdorf. Saisonal gibt es damit eine durchgehende Verbindung zwischen Köln, Ruhrgebiet und Berlin nach Usedom.

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Der Zug besteht ab Heringsdorf aus drei Interregio-Wagen zweiter Klasse, bespannt von der BR 218. Von Heringsdorf über Wolgast nach Züssow verkehrt der Zug unter zwei wechselnden UBB-Zugnummern. Soweit ich es beobachten und die Dienstkleidung richtig deuten kann, gibt es zwei Zugbegleiter an Bord, ein DB-Mitarbeiter übernimmt die Zugabfertigung an den Zwischenhalten und eine UBB-Mitarbeiterin ist an Bord für Fahrscheinkontrolle und –verkauf zuständig.

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Mit zahlreichen Zwischenhalten im Takt der UBB beginnt nun die Fahrt über die Insel, hier bei einer Zugkreuzung mit einem GTW der UBB in Zempin.

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In Zinnowitz passieren wir abgestellte Ferkeltaxen, die in den ersten Jahren der UBB auf Usedom unterwegs waren.

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Nach dem Krieg gab es auf Usedom im wahrsten Sinne des Wortes einen Inselbetrieb bei der Bahn; nachdem die Eisenbahnbrücke von Karnin gesprengt wurde, mussten die Fahrzeuge über eine Fährverbindung auf die Insel gebracht werden, für Passagiere hieß es in Wolgast Umsteigen auf die Fähre. Im Jahr 2000 wurde dann der Bahnverkehr über die neue Peenebrücke aufgenommen, eine kombinierte Straßen- und Eisenbahn-Klappbrücke.

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Kurz darauf gibt es für die Fahrgäste einen kurzen Blick auf die Wolgaster St-Petri-Kirche, deren Backsteingotik-Turm die Stadt überragt.

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In Züssow erfolgt dann die Vereinigung mit dem Zugteil aus Binz. Nachdem der Stammzug am gegenüberliegenden Bahnsteig angekommen ist, werden die Kurswagen angehängt.

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Fahrgäste mit Erste-Klasse-Fahrscheinen wechseln nun in den vorderen Zugteil. Das hatte ich eigentlich auch vor, allerdings waren dort schon alle Fensterplätze ausreserviert. Und so lautet Plan B: wir wechseln in Wagen 10, dort gibt es im Bwmz den gleichen Reisekomfort, noch dazu mit einem nostalgischen Touch in Holzdekor.

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Laut Fahrplan sind wir in einem klassischen Intercity unterwegs, der Zugname „UrlaubsExpress Mecklenburg-Vorpommern“ erinnert jedoch an die Ära der saisonalen Touristenzüge, die von 1998 bis 2007 unter der Zuggattung UrlaubsExpress (UEx) von den Ballungsgebieten in die Ferienregionen verkehrten.

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Die Reise führt uns zunächst durch Vorpommern und die Uckermark nach Berlin, hier queren wir gerade die Peene in Anklam.

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Durch viel grünes und recht flaches Land geht es gen Hauptstadt. Den Berliner Hauptbahnhof lassen wir aus, von Gesundbrunnen fahren wir direkt nach Spandau.

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Hier sind wir schon auf der Schnellfahrtstrecke nach Hannover. Nach der Fahrt über die Elbe verlassen wir die Schnellfahrtstrecke für einen Zwischenstopp in Stendal...

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…und fahren über Wolfsburg nach Hannover.

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Je weiter wir nach Westen kommen, desto schlechter wird das Wetter. Unterwegs gehen kräftige Regenschauer nieder, deshalb gibt es jetzt keine weiteren Streckenbilder.

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Nach der Fahrt über Bielefeld und durch das Ruhrgebiet rollen wir schließlich über die Hohenzollernbrücke in den Hauptbahnhof von Köln. Nach rund neuneinhalb Stunden Fahrt ist damit unser heutiges Tagesziel erreicht.

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Bevor nun der aufmerksame Leser über mögliche Unstimmigkeiten stolpert, gebe ich zu, dass jetzt ein Schnitt erfolgt. Geplant war, am nächsten Reisetag von Köln aus über die Eifelstrecke nach Trier und weiter über Saarbrücken und Straßburg nach Hause zu fahren. Das war komplett durchgeplant und auch die Fahrkarten für den französischen Abschnitt hatten wir schon in der Tasche. Nachdem der Wetterbericht für den Folgetag jedoch Dauerregen prognostiziert hatte, sind wir noch am Abend durch den Regen ins Reisezentrum am Kölner Hauptbahnhof marschiert, haben die Fahrkarten für Frankreich zurückgegeben und sind am nächsten Tag auf dem direkten Weg nach Hause gefahren.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – und wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, will ich das auch vollenden. Im Mai 2016 haben wir dann die restliche Etappe in Angriff genommen.

Es geht gleich weiter...

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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