CH: Ausbauschritt 2025 enthält null Beschleunigungen (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Donnerstag, 21.04.2011, 22:05 (vor 5464 Tagen)

Weil nächstens über eine ziemlich weitgehende pro-ÖV-Initiative abgestimmt wird, hat der Bundesrat jetzt den Entwurf seines Gegenvorschlags präsentiert: Den Ausbauschritt 2025 mit Kosten von 2.7 Mrd EUR. Die Projekte:

15'-IC-Takt Genf-Lausanne, vorher 30'
15'-IC-Takt Zürich-Bern, vorher 30' (nicht ganz sicher)
30'-IC-Takt Zürich-Lugano (Gotthardbasistunnel), vorher 60'
30'-IC-Takt Zürich-Chur, vorher 60'
30'-IR-Takt Bern-Luzern, vorher 60'
30'-IR-Takt Lausanne-Biel, vorher 60'
30'-RE-Takt Locarno-Lugano (Ceneribasistunnel), vorher keine Direktzüge
30'-RE-Takt Zermatt-Brig-Fiesch, vorher 60'
30'-RE-Takt Landquart-Davos/St.Moritz (RhB), vorher 60'
Güterkapazitäten am Neuenburgersee sowie Perronverlängerungen ab Rapperswil

Hiermit ist der FV-Halbstundentakt praktisch flächendeckend. Interessant ist, dass trotz vielen Bauten (Tunnels, Überwerfungen, Kreuzungsstellen) kein einziges Projekt der Beschleunigung dient - und das, nachdem man im Vorgängerprojekt ZEB die meisten Beschleunigungen ebenfalls aufgeschoben hat. Der Grund ist das bekanntlich ungebremste Wachstum des Bahnverkehrs in der Schweiz, ganze 48% von 2000 bis 2009.

Natürlich sind Beschleunigungen sexier (vorgesehen war die Verkürzung aller Verbindungen nach Lausanne um 15', sodass die Knotenzeit vorverschoben werden kann), aber die meisten Leute sitzen lieber 75 Minuten als 60 Minuten zu stehen - und sie warten lieber im Schnitt 15 als 30 Minuten auf den nächsten Zug. Insofern halte ich die Prioritäten für richtig.


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