MBS der Wunderlinie 2015 beschlossen & in Arbeit (Allgemeines Forum)

Henrik, Mittwoch, 27.07.2016, 20:17 (vor 3553 Tagen) @ Alibizugpaar

Beschlossene Sache? Da steckt im Text jede Menge 'haben wollen' drin, mehr aber nicht.

ebent.

quasi beschlossen ist die Machbarkeitsstudie - ansonsten nichts,
im Anschluss derer wird überhaupt erst beschlossen, ob die Strecke gebaut wird oder nicht, voraussichtlich März 2018


Beschluss
Der März 2018 wird spannend. Wird die Wunderline realisiert oder nicht? Ist eine phasenweise Durchführung möglich, sodass Bahnreisende Schritt für Schritt schneller und komfortabler reisen? Anhand der Untersuchungsergebnisse beschließen die niederländische und die deutsche Politik definitiv über die Wunderline.

http://wunderline.nl/de/hoe-verder/

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Wunder gibt es immer wieder...

In der Diskussion ist es schon seit längerem. Konkret ist noch nichts. Aber der Wille ist da. Das Projekt „Wunderline“ befasst sich mit einer besseren Bahnverbindung zwischen Groningen und Bremen. In Zeiten zunehmender Vernetzung, beispielsweise unter den Universitäten, und Bemühungen um die Metropolregion Nordwest vermeintlich ein Selbstläufer. Aber aber… Vor allem auf bremischer Seite gibt es Bedenken. Teile der Kaufmannschaft fürchten eine Umleitung von Warenströmen zum Vorteil niederländischer Häfen. Die Politik fürchtet die Kosten des Projektes.

Bremen kommt e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Projekt voran zu bringen und lud in Kooperation mit dem Konsulat der Niederlande in Bremen zur Diskussionsrunde mit Befürwortern und Kritikern ein. Ziel der Runde: den Dialog forcieren, die verschiedenen Positionen abstecken und „Schwung“ in die Sache zu bringen.

Und so betonte Wunderline-Stakeholdermanagerin Marloes Hammenga: „Es geht hier um viel mehr als eine Bahnverbindung. Es geht um die echte Vernetzung der Bereiche Bildung, Arbeit, Tourismus und Kultur sowie Gesundheit in den beteiligten Regionen.“

Die Vorteile im Überblick: kürzere Fahrzeit von 2:43 auf 2 Stunden (bzw. 1:23 Stunden als langfristiges Ziel), einfacher Ticketkauf auch über die Grenze hinweg, mehr Komfort während der Reise.

Die Herausforderungen im Überblick: Das Projekt wendet sich an verschiedene Zielgruppen und bringt unterschiedliche Nutzungszwecke mit. Das Fahrgastaufkommen ist relativ klein und die bestehenden Fahrpläne sind sehr komplex. Es gibt zwischen dem deutschen und dem niederländischen Bahnsystem Unterschiede. Und last, but not least gibt es andere Vorhaben im Schienenverkehr. Hinzu kommt die weiterhin anhaltende Sperrung der Friesenbrücke bei Weener nach dem Zusammenstoß eines Frachters in 2015.

Bis 2018 ist die Wunderline noch in der Kosten-Nutzen-Analyse. Die Aufwendungen dafür liegen bei circa 16 Millionen Euro. 8,3 Millionen Euro davon werden als Fördermittel von der EU gezahlt. Bis 2018 werden Fahrpläne und Infrastruktur geprüft, die Potentiale im Personen und Güterverkehr analysiert sowie mögliche Auswirkungen auf die Umwelt untersucht. Die Gesamtkosten des Projektes liegen voraussichtlich bei 150 bis 200 Millionen Euro.

Hans-August Kruse, Vorsitzender von Bremen kommt e.V. und großer Befürworter des Projektes: „Bei der Wunderline geht es nicht um die Schaffung einer Hochleistungstrasse für den Güterverkehr. Vielmehr ist das Ziel eine Infrastruktur, die die Menschen der Küstenregion näher zusammenrücken lässt. Gemeinsame Studiengänge an den Universitäten werden stetig ausgebaut und immer mehr Betriebe und Institutionen, insbesondere aus dem Technologiesektor, arbeiten grenzüberschreitend zusammen. Eine Verbesserung des Personenverkehrs wird der aus der Gemeinsamkeit wachsenden Kraft der Region noch mehr Bedeutung verleihen.“

Kritischer sieht Dr. Iven Krämer vom Senator für Wirtschaft das Projekt. Er bewundert zwar die Lobby für das Projekt, sagt aber deutlich: „Die Strecke hat für die europäische Verkehrsentwicklung faktisch keine Bedeutung. Es gibt zahlreiche andere Verkehrsprojekte im Nordwesten, deren Priorität deutlich höher sind.“ Und er untermauert das mit den Fakten der kleinen Verkehrsströme und dem nicht vorhandenen Güterverkehr. Wenngleich Dr. Krämer betont, dass er klar für eine bessere gesellschaftliche Vernetzung der Region sei und der Bremer Senat die ‚Wunderline’ grundsätzlich für ein gutes Projekt hält und dies auch befürwortet.

Auch der Bremer Weser-Kurier berichtete kürzlich über das Projekt.
Weser-Kurier (Ausgabe vom 23. Juni 2016): "Neuer Schwung für die Wunderline"

http://www.bremen-kommt.de/aktuellpresse/newssingle/artikel/-73c78452f9/


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