HSL-Zuid Seifenoper (138): warum überhaupt eine Rennbahn? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 22.01.2013, 10:07 (vor 4831 Tagen) @ caboruivo

Hallo caboruivo,

Warum musste zusätzlich noch der Fyra eingeführt werden?

Die Frage ist eher sogar: wieso wurde die Rennbahn überhaupt gebaut?
Gut, anno 2013 wissen wir mehr als damals in den 90ern, aber dennoch.

Entscheidend war, dass die Netze (NL-Kernnetz und HSL-Zuid) separat ausgeschrieben wurden. Somit wurden interessante IC-Leistungen wie Amsterdam-Rotterdam-Dordrecht-Vlissingen oder Den Haag-Rotterdam-Breda-Venlo(-Köln) unmöglich. Man hätte die Verkehre (national und international) separat ausschreiben sollen. Dann gäbe es nationale ICs und international Thalys, Eurostar, ICE International, vielleicht sogar AVE Amsterdam-Barcelona oder ein SBB-Zug Amsterdam-Brüssel-Basel, welche den ICE International Amsterdam-Köln-Basel Konkurrenz machen konnte.
In CH verkehren auf Bern-Olten ja auch SBB-ICs, ICEs, TGVs und Cisalpini problemlos zusammen.

Sollte laut EU-Gesetz separate Ausschreibung der Netze Pflicht sein, hätte man sich fragen müssen, ob es überhaupt sinnvoll war, in diese Schienenraserei einzusteigen:

1. innerhalb NL machen 250 km/h Züge kaum Sinn, dafür ist das Land zu klein. 160 km/h würden schon reichen. In CH wird ja auch nur an 2 Stellen 200 km/h gefahren.
2. es verbleibt also nur den internationalen Komponent. Diese ist in Vergleich zum nationalen Komponent klein.
3. nach Brüssel hatte man schon den guten, alten, vertrauten Benelux-IC: NMBS lieferte die Loks, NS die Wagen. Perfekt. Als die Rennbahn K-F in Betrieb ging, wurden die Rheinbahn-ICs doch auch nur teilweise aber nicht komplett eingestellt?
4. nach Paris fuhr der Thalys in NL über Den Haag, als einziger Zug in NL mit 160 km/h. Das war für uns schnell genug.

Schlußendlich bringt die HSL-Zuid also nur die Pariser näher zu Amsterdam. Muss NL Milliarden investieren, nur um die Pariser ihren Spaß zu gönnen?
Klar, Amsterdam-Den Haag-Rotterdam war schon ziemlich schwer belastet. Aber fehlende Trassen hätte man mit 4-6 Gleisen und getrennten Verkehren wie auf Duisburg-Düsseldorf-Köln wohl billiger gehabt.

Man hätte besser mehr Thalys-Verbindungen einführen sollen (neue Züge bestellen, welche z.B. auch nach Spanien oder in die Schweiz (Linien Amsterdam-Brüssel-Barcelona/Basel/Genf) und auch zu mehr deutschen Städten fahren können), zumal ja die DB und Eurostar künftig auch noch auf der Achse Amsterdam-Brüssel mitreden wollen.

Nur schade, dass das Schienennetz zur Zeit der Ausschreibung der Strecke noch nicht liberalisiert war. Aber das kann man nachträglich noch ändern, auch wenn NS Hispeed damit wohl nicht amüsiert sein wird; das Unternehmen hatte ja ganz viel bezahlt, damit das Betrieb der Strecke nicht in ausländischen Händen kommen würde.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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