Umdenken der Branche nötig! (Allgemeines Forum)

Mario, Freitag, 06.12.2013, 21:01 (vor 4510 Tagen) @ 700n

dass man nicht binnen 2 Jahre neuentwickelte Fahrzeuge liefern kann??

Genau das ist das Problem. Die Betreiber müssen begreifen, dass man bei einem so komplexen System wie einem Zug nicht einfach auf den Knopf drückt und nach spätestens 2 Jahren steht einfach mal so der fertige Zug im Depot. Zum einen werden die Zulassungsverfahren des EBA immer komplizierter, sie wollen immer mehr Dokumentation haben und alle dauert und dauert. Zum anderen wollen auch die Betreiber immer mehr Dokumentation haben, was nicht selten an reine Datenhamsterei erinnert und sie wollen auch immer mehr speziell an sich angepasste Züge haben. Und wenn es wieder zu spät wird, dann schieben es Betreiber und EBA wie immer auf den Hersteller, denn ersterer zahlt und zweiterer hat ohnehin völlig Narrenfreiheit.

Wie also will man das mal in den Griff bekommen, so dass jeder gleichermaßen etwas Abstriche machen muss, damit sich die Situation wesentlich bessert. Das Zauberwort heißt hier aus meiner Sicht Standardisierung, Standardisierung und nochmal Standardisierung.

Die verschiedensten Betreiber als Kunden sollten sich mit allen Herstellern an einen Tisch setzen und einen standardisierten Baukasten hinsichtlich Ausstattung, Traktionsausrüstung, Hilfsbetriebe, Datenverarbeitungssysteme, Anzahl der verschiedenen Wagentypen, etc. festlegen. Hierbei müssten die Betrteiber akzeptieren, dass die Züge künftig nur noch aus diesem Baukasten heraus an ihre Bedürfnisse angepasst wird und nicht mehr ganz speziell und damit teuerer und aufwändiger. Und die Hersteller müssten bereit sein sich bei Schlüsselsystemen auf gemeinsame Standards zu einigen, so dass dieser Baukasten möglich ist und die Zulassungen ebenfalls einfacher werden, eben weil die Systeme gleich oder gleicher wären. Airbus hat sowas vor einigen Jahren mit vielen seiner Kunden auch gemacht und bietet statt sehr individuellen Anpasungungen jetzt nur noch eine gewisse Bandbreite an Ausstattung an, mit denen aber alle Kunden leben können. Das spart Kosten, erhöht das Maß an Gleichteilen und erleichtert die Zulassungen und Montage.

Und das EBA wäre dann dran, für diesen standardisierten Baukasten aus definierten Modulen vereinfachte Zulassungsverfahren zu schaffen, weil die Beweise für die Systeme einmal am Anfang erbracht werden und die Systeme sich dann nicht mehr oder nur noch im Rahmen des Baukastens ändern. Etwas Ähnliches macht man ja beim ICx, wo alle möglichen Zugkonfigurationen aus nur wenigen, standardiserten Wagentypen aufgebaut ist, so dass mit der Zulassungen einer Konfikuration gleich auch einige andere mit zugelassen sind. Zudem sollte ein Probebetrieb angemessener Länge bei völligen Neuentwicklungen Pflicht werden, damit Fehler erkannt und bei den Serienzügen ausgemerzt werden.

Hier würde keiner sein Gesicht verlieren und keiner als großer Gewinner dastehen - außer der Fahrgast, der davon durch pünktlich gelieferte Züge und mehr Standards in den Zügen profitiert.


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