Oh je ... (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 07.07.2026, 00:07 (vor 2 Tagen) @ JM
bearbeitet von Der Blaschke, Dienstag, 07.07.2026, 00:09

Hey.

BC100 1. Klasse / 1. Klasse Flexpreis Inhaber haben in meiner Vorstellung ein Notebook, eine Aktentasche und einen Trolley Koffer dabei und tragen einigermassen geschäftliche Kleidung.

Das sind die Schlimmsten. Pseudoreiche und Pseudowichtige. Beim Befragen gern von oben herab und stets gehetzt wirkend vermitteln sie das Gefühl, es sei eine Art Ehre für den kaputten Fahrgastbefrager, sie belästigen zu dürfen. Wo sie doch so wichtig sind. Und Geld für einen eigenen Zug hätten. Und die Befragung sie grad von Geschäften in Millionenhöhe abhält. Zitat von Peter Klöppel: "Beeilen Sie sich, ich muss arbeiten!" Ich sag: "Ich auch. Paßt ja gut."

Die tun mir stets leid. In Wahrheit Karl Ar... im Dienst, 16 Std Maloche täglich, dann muss Mausi beglückt werden und die Brut ruhiggestellt werden. Riesen Haufen Schulden für Palast, SUV, Pferde, Reitstunden und Klavierunterricht und Nachhilfelehrer für den Nachwuchs. Ganz traurige Gestalten.

Völlig anders dagegen die wahren Reichen. Die sitzen fröhlich und völlig tiefenentspannt da. Sprechen mich erstmal mit Namen an. Beherrschen perfekt Smalltalk und Konversation. Und stören sich an nix. Weil sie wissen, dass ihr Geld reicht, dass sie sich am nächsten Bahnhof auch einen Hubschrauber chartern könnten oder einen Ferrari. Zum Schluß verabschieden sie sich höflich und elegant und wieder mit direkter Namensansprache.

Ein paar Mal habe ich solche Leute auch schon in der 2 sitzen sehen trotz Tickets für die 1. Die erzählten dann, dass sie sich in der 2 viel wohler fühlen statt zwischen den ganzen Wichtigtuern in der 1. Das 1. Klasse-Ticket kaufen die quasi nur auf Vorrat - wenn's mal in der 2 zu voll wird oder Fußballfans oder Junggesellinnenabschiede über die Stränge schlagen.


Was zumindest früher ein Erlebnis war - ich weiß nicht, ob's das heute noch gibt: der Nachmittags-ICE ab Frankfurt nach Amsterdam. Mit niederländischem Schaffner. Ziemlich jeder Banker/Broker/Händler in der 1 meint von sich, er sei der wichtigste im Zug und eigentlich gehöre ihm die Bahn. Und dann ein fröhlich entspannter pragmatischer niederländische Schaffner, dem dieses von oben herab, wie sich ja deutsche behördendenkenverliebte Schaffner gern geben, völlig fremd ist. Wenn der Fahrgast 130% Service in jeder Sekunde erwartet und der Niederländer erstmal Coras "Komm, wir fahren nach Amsterdam" einspielt. Was den Deutschen nach der GEMA rufen läßt ... Da stoßen Welten aufeinander. Herrlich ...


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum