Wankkompensation statt Neigetechnik? (Allgemeines Forum)

Chrispy, Donnerstag, 09.12.2010, 01:19 (vor 5622 Tagen) @ Alphorn (CH)

Artikel zur Wankkompensation von Bombardier (PDF)

Spannender Artikel. Also wenn Bombardier all das halten kann, was sie versprechen, dann wird der Twindexx Swiss Express ein Spitzenzug. Ziemlich beeindruckend finde ich die Ersparnis der Streckenunterhaltskosten von ca. 50% durch die Aktive-Radsatzt-Steuerung.

Mit der Wankkompensation verhindert man eine Neigung von einem Grad nach aussen und, wenn ich es richtig verstehe, neigt ein Grad nach innen. Damit erreicht man 13% mehr Bogengeschwindigkeit (echte Neigetechnik: 28%).

Die Beiden Pendel, die einen Wankpol über dem Wagenschwerpunkt bilden, bewirken bei Kräften nach aussen, ein kontrolliertes "Einknicken" nach innen. Dies könnte man auch passiv erreichen, wenn ich mir das richtig vorstelle, wäre jedoch wohl nur halb so konfortabel.

Nun frage ich mich, wieviel Neigung mit diesem System machbar wäre, wenn man es in einen Einstöcker einbaut (beim Doppelstöcker geht nicht mehr wegen des Lichtraumprofils). Es ist angeblich robust und kostengünstig... könnte damit ein Revival der Neigetechnik bevorstehen?

Bei diesem System sieht es für mich so aus, als ob der maximale Neigungswinkel durch das Höhenverhältnis des Wagenschwerpunktes zum Wankpol gegeben wäre. Ist der Wankpol nahe am Schwerpunkt ist die neigung grösser (jedoch auch der Wagen instabiler). Wo da das Stabilitätslimit liegt kann ich nicht abschätzen, doch bei dieser Konstruktion sieht es so aus, dass die Neigebewegungen von der Luftfederung gedämpft werden und somit ist man bei 1-2° schnell am Limit (der Luftfederung).

Im Vordergrund der Wankkompensation steht jedoch gar nicht die Neigung nach innen, sondern eben das Verhindern der Neigung nach aussen. Wenn man halt wirklich die 28% Geschwindigkeitserhöhung will, dann sollte man sich nachwievor einen ETR610 kaufen ;-)

Gruss
Christoph


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