Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 5/7 m 60 B (Reiseberichte)

TD, Freitag, 29.07.2016, 19:10 (vor 3523 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum fünften Teil unserer kleinen Deutschland-Rundreise. Im letzten Teil hatten wir die Müglitztalbahn besucht und waren mit dem EC 378 von Dresden nach Binz gefahren.

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Tag 5: Binz – Sassnitz – Binz – Göhren – Peenemünde – Zinnowitz - Heringsdorf

Wer meine Reiseberichte verfolgt, hat bestimmt bemerkt, dass ich vorzugsweise Rundfahrten zusammenstelle. So bietet sich eine Fahrt an von Binz mit dem Rasenden Roland nach Göhren und von dort weiter mit dem Schiff nach Usedom. Das Schiff fährt allerdings nur einmal täglich am Abend, und so haben wir nun einen halben Tag „übrig“.

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Wir lassen das Gepäck somit zunächst in Binz und starten am „Großbahnhof“ (in Abgrenzung zum „Kleinbahnhof“ an der Schmalspurbahn) mit einem Flirt in Richtung Sassnitz.

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Der Zug fährt laut Fahrplan bis Lietzow, vom Zugbegleiter erfahren wir aber, dass der Zug nach 25 Minuten unter anderer Zugnummer weiterfährt nach Sassnitz. Eine knappe halbe Stunde im stehenden Zug zu sitzen, ist aber doch langweilig...

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…und so drehen wir eine Runde durch Lietzow . Der 250-Einwohner-Ort ist durch seine prominente Lage am Damm zwischen Großem und Kleinen Jasmunder Bodden sowie als Umsteigebahnhof bekannt. Die Regionalzüge aus Stralsund fahren alternierend nach Sassnitz und Binz, in die jeweils andere Richtung wird dann in Lietzow umgestiegen. Besonders viel zu sehen gibt es hier nicht – außer natürlich das Schloss von Lietzow, das man auch vom Zug aus gut sieht. Das Schloss hat übrigens durchaus einen gewissen Bahnbezug, denn der Baumeister der Bahnstrecke über den Lietzow-Damm ließ das Gebäude für sich als Villa erbauen nach einem Vorbild aus seiner schwäbischen Heimat.

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Dann werfen wir noch einen Blick über den Großen Jasmunder Bodden. Mein Bruder bedauert es, dass wir an der fischreichen Lagune keine Angelpause einlegen – aber er hatte bei unserer letzten Tour ja schon einen ganzen Angeltag in Hamburg.
Und weiter geht es mit dem uns schon bekannten Flirt nach Sassnitz, die viertelstündige Fahrt ist so ereignislos, dass ich davon nicht mal ein Bild habe...

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...und wir hier schon am Bahnhof von Sassnitz angekommen sind. Das Empfangsgebäude aus dem Jahr 1937 steht heute unter Denkmalschutz. Schauen wir uns nun etwas in der Kur- und Hafenstadt um.

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Unser Rundgang führt uns zunächst zum Hafen. Bis zum Bau des Fährbahnhofs im benachbarten Mukran war der Hafen von Sassnitz ein wichtiger Fährbahnhof für den Güterumschlag auf der sogenannten Königslinie ins schwedische Trelleborg. Die Steilstrecke vom Bahnhof zum Hafen ist abgebaut, verbliebene Relikte stehen als Teil des Stadthafens unter Denkmalschutz. Eine geschwungene Fußgängerbrücke überspannt heute das Areal und ermöglicht einen Blick auf die Gleisreste und eine verbliebene Fährbrücke.

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Das Gebäude des Hafenbahnhofs beherbergt heute ein Museum sowie Gastronomie. Das schöne Wetter, das uns auf der Reise bisher begleitet hat, macht an unserem Ostsee-Tag leider eine Pause, bei Regen laufen wir nun an der Strandpromenade entlang.

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Zu einem Ostseebad gehört auch eine Seebrücke – und so baute man in den neunziger Jahren dieses Bauwerk. So ganz glücklich mit dem Seesteg sind die Sassnitzer allerdings nicht, denn da das Wasser hier zu flach ist, konnte nie ein Passagierschiff anlegen.

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Nun zurück an den Bahnhof von Sassnitz. Der Bahnhof wurde früher von den Fernzügen auf der Königslinie zwischen Deutschland und Schweden angefahren, mit dem „Saßnitz-Express“ (der Ortsname schrieb sich damals noch mit ß) von und nach München hoffte die DDR auf Deviseneinnahmen. Der Bahnhof wird heute lediglich vom „Hanse-Express“ aus Rostock oder Stralsund angefahren – und mit jenem Flirt fahren wir nun zurück.

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Von der Fahrt über die Insel habe ich jetzt keine weiteren Bilder, denn bei dem grauen Wetter gibt es keine vorzeigbaren Landschaftsbilder und den Flirt sowie den Umstieg in Lietzow hatten wir ja schon auf der Hinfahrt dokumentiert.

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Nach der Rückkehr an den DB-Bahnhof in Binz holen wir das Gepäck aus dem Schließfach und laufen durch den Ort vom Großbahnhof zum Kleinbahnhof. Auf der Strecke würde auch ein Bus oder die „Bäderbahn“ (eine Wegebahn auf der Straße) fahren, aber wir haben genügend Zeit für den Spaziergang. Hier nun der Kleinbahnhof, richtig eigentlich „Binz LB“ für Landesbahn.

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Wir fahren nun in den Osten der Insel nach Göhren auf die Halbinsel Mönchgut. Die Schmalspurbahn auf Rügen wurde ab 1895 abschnittsweise eröffnet, damals im Hinblick auf den Güterverkehr. Heute sind die Dampfzüge eine touristische Attraktion und das Publikum besteht überwiegend aus Urlaubern und Ausflugstouristen, zumal auf der Strecke nach Göhren der Bus schneller ist. Und so sind wir heute wohl die einzigen Fahrgäste, die mit Reisegepäck auf den Zug warten und diesen als Verkehrsmittel einer Deutschland-Rundfahrt nutzen.

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Die Rügensche Kleinbahn ist auch als „Rasender Roland“ bekannt, die aktuelle Markenbezeichnung ist „Rügensche Bäderbahn (RüBB)“. Die Lok mit der Betriebsnummer 99 1784-0 gehört zur DR-Baureihe 99.77–79 und wurde ursprünglich für die Schmalspurbahnen in Sachsen gebaut.

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Der erste Streckenabschnitt ab Binz führt kurvenreich über den bewaldeten Höhenrücken des Granitz, dann folgt ein Abschnitt durch die offene Landschaft Rügens.

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In Sellin quert die Bahnstrecke die Bundesstraße und verläuft nun einen weiten Abschnitt parallel zur Straße, beim Blick nach rechts ist der Selliner See zu sehen.

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Das Empfangsgebäude von Baabe macht einen etwas maroden Eindruck, wenn ich es richtig mitbekommen habe, wird mittlerweile an der Modernisierung gearbeitet.

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Auf der letzten Etappe nach Göhren verlässt die Trasse die Bundesstraße und führt nochmals durch ein Waldgebiet, dann ist bald die Endstation erreicht.

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Nach gut 13 Kilometern endet damit unser Ausflug auf Schmalspurgleisen. Der Bahnhof von Göhren befindet sich unweit der Uferpromenade, wobei das Ortszentrum oberhalb des Bahnhofs liegt.

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Der Schrägaufzug vom Bahnhof in den Ort ist außer Betrieb, aber so können wir uns vom Fußweg hinauf noch einen Blick über die Gebäude am Bahnhof verschaffen.

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Von der Anhöhe bei der Dorfkirche bietet sich ein weiter Blick über die Halbinsel Mönchgut. Allerdings wird es nun Zeit, dass wir uns auf den Rückweg hinab an die Küste machen, denn die einzige (direkte) Reisemöglichkeit am Tag zu verpassen, wäre ungeschickt.

Es geht gleich weiter...

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