Feste Fahrbahn (Allgemeines Forum)

heinz11, Freitag, 07.11.2008, 19:10 (vor 6338 Tagen) @ Joachim

Hallo Steffen,
das sind zwei verschiedene Paar Schuhe:
Zum einen die Kosten: Bei einem (konventionellen) Schotteroberbau ist es notwendig, in regelmäßigen Abständen die Schienen durch Stopfen wieder in die Solllage zu bringen. In (größeren) Intervallen muss auch eine Bettungsreinigung durchgeführt werden. Außerdem müssen (wiederum in größeren Abständen) auch die Schwellen gewechselt werden. Wenn man alle diese Arbeiten auf die gesamte Lebensdauer des Gleises umrechnet, dann erhofft sich die DB AG, für eine Festen Fahrbahn im selben Zeitraum weniger Geld aufwenden zu müssen. Ob sie dabei auch schon die vergleichsweise teurere Erneuerung einer Festen Fahrbahn berücksichtigt hat, weiß ich nicht.
Zum anderen die Steifigkeit: Die feste Fahrbahn kann mit mit der Fahrbahn einer Autobahn vergleichen: Die ist ziemlich unelastisch. Ein Schotteroberbau ist dagegen vergleichsweise weich (zumindest beim Darüberrollen eines Eisenbahnfahrzeuges mit seinen 16 bis 22 t Achslast). Was einer Festen Fahrbahn an Elastizität fehlt, muss ein darüber rollendes Fahrzeug aber mit seiner fahrzeugeigenen Federung ausgleichen. - Und hier liegt vielleicht der Schlüssel zu den aktuellen Achsproblemen der ICE 3. Darüber will ich hier aber nicht spekulieren; das ist eher etwas für die Spezialisten.

Zu den Kosten ist noch zu sagen, daß die feste Fahrbahn beider Herstellung deutlich teurer als die Schotterung ist. Da aber der Bund, sprich wir Steuerzahler das Ganze finanziert haben, durfte es bei der DB vom feinsten sein. Optimaler Effekt: Keine Kosten beim Bau und kaum laufende Instandhaltung. Hinzu kam, daß die Kostenvoranschläge deutlich überzogen wurden, was aber der DB egal sein konnte.

gruß heinz


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