Stuttgart 21: Jetzt auch Inbetriebnahme 2031 bekannt (Allgemeines Forum)

Henrik, Mittwoch, 01.07.2026, 00:42 (vor 17 Stunden, 36 Minuten) @ Aphex Twin

Generell wurde dieses Projekt von der Politik eher gegen den Willen der Bahn durchgedrückt. Schließlich ist die Schaffung eines neuen Stadtviertels keine Herzensangelegenheit, sondern der lokalen Politik.

Was sollte die Schaffung eines neuen Stadtviertels für die Bahn sonst sein wenn nicht Herzensangelegenheit?
Das macht sie doch überall.. und schon immer.
Klar, das ist ein Zusammenspiel mit den politischen Akteuren vor Ort.

Die Bahn hätte das Projekt doch nicht starten müssen.. oder später es abbrechen können.

In welcher Realität lebst Du denn? Die Bahn gehört dem Staat, der Aufsichtsrat wird (bis auf die Arbeitnehmerseite wie in jedem Aktienunternehmen) vom Bund bestellt, die Bahn wird finanziell vom Bund unterstützt (bei NBS und über eine Reihe von anderen Programmen), wenn die Politik etwas will macht dies die Bahn auch und wenn die Politik etwas nicht will, macht es die Bahn auch.

Wie sah denn hier die Realität aus?
Wie hatte sich denn der Aufsichtsrat bei Stuttgart 21 verhalten?
Der Aufsichtsrat und vor allem die Vertreter des Eigentümers, also die politischen Vertreter des Bundes waren eher als Bremser, Blockierer, Zweifler, Verzögerer aufgetreten.

..klar, natürlich, hätte der Eigentümer über ihre Mitglieder im Aufsichtsrat vermittelt,
"das Projekt Stuttgart 21 wird abgewickelt werden, kostet es was es wolle",
dann wäre es das gewesen und der DB Vorstand hätte dem Folge leisten müssen.
Dass aber nun es entgegengesetzt gewesen sei, dass die Politik.. über den AR der Antreiber des Projekts durchweg gewesen wäre, das lässt sich schwer von den Fakten der Realität nachvollziehen.

Die Bahn bzw. die DB AG wird nicht (direkt) finanziell vom Bund unterstützt.
Da würde recht schnell die EU auf der Matte stehen und blockieren..
Auch die Eigenkapitalserhöhungen der letzten Jahre (Ampel hatte es zu sehr übertrieben, vgtl. Trassengebühren) bedurften sehr ausführliche Begründungen, damit dann das OK aus Brüssel kommt.
Seit der jüngsten Novellierung des Bundesschienenwegeausbaugesetz kann der Bund auch die Instandhaltung der Bundesschienenwege mitfinanzieren.
NBS/ABS-Projekte.. Projekte des Bedarfsplans baut die Bahn im Auftrag des Bundes.

Hier kommen wir zurück zu Stuttgart

Ein Bedarfsplan-Projekt Knoten Stuttgart gab es nie (zu allen anderen Knoten sehr wohl, mit größten NKV).
Der Bund hielt sich also bezüglich Knoten Stuttgart komplett raus.
Der Bund ist kein Projektpartner von Stuttgart 21.
Der Bund trägt einen Teil der Projektkosten und zwar die "Sowieso"-Kosten der Anbindung im Rahmen der NBS Stuttgart-Ulm, also den Abschnitt NBS Stuttgart-Wendlingen, mit einem fixen gedeckelten Betrag in Höhe von damals... 500 Mio Euro, keinen Cent mehr.
Die tatsächlichen Kosten lagen erheblich drüber - der Bund war da fein raus. Keinerlei Unterstützung.

Im vorvorherigen Posting wurden Projekte genannt mit Baukostensteigerungen.
Da hätte ich eher Fokus auf andere Bedarfsplan-Projekte gelegt, aber egal.
Wer hatte jeweils komplett oder größtenteils die Mehrkosten getragen? Die Bahn und nicht der Bund.
Mit der BUV ab 2018 wurde dieser Fehler behoben.


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