IN: Chancen für Siemens? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 05.01.2012, 09:20 (vor 5207 Tagen) @ Mario
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 05.01.2012, 09:22

Hallo Mario,

Ich denke, dass man in Indien zwischen den großen Millionenstädten großen Bedarf für 320 km/h-Züge hat, ist unbestritten. Ein großes Land mit mehr als 1,2 Mrd. Einwohnern und derzeit 42 Städte mit mehr als 1 Mio. Einwohner braucht hochwertigen und schnellen Fernverkehr. Da würden schnelle Züge auf jeden Fall absolut Sinn machen und die Takte wohl auch recht dicht sein.

Das mag zwar sein, aber wir sehen, wie mühsam es in z.B. Kalifornien vorangeht. Auch dort gibt es einige Millionenstädte die man sinnvoll mit HGV verknüpfen kann. Allerdings muss man bedenken, dass:

1. in Indien 4x soviele Menschen wohnen wie in den ganzen USA;
2. in den USA eine starke Lobby von PKW-Hersteller und Airlines besteht;
3. die Ami-Kriegsmaschine etwas größer ist als die indische.

Jedoch abseits der Hauptmagistralen würde ich genau wie von dir vorgeschlagen ein B-Netz für 160-200 km/h aufbauen. Dieses soll für den Fernverkehr in der Fläche sorgen und auch "kleinere" Städte untereinander verbinden und diese an die großen Metropolen anbinden. Und genau weil die Züge in Indien sehr oft übervoll sind, sollte man hier ganz bewusst den Fokus nicht auf Schnelligkeit sondern auf hohe Streckenkapazitäten mit dichten Zugfolgezeiten und vielen Sitzplätzen legen.

Denkbar wäre hier Einsatz von Doppelstocktriebwagen, ggf. überbreit, wie etwa der japanische JR-E4 Shinkansen (von der Geschwindigkeit 240 km/h her ist das eher ein ICx). Ich weiß aber nicht ob das indische Lichtraumprofil das zuläßt; ansonsten muss man eine komplett neue Infra bauen, so wie die Japaner es gemacht haben.

Ich persönlich würde mich sehr über einen Velaro IN freuen und die Chancen dürften garnicht mal so schlecht stehen, denn er hat ja bereits in China gezeigt, was er kann, wenn man ihn lässt (Auch in Überbreite!). Und Indien würde ja dann auch noch den neuen Velaro bekommen, der noch zuverlässiger sein soll.

Selbstverständlich wird die Konkurrenz nicht nur zuschauen.

Für das A-Netz durften auch Bombardier Zefiro und Alstom AGV eine Chance haben, oder etwa CAF Oaris mit ihren Einheitsbaukasten.

Für das B-Netz muss es wohl etwas doppelstöckiges sein, da fällt mir nur der JR-E4 ein als zukunftsweisender Zug (in einem TGV Dasye geht 35-40 von 200 m Zuglänge an Antrieb verloren). Das durfte auf eine komplette Neuentwicklung hinauslaufen, zumal man hier keine vollwertigen Velaros, Zefiros usw. braucht (genauso wie der ICx kein vollwertiger ICE wie der Velaro ist). Also in etwa ICx doppelstöckig. Sowas gibt es s.i.w. noch nirgendwo auf der Welt (der JR-E4 verliert zu viel Zuglänge an die Aerodynamik).

Da darf man also sehr gespannt sein, denn der Bedarf an HGV-Zügen dürfte in Indien beim Bau dieser 6 NBS-Korridore sicher dicke im dreistelligen Bereich liegen.

Ich kann mich vorstellen, dass die Indier dafür entscheiden, die Aufträge zu verteilen, so wie die Chinesen das auch getan haben. In China fahren mittlerweile Züge von Bombardier, Hitachi/Kawasaki und Siemens sowie eigene Fabrikate. Mit dem CRH6 hat man in China sogar ihren eigenen ICx.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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