Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 6 (Reiseberichte)
Tag 6: Köln – Gerolstein – Trier – Saarbrücken – Straßburg – Offenburg - Konstanz
Wenn man sich die Kursbuchkarte für Deutschland anschaut, ist es rein optisch gar nicht so verwegen, von Köln über die westliche Route an den Bodensee zu fahren. Gut, sobald man den Fahrplan vergleicht, revidiert sich das wieder, aber trotzdem wollte ich diese Route schon immer mal ausprobieren.
Und heute soll es nun endlich so weit sein, mit einem LINT starten wir am Kölner Hauptbahnhof zur Fahrt auf der Eifelstrecke. Die Strecke gehört zum sogenannten „vareo-Netz“, die Wortschöpfung setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der Einzugsgebiete Voreifel, Ahrtal, Rhein, Eifel und Oberbergisches Land.
Nachdem wir Köln verlassen haben, führt die Strecke durch die offene Landschaft der Jülich-Zülpicher Börde, dann streifen wir das Ahrgebirge.
Ab Jünkerath begleitet uns der Fluss Kyll. Die Kyll ist der längste Fluss der südlichen Eifel, bis zur Mündung in die Mosel bei Ehrang werden noch ein paar Bilder folgen. Wir haben mittlerweile Nordrhein-Westfalen verlassen und sind jetzt in Rheinland-Pfalz.
Meine Deutschland-Bahnkarte sagt, Gerolstein wäre ein sehenswerter Ort. Und so legen wir hier einen einstündigen Zwischenstopp ein.
Das Empfangsgebäude wurde 2015 modernisiert und beherbergt neben einem Reisezentrum auch die Touristinformation Gerolsteiner Land. Falls ein Besucher den Ort Gerolstein noch nicht mit einem örtlichen Sprudelabfüller in Verbindung bringt, ruft sich der Getränkehersteller mit dezenten Hinweisen in Erinnerung. Die Word-Rechtschreibung kennt übrigens Gerolstein nicht und will immer Gerolsteiner daraus machen – so viel zum Bekanntheitsgrad von Sprudel und Stadt.
Wir drehen nun eine kleine Runde durch das Zentrum des Luftkurortes, anschließend bleibt noch viel Zeit, um uns am Bahnhof umzusehen.
Die fünf Bahnsteiggleise sind ein Relikt vergangener Zeiten, als Gerolstein ein wichtiger Knotenbahnhof war. Einstmals führte von hier die Westeifelbahn über Prüm bis ins heute belgische Sankt Vith, nach Westen führte die Eifelquerbahn bis Andernach und bis zum Zweiten Weltkrieg gab es noch eine Strecke ins 12 Kilometer entfernte Hillesheim. Heute wird der Bahnhof nur noch von Zügen auf der Eifelstrecke angefahren (je nach Haltefrequenz als „Eifel-Mosel-Express“, „Eifel-Express“ oder „Eifel-Bahn“). Die Eifelstrecke sollte eigentlich schon vor dem Ersten Weltkrieg als eine der ersten Strecken in Deutschland elektrifiziert werden, aufgrund der Nähe zur französischen Grenze kam dies aus militärtaktischen Gründen damals jedoch nicht zu Stande. Heutzutage würden sicherlich keine Militärs mehr Einspruch erheben – eine Oberleitung hängt aber bis heute nicht.
Die prächtigen neogotischen Empfangsgebäude entlang der Strecke hingegen haben vom militärischen Erbe der Strecke profitiert, sie wurden finanziert aus den französischen Zahlungen als Kriegsschuld nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871.
Damit aber genug der Historie, wir fahren jetzt weiter auf dem landschaftlich wohl reizvollsten Abschnitt durch die Eifel. Die Kyll durchbricht bei Gerolstein die Ausläufer der Vulkaneifel, bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof sind rechts die Gerolsteiner Dolomiten zu sehen.
Und weiter führt die Strecke entlang der Kyll. Der Charakter des Zugs hat sich mittlerweile gewandelt, während Publikum und Strecke auf der ersten Etappe ab Köln noch großstädtisch geprägt waren, rollen wir nun als Regionalbahn durch ländliche Regionen mit kleinen Haltepunkten als Bedarfshalte.
Während der Zug durch Mürlenbach fährt, fällt der Blick auf die Bertradaburg mit ihrem Doppelturmtor. Die Burg soll Wohnsitz von Bertrada, der Mutter Karls des Großen gewesen sein.
Idyllisch führt die Strecke weiter entlang der Kyll durch die Waldeifel nach Kyllburg. Auch dort empfängt ein repräsentatives Bahnhofsgebäude die Reisenden.
Auf diesem Streckenabschnitt wird deutlich, dass die Eifel ein Mittelgebirge ist, denn wir durchfahren nun mehrere Tunnel, auch zahlreiche Brücken gibt es auf dieser Etappe. Hier in Philippsheim begann einst eine rund acht Kilometer lange Schmalspurbahn, die aus dem Kylltal nach Binsfeld auf der Hochfläche führte, der Betrieb wurde 1965 eingestellt.
Die Eifelstrecke ist auf diesem Abschnitt eingleisig, im Bahnhof des 160-Einwohner-Dorfs Daufenbach warten wir einen Gegenzug ab.
Der nächste Halt ist dann in Kordel, in der Ortsmitte die Pfarrkirche St. Amandus. Eine wesentlich prominentere Sehenswürdigkeit ist jedoch kurz darauf...
...die Ruine der Burg Ramstein. Die Höhenburg aus dem 14. Jahrhundert steht auf einem Felsen am Rande des Meulenwaldes. Es gibt auch einen Haltepunkt Burg Ramstein, dieser wird allerdings nicht mehr bedient.
In Ehrang trifft die Eifelstrecke schließlich auf die Moselstrecke aus Koblenz, über die Pflalzeler Brücke queren wir nun die Mosel und erreichen den Hauptbahnhof von Trier.
Nach etwa 170 Kilometern durch die Eifel ist damit die erste Etappe der Rückreise abgeschlossen. Der LINT fährt kurz darauf als RB 22 zurück nach Köln, während wir nun einen kleinen Stadtrundgang durch Trier auf dem Plan haben.
Das Wandbild in der Empfangshalle zeigt neben dem Flusslauf der Mosel auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Trier, wobei die Porta Nigra gerade besonders beleuchtet wird.
Und hier das „Schwarze Tor“ im Original. Die Porta Nigra ist das besterhaltene römische Stadttor in Deutschland, zusammen mit Dom und Liebfrauenkirche gehört es zum UNESCO-Welterbe.
Sehr schmuck ist auch der Hauptmarkt im historischen Stadtkern mit bunten Fassaden und Gebäuden unterschiedlicher Epochen. Dahinter erhebt sich der Trierer Dom, die älteste Bischofskirche in Deutschland.
Im Vordergrund der Petrusbrunnen, im Hintergrund der repräsentative Bau der Steipe, ein Fest- und Empfangsgebäude der Bürgerschaft. Der gotische Bau wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört und 1968 originalgetreu wieder aufgebaut.
Und mit dem Blick über den Hauptmarkt zum Turm von St. Gangolf beenden wir den kleinen Rundgang. Wir laufen nun zurück an den Bahnhof und fahren über Saarbrücken und Straßburg nach Hause an den Bodensee – aber dazu mehr in den nächsten Tagen im letzten Teil.
Viele Grüße
Tobias
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- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 6/7 m 54 B -
TD,
02.08.2016, 18:21
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 6 -
TD,
02.08.2016, 18:26
- Yüp. Die Apotheke darf nicht fehlen... ;-))))))) - Blaschke, 02.08.2016, 19:26
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 6 -
ICE11,
02.08.2016, 20:18
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 6 -
Lumi25,
02.08.2016, 21:12
- Fotografieren mit Symbolik.... - Blaschke, 02.08.2016, 21:41
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 6 - Sören Heise, 02.08.2016, 21:22
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 6 -
Lumi25,
02.08.2016, 21:12
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Quasar,
02.08.2016, 19:13
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ES89,
02.08.2016, 19:52
- Frage zur Zukunft der Usedom-IC -
safe go,
02.08.2016, 20:55
- Usedom braucht eine Autobahn! -
ktmb,
02.08.2016, 20:58
- Usedom braucht einen Autozug! -
J-C,
02.08.2016, 21:02
- Usedom braucht die neg -
ES89,
02.08.2016, 23:10
- Usedom braucht nicht die neg - 218 466-1, 02.08.2016, 23:28
- Usedom braucht die neg -
safe go,
03.08.2016, 09:21
- Usedom braucht die neg -
ES89,
03.08.2016, 11:10
- Usedom braucht die neg - safe go, 03.08.2016, 11:28
- Usedom braucht die neg -
ES89,
03.08.2016, 11:10
- Usedom braucht die neg -
ES89,
02.08.2016, 23:10
- Rügen hat keine Autobahn -
safe go,
03.08.2016, 09:15
- Rügen hat eine "Autobahn" (B96n) -
ktmb,
03.08.2016, 09:42
- Rügen braucht keine Autobahnen. -
J-C,
03.08.2016, 09:47
- Rügen braucht eine Autobahn. -
ktmb,
03.08.2016, 09:54
- Rügen braucht wirklich keine Autobahn. -
J-C,
03.08.2016, 10:06
- Rügen braucht wirklich keine Autobahn. -
safe go,
03.08.2016, 10:12
- Also ist hier zeitweise eine Nachfrage sehr wohl vorhanden.. -
J-C,
03.08.2016, 10:15
- Zeitweise scheint aber einen sehr engen Zeitraum zu umfassen - safe go, 03.08.2016, 10:20
- Also ist hier zeitweise eine Nachfrage sehr wohl vorhanden.. -
J-C,
03.08.2016, 10:15
- Rügen hat eine "Autobahn". -
ktmb,
03.08.2016, 10:16
- 5 Umsteige-Szenarien? -
J-C,
03.08.2016, 10:46
- 5 Umsteige-Szenarien? -
ktmb,
03.08.2016, 10:52
- Kannst du mir das mal genauer ausführen? -
J-C,
03.08.2016, 11:13
- Kannst du mir das mal genauer ausführen? -
ktmb,
03.08.2016, 12:15
- Wahnsinn - J-C, 03.08.2016, 12:40
- Kannst du mir das mal genauer ausführen? -
ktmb,
03.08.2016, 12:15
- Kannst du mir das mal genauer ausführen? -
J-C,
03.08.2016, 11:13
- 5 Umsteige-Szenarien? - frank_le, 03.08.2016, 21:53
- 5 Umsteige-Szenarien? -
ktmb,
03.08.2016, 10:52
- 5 Umsteige-Szenarien? -
J-C,
03.08.2016, 10:46
- Rügen braucht wirklich keine Autobahn. -
safe go,
03.08.2016, 10:12
- Rügen braucht wirklich keine Autobahn. -
J-C,
03.08.2016, 10:06
- Rügen braucht eine Autobahn. -
ktmb,
03.08.2016, 09:54
- Rügen hat eine 3-spurige Bundesstraße -
safe go,
03.08.2016, 10:03
- Rügenautobahn -
ktmb,
03.08.2016, 10:12
- Rügenautobahn -
safe go,
03.08.2016, 10:17
- Rügenautobahn - ktmb, 03.08.2016, 10:18
- Rügenautobahn = fünf Spuren? -
ktmb,
03.08.2016, 10:20
- Rügenautobahn = fünf Spuren? - safe go, 03.08.2016, 10:23
- Rügenautobahn -
safe go,
03.08.2016, 10:17
- Rügenautobahn -
ktmb,
03.08.2016, 10:12
- Rügen braucht keine Autobahnen. -
J-C,
03.08.2016, 09:47
- Rügen hat eine "Autobahn" (B96n) -
ktmb,
03.08.2016, 09:42
- Usedom braucht einen Autozug! -
J-C,
02.08.2016, 21:02
- Usedom braucht eine Autobahn! -
ktmb,
02.08.2016, 20:58
- Frage zur Zukunft der Usedom-IC -
safe go,
02.08.2016, 20:55
- Frage zur Zukunft der Usedom-IC -
ES89,
02.08.2016, 19:52
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 6+7 -
218 466-1,
02.08.2016, 23:56
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 6+7 -
safe go,
03.08.2016, 09:32
- Urlaubs-Express Mecklenb.-Vorp. - 218 466-1, 03.08.2016, 16:55
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 6+7 -
frank_le,
03.08.2016, 22:03
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 6+7 - safe go, 04.08.2016, 23:05
- 1+ - ktmb, 03.08.2016, 10:38
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 6+7 -
safe go,
03.08.2016, 09:32
- Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 6 -
TD,
02.08.2016, 18:26