Eindrücke aus der dritten Runde (Allgemeines Forum)

bigbug21, Samstag, 06.11.2010, 07:04 (vor 5659 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo ICE-T-Fan,

[...]
Ich stimme, nachdem ich nun bei Zeitindex 12:29 angekommen bin, dir zu, dass die Befürworter bei der NBS eindeutig die besseren Argumente bzw. überhaupt brauchbare Argumente haben. Ich selbst stehe zu 75% zu dieser NBS, nur die Güterzuguntauglichkeit stört mich.

Ja, wobei mehrere voll (!) güterzugtaugliche Varianten geprüft und schließlich insbesondere aufgrund des hohen Aufwands (25-km-Tunnel etc.) verworfen wurden.

[...]

Der andere Vorteile ist natürlich, dass es immer besser ist statt einer Bahnstrecke gleich zwei parallele zu haben. Bei Störungsfällen kann sich diese Konstellation als günstig erweisen.


Ja, wobei das nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass man sich durchaus fragen kann, ob die ab 2016 in das Projekt fließenden Bundesmittel nicht andernorts besser aufgehoben sein könnten.


Zum Beispiel in die NBS Ebensfeld-Erfurt-Leipzig. ;)

Ne, Scherz beiseite, ich finde den Ausbau der Rheintalbahn und eine NBS zwischen Mannheim und Frankfurt für deutlich dringlicher. Die NBS Wendlingen-Ulm ist ja nur ein Nebenschauplatz, der zwar nette Zeitgewinne für den Fernverkehr bringt, aber nicht wirklich Priorität hat. Und Stuttgart 21 ist eher das Tüpfelchen auf dem i, was man bauen kann wenn der ganze Rest fertig ist.

Nun, man darf allerdings zwei Faktoren nicht vergessen: Dort, wo Baurecht vorliegt, wird bei den angesprochenen Projekten auch fast durchgehend gebaut. Sowohl bei der NBS/ABS Karlsruhe--Basel als auch bei der NBS Rhein/Main--Rhein/Neckar laufen zähle Verfahren. Es würde mich wundern, wenn insbesondere zwischen Mannheim und Frankfurt vor Ende dieses Jahrzehnts überhaupt das Baurecht vorliegt.

Der andere zu berücksichtigende Faktor ist die Finanzierung. Es ist eben _nicht_ so, dass Stuttgart 21 über viele Jahre praktisch sämtliche Mittel nach § 8 (1) Bundesschienenausbaugesetz, also dem heiß begehrten, knappen Topf für Neu- und Ausbauten des Netzes, auffrisst. Mit 563,8 Mio. Euro, die fixiert und variantenneutral über zehn Jahre verteilt aufgebracht werden sollen, macht das Projekt Stuttgart 21 in der Größenordnung weniger als fünf Prozent des ganzen aus. Da diese Summe sich auch nur auf die Neubaustrecke bis Wendlingen bezieht, wäre sie auch bei Realisierung von K21 fällig, nur eben etwas später.

Indes muss im Knoten Stuttgart in absehbarer Zeit etwas passieren. Auch ein Ausbau scheint weitgehend unstrittig. Die große Frage ist nur, wie man beide Ziele erfüllt. Und da beginnt eine lange und intensive Debatte...

Viele Grüße aus Nürnberg und danke für deinen sachlichen Beitrag!
Peter

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unterwegs für freie Eisenbahn-Geodaten


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