NL: eher ein Wunder, wenn die Linie kommt... (Allgemeines Forum)

ThomasK, Freitag, 29.07.2016, 02:08 (vor 3545 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von ThomasK, Freitag, 29.07.2016, 02:11

ThomasK:

Die angestrebte Reisezeit von 83 Minuten zwischen Groningen und Bremen Hbf ist schon sehr sportlich.


180 km in 1:23 -> 130 km/h.
Mal angenommen dass in Winschoten, Leer und Oldenburg (OL) gehalten wird, in der Tat eine schwere Aufgabe.
Ich habe zwischen Toulouse-Bordeaux mit vmax 160 km/h ohne Lafas* unter 1500 V Fahrdraht Schnitte von 140 km/h erreicht, aber unser Corail Téoz fuhr dort ohne Halt.
Aber: auf Groningen-Bremen werden vermutlich spurtstarke Triebwagen fahren, die wesentlich besser beschleunigen als eine BB 107200 + 14 Wagen. Schwierig aber nicht unmöglich.

Problem ist wohl die Schikane in Leer. In den beiden Kurven kann man keine 160 km/h fahren, geschweige 200 km/h. Entschärfung der Strecke würde aber ein Bahnhof "Leer ICE" nördlich von Leer bedeuten, und das ist politisch wieder nicht verkaufbar.


Hallo Oscar,

Henrik hat die Studie hier verlinkt:

http://wunderline.nl/wp-content/uploads/2015/12/Voordracht_Planuitwerkingsbesluit_voor_...


Da ich als Deutscher ohne Niederländisch zu können nur etwa 50 - 70% von der Studie verstehe, musste ich einige Passagen erraten. Naja, immerhin versteht man noch gut die Hälfte, auch wenn sich schon vor 1200 Jahren sich das Deutsche und das Niederländische auseinanderentwickelten.

Ich verstehe die Grafik mit dem niederländischen Text so, dass der IC zwischen Groningen und Bremen Hbf in Hoogezand-Sappemeer, Winschoten, Leer, Oldenburg und Delmenhorst hält und - sofern man die Strecke für 450 Millionen € ausbaut, mit diesen 5 Zwischenhalten eine Beförderungszeit von 83 Minuten zwischen Groningen und Bremen Hbf erreichen kann.

Ich gehe davon aus, dass man im Bahnhofsbereich von Leer die Gleisanlagen weitgehend unverändert lässt. Bezieht man 7% Fahrzeitreserve ein, bedeutet dies, dass man die 83 Minuten genau dann erreicht, wenn man die Strecke - bis auf den Bahnhofsbereich Leer, wo aus Kostengründen alles beim Alten bleibt - weitgehend für 200 km/h ausbaut. Um 83 Minuten im Fahrplan zu haben, sollte die theoretisch kürzeste Fahrzeit also bei etwa 77,5 Minuten liegen.

Zwischen 160 km/h und 200 km/h hast du hier auch keine großen Sprungkosten, da die Radien fast überall größer als 1700 m sind. Mit 1700 m Radius kannst du recht bequem 200 km/h fahren. Und die engen Kurven, die man - von Leer einmal abgesehen - sowieso ausbauen muss, muss man auch anpacken, wenn man 160 km/h fahren will.

Soweit ich das in einer Schnellanalyse einschätze, sollte zudem die Strecke rein trassierungstechnisch zwischen Augustfehn und Oldenburg eigentlich heute schon mit 200 km/h befahrbar sein.

Da man hier topografisch sowieso keine großen Probleme hat, macht es Sinn, gleich alles für 200 km/h auszubauen. Grundsätzlich erscheint es mir auch bei 5 Zwischenhalten zwischen Groningen und Bremen Hbf beim Einsatz von spurtstarken Elektrotriebzügen mit etwa 18 kW / Mg durchaus vertretbar zu sein, mit Vmax = 200 km/h zu arbeiten. Overkill ist das keineswegs.


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